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SondermaschinenbauUnikate für XXL-Bauteile

Sondermaschinenbau: Unikate für XXL-Bauteile

Sicherheitsrelevante Großbauteile in Nutzfahrzeugen, wie etwa Achsträger oder Getriebewellen, müssen trotz ihrer Größe, hohem Gewicht und mitunter schwierig zu zerspanender Werkstoffe präzise in engen Toleranzfeldern wirtschaftlich produziert werden können.

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ProduktionstechnikKein Verlust an Perfomance

SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz befragte Dr. Bernhard Pause, Chief Technical Officer beim Werkzeugmaschinenhersteller MAG, zur neuen Maschinenrichtlinie.
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Produktionstechnik/ Werkzeugmaschinen: Kein Verlust an Perfomance

SCOPE: Die neue Maschinenrichtlinie 2006/42/EG tritt ab 29.12.2009 in Kraft und erfordert umfangreiche Sicherheitsmassnahmen seitens des Maschinenherstellers. Verlieren Maschinen, die der neuen MRL entsprechen, damit gegenüber Maschinen, die nicht der neuen MRL entsprechen oder nicht in deren Geltungbereich eingesetzt werden, etwa in der Schweiz, an Performance?

Dr. Bernhard Pause: Die einzelnen Produkte von MAG Europe werden bis zum 29.12.2009 an die Erfordernisse der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG angepasst. Das beinhaltet das Erfüllen der Gesundheitsschutzanforderungen, wie Risikobeurteilung, Integration der Sicherheit, Kennzeichnung usw. Technische Unterlagen der Maschinen können auf Kundenwunsch eingesehen werden, sofern nicht alle Informationen aus den Betriebsanleitungen ersichtlich sind. Die Konfirmitätsbewertungsverfahren werden entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt und die Produkte erhalten darauf eine Konfirmitätserklärung, welche den Maschinendokumentationen beigefügt werden. Die CE-Kennzeichnung weist auf die erfolgreichen Konfirmitierung der Maschine hin. Die Maschinen von MAG Europe verlieren durch die Zertifizierung nach der neuen MRL keine "Performance" gegenüber den "alten" Maschinen.

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SCOPE: Die neue MRL erfordert vom Maschinenhersteller eine Risikobeurteilung. Diese Risikobeurteilung ist in den meisten Fällen Sache der Entwickler und Konstrukteure. Kommen damit auf Entwickler und Ingenieure nicht völlig andere Anforderungen als bisher zu?

Dr. Bernhard Pause: Die Risikobeurteilung löst mit der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG die Gefahrenanalyse ab. Damit wird das nachvollzogen, was schon lange Stand der Technik ist. Die Normung hatte diesen Schritt mit der DIN EN 1050 zur Risikobeurteilung von Maschinen schon im Maschinenbau verankert. Die DIN EN ISO 14121, die Mitte 2008 im Europäischen Amtsblatt gelistet wurde, ersetzt diese Norm und führt dabei das bewährte Prinzip der Risikobeurteilung fort. Der Prozess der Risikobeurteilung wird erleichtert durch die Anwendung harmonisierter Normen. Zum Einen wird die Risikobeurteilung selbst in der DIN EN ISO 14121-1 beschrieben, zum Anderen bieten insbesondere die harmonisierten "C-Normen", d.h. Normen, die konkrete Maschinen behandeln, aber auch "B-Normen", Hilfestellung bei der Risikobeurteilung. Normen geben dabei Gefährdungen an, die von den dort behandelten Maschinen ausgehen und es werden für die ermittelten Gefährdungen konkrete Lösungen vorgegeben, bei deren Anwendung der Hersteller die sogenannte "Vermutungswirkung" für sich in Anspruch nehmen kann, d.h. er kann dann davon ausgehen, dass seine Maschine den Anforderungen der Maschinenrichtlinie entspricht. Allerdings bedeutet die Anwendung einer solchen C-Norm nicht, dass der Hersteller auf eine Risikobeurteilung verzichten kann. Eine Risikobeurteilung ist in jedem Fall durchzuführen. Soweit von einer Maschine Gefährdungen ausgehen, die nicht in einer C-Norm behandelt werden, können evtl. harmonisierte "B-Normen" Hilfestellung für sicherheitstechnische Lösungen bieten. Hier ist z.B. im Bereich der Steuerungen die DIN EN ISO 13849-1 zu nennen. Zu beachten ist, dass Normen den Stand der Technik nur zu einem bestimmten Zeitpunkt wiedergeben. Der Stand der Technik entwickelt sich nach deren Verabschiedung und Bekanntmachung weiter. Da unsere Entwickler und Konstrukteure bereits Erfahrungen bei der Analyse der Gefährdungen nach EN 1050 und darüber hinaus bereits Risikobeurteilungen bei erweiterten Lieferspezifikationen, z. B. für Maschinen und Systeme des Automotive-Bereichs, realisiert haben können wir nicht von völlig neuen Anforderungen sprechen. Natürlich müssen die neuen Regelwerke, wie MRL und Harmonisierte Normen, sehr genau betrachtet und so die bestehenden Dokumentation ergänzt werden.

SCOPE: Muss ein Käufer, der seine Maschine vor dem 29.12.09 gekauft, aber noch nicht erhalten hat, die Maschine nachrüsten? Oder ist dies dann Sache des Verkäufers?

Dr. Bernhard Pause: Die neue Maschinenrichtlinie musste bis spätestens zum 29. Juni 2008 in nationales Recht umgesetzt werden. Anzuwenden ist die neue Maschinenrichtlinie über die nationale Maschinenverordnung (9. GPSGV) vom Hersteller ab dem 29. Dezember 2009. Bis dahin gilt die alte Maschinenrichtlinie 98/37/EG bzw. die 9. GPSGV in der "alten" Fassung. Eine Übergangsfrist ist nicht vorgesehen. Das heißt, dass alle Maschinen die nach dem 29.12. geliefert werden, bereits nach der neuen Maschinenrichtlinie konfirmitiert sind.

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