Automatica-Trendindex

Andrea Gillhuber,

Mit Robotik aus der Covid-19-Krise

Die wichtigsten Vorteile von Industrierobotik sind Flexibilität und Gesundheitsschutz, sind sich 80 Prozent der Industrieentscheider sicher. Das ist das Ergebnis des Automatica Trendindex.

Automatica-Trendindex 2020 - Mit Robotik aus der Covid-19-Krise © Messe München

Laut International Federation of Robotics rangiert die Fertigungsindustrie in Deutschland bei der Roboterdichte weltweit auf Rang 3 – hinter Singapur und Südkorea. Dieser Trend wird sich laut Automatica-Trendindex noch verstärken. Für die Umfrage wurden 100 Industrie-Entscheider und 1.000 Arbeitnehmer befragt. Das Ergebnis: Zu den wichtigsten Vorteilen der Robotik zählen für rund 80 Prozent der Industrieentscheider, dass Mitarbeiter von gesundheitsgefährdenden Aufgaben entlastet werden können, sich die Fertigung mit Robotern schnell auf neue Aufgaben umstellen lässt und sich zudem Produktionskosten senken lassen. Zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie rücken die „maschinellen Helfer“ laut Umfrage erneut in den Fokus der Entscheiderebene.

"Industriebetriebe mit Robotern können gezielt einzelne Arbeitsschritte automatisieren, um das ‚Social Distancing‘ in der Fertigung sicherzustellen", sagt Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Robotik + Automation, über den Beitrag der industriellen Robotik zur Bewältigung der Corona-Krise. "Die neuen Anforderungen an sichere Arbeitsplätze in der Produktion lassen sich mithilfe von Robotik einfach umsetzen. Wie die Praxis zeigt, helfen Roboter dabei, wichtige Fertigungsprozesse resilienter zu machen und neue Anforderungen schnell umzusetzen."

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Roboter für höhere Produktivität

Jean-François Bauer, Head of Business Development beim Schweizer Spezialisten für Montagelösungen Mikron Automation, nennt ein Beispiel: "Gleich zu Beginn der Covid-Krise baten uns mehrere pharmazeutische Kunden in Europa, den USA und Asien, eine rasche Steigerung ihrer Produktion zu unterstützen, damit sie so schnell wie möglich Duplikatlinien für diagnostische Kits liefern können." Gleichzeitig rechnet sein Unternehmen damit, dass "strategische Entscheidungen aus der Vergangenheit nach den jüngsten Pandemie-Erfahrungen auf den Prüfstand gestellt werden". So sei damit zu rechnen, dass Unternehmen in Europa oder den USA mithilfe von Robotik und Automatisierung neue Kapazität in ihren Heimatmärkten aufbauen werden, um die Abhängigkeiten und Schwachstellen in den Lieferketten zu minimieren.

Deutscher Mittelstand setzt auf Roboter

Ein weiteres Ergebnis des Automatica-Trendindex: Der deutsche Mittelstand wird wohl in Zukunft häufiger Industrieroboter für eine flexible Produktion nutzen. In ihrer Prognose rechnen 84 Prozent der Industrie-Entscheider damit, dass der verstärkte Einsatz von Robotik in mittelständischen Betrieben keine Frage des „ob“ sonders des „wann“ sei. 81 Prozent aus, dass die Programmierung von Robotern einfacher geworden ist und damit den Weg für den Einsatz in kleineren und mittleren Unternehmen ebnet. Als Hindernis sehen zwei Drittel der Verantwortlichen hingegen, dass den eigenen Mitarbeitern bisher noch die nötige Ausbildung für den Roboterbetrieb fehlt.

Mitarbeitende offen gegenüber mechatronischen Helfern

Die Mitarbeitenden stehen den industriellen Helfern mit einer grundsätzlich positiven Grundhaltung gegenüber: Gut drei Viertel der Mitarbeiter halten die Ausbildung für den Umgang mit Robotik für ein wichtiges Angebot (mittelständischer) Firmen. Ebenso viele sagen, dass sich Unternehmen bei Fachkräften mit einem Weiterbildungsangebot für Robotik und digitale Technologie als attraktive Arbeitgeber profilieren.

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