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Walter, Präzisionswerkzeuge, Luftfahrt, RaumfahrtVon Tübingen ins Weltall

"Mit der Branche in Dialog treten" - das war das Anliegen der Walter AG Interessierte aus aller Welt zum Zweiten Luft- und Raumfahrtforum einzuladen. In Fachvorträgen gaben Referenten von Herstellern, Zulieferern und aus der Wissenschaft interessante Einblicke in die besonderen Herausforderungen der Branche. Dr. Ulf Merbold, einer der ersten deutschen Astronauten, beschrieb in einem Gastvortrag anschaulich, wie unter den besonderen Bedingungen der Schwerelosigkeit im All geforscht wird, und warum auch in Zukunft Forschung im Weltall betrieben werden muss.
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Mit "Biss" ins Titan

Präzisionswerkzeuge: Von Tübingen ins Weltall

Die Luft- und Raumfahrt ist einem permanenten Veränderungsprozess unterworfen. Die doppelte Anzahl großer Passagiermaschinen, kürzere Produktionszyklen, äußerst komplexe Bauteile und neue Werkstoffe, die schwierig zu bearbeiten sind, stellen sowohl Hersteller als auch Zulieferer vor große Herausforderungen. Hochkarätige Experten aus Industrie und Wissenschaft beschrieben auf dem zweiten Luft- und Raumfahrtforum der Walter AG den Teilnehmern aus zwölf verschiedenen Ländern, welche Anforderungen die Hersteller und Zulieferer in der Zukunft zu erfüllen haben. Zu den Referenten gehörten unter anderem Vertreter von Airbus, Deckel Maho Pronten, der Otto Fuchs KG, Premium Aerotec und der Technischen Universität Hannover. "Auf dem Luft- und Raumfahrtforum wollen wir mit der Branche in Dialog treten", so Andreas Evertz, Vorstandsvorsitzender der Walter AG, in seiner Begrüßung der Teilnehmer. "Als Partner und Zulieferer dieser Industrie ist es für uns von großer Bedeutung die komplexen Anforderungen zu kennen. Wir müssen verstehen, was unsere Kunden brauchen, um gemeinsam an entsprechenden Lösungen arbeiten zu können." In den Vorträgen wurden verschiedene Fachthemen behandelt wie beispielsweise Diamantbeschichtungen für Composite-Materialien oder die Anforderungen an Maschinen zur Bearbeitung von Titan, Aluminium und Verbundwerkstoffen. Die Entwicklung neuer Materialien und die daraus resultierenden Folgen für die Bearbeitung war eines der zentralen Themen der Veranstaltung. Lange Zeit war Aluminium der Standardwerkstoff; das hat sich inzwischen geändert. Der Aluminiumanteil der jüngsten Flugzeuggeneration (zum Beispiel Boeing Dreamliner oder Airbus A350 XWB) liegt nur noch bei rund 20 Prozent. Moderne Jets bestehen zur Hälfte aus Verbundwerkstoffen, so genannten Composite-Materialien. Daneben nimmt die Bedeutung von Titanwerkstoffen zu. Eine weitere Werkstoffgruppe sind die Hochtemperatur-Materialien, die hauptsächlich im Triebwerksbereich zum Einsatz kommen: hochlegierte Stähle, Kobalt- und Nickelbasislegierungen. Tendenziell werden diese Werkstoffe immer schwieriger zu bearbeiten, da ständig neue, noch festere Legierungen entwickelt werden. Bei einer Demonstration der speziell in Tübingen entwickelten Werkzeuge für die Luft- und Raumfahrtindustrie im Technology Center des Unternehmens konnten sich die Teilnehmer von der Leistungsfähigkeit der Werkzeuge von Walter in der Branche überzeugen. An einer Turbinenscheibe wurde beispielsweise gezeigt, wie die Tiger Tec-Werkzeuge dank scharfer Schneidkanten, extremer Zähigkeit und Temperaturstabilität sogar bei schwierigen Bedingungen eine besonders wirtschaftliche Fertigung ermöglichen.

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Kulturelle und soziale Verantwortung

In einem spannenden Vortrag gewährte Dr. Ulf Merbold, der an insgesamt drei Raumflügen teilnahm, interessante Einblicke, wie und unter welch schweren Bedingungen im Weltraum Forschung betrieben wird. Dr. Merbold, heute an der European Space Agency in Stuttgart beschäftigt, war unter anderem an den Weltraummissionen STS-9 des amerikanischen Space Shuttles Columbia, STS-42 der US-Raumfähre Discovery und einem Flug zur russischen Raumstation MIR beteiligt. Er plädierte für eine Fortführung der Weltraumforschung: "Die Menschheit muss sich entscheiden, ob sie weiterführen möchte, was die früheren Entdecker Kolumbus, Marco Polo, Vasco da Gama und andere begonnen haben, die der Gesellschaft von jeder Expedition immer neue Erkenntnisse mitgebracht haben." Als Nutzen, den die Weltraumforschung der Gesellschaft bringt, führte Dr. Merbold neben ganz pragmatischen Errungenschaften wie etwa dem GPS-System vor allem den Erkenntnisgewinn über die Natur und ihre Zusammenhänge an. "Im All habe ich eine andere Perspektive auf unseren wunderschönen Heimatplaneten bekommen, die mir klar gemacht hat, dass wir eine ethische Verpflichtung haben, die Erde so zu bewahren, dass sie auch noch unseren Enkelkindern und deren Nachkommen gute Lebensbedingungen bietet."

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Luft- und Raumfahrtforum
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