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AnwenderberichtFür die Wüste und die Tundra

Der Pipelinebau-Ausrüster Vietz stattet seine Schweißraupen optional mit Kolbenkompressoren von Atlas Copco aus. Die passen mit ihrer kompakten Bauweise gerade noch auf das Trägerfahrzeug und sind robust genug, um im Dauereinsatz in der Wüste, Tundra oder Taiga zu bestehen.
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Kolbenkompressoren: Für die Wüste und die Tundra

"Wer Pipelines baut - ob für Öl, Gas oder auch mal Wasser -, der weiß, dass die in der Regel 12 bis 18 m langen Rohre mit einem Maximalversatz von nur 1 mm verlegt werden müssen - egal, wie groß der Durchmesser der Rohre ist. "Damit jedes Rohrstück passgenau an seinen Nachbar geschweißt werden kann, halten Rohrinnenzentrierungsgeräte beide Teile zusammen", erklärt Ralph Reddemann, Technischer Leiter des Pipelinebau-Ausrüsters Vietz GmbH in Hannover. Vietz liefert von der niedersächsischen Landeshauptstadt aus in alle Welt Schweißraupen, Biegemaschinen, Vakuumhebegeräte und eben die Zentrierungsgeräte - kurz: alles, was man zum Pipelinebau benötigt. Die Rohrinnenzentrierungsgeräte fahren in den Rohrleitungen immer bis zum nächsten Teilstück, das angeschweißt werden soll. Dort halten zwei Stempelreihen, die sich von innen an die Wände beider Teile pressen, die Rohre für den Schweißvorgang fest in der richtigen Position.

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Kunden verlangen Qualität made in Germany

Von Druckluft angetrieben, fahren die Geräte in die Rohre - und benötigen dort weitere Druckluft, um die Stempel zu betätigen. Damit Pipelinebauer die Luft direkt auf der Baustelle erzeugen können, rüstet Vietz seine Schweißraupen der Typen Arcotrac 1100 und 1800 optional ab Werk mit einem passenden Kompressor aus. "Wir liefern die Fahrzeuge immer komplett mit Stromerzeuger, Hebezeug, Schweißgerät und auf Wunsch der Luftversorgung", sagt Reddemann. Hierfür verwenden die Hannoveraner in der Regel zweistufige, ölgeschmierte Kolbenkompressoren der LT-Baureihe von Atlas Copco. "Dafür gibt es eine Reihe von Gründen", fügt er an. "Wir sind ein deutscher Hersteller, da erwarten unsere Kunden eine entsprechende Qualität." Nicht ohne Stolz lässt er einfließen, dass Vietz-Produkte gut und gerne zwanzig Jahre" halten. Um dem guten Ruf des "Made in Germany" zu entsprechen, lege das Unternehmen Wert darauf, nur hochwertige Komponenten zu verbauen. "Atlas Copco ist bei unseren Kunden weltweit bekannt und akzeptiert, außerdem stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis", findet der Vietz-Manager. Daneben sei die Baugröße ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl des Lieferanten: "Wir haben auf unseren Schweißraupen nur eine sehr begrenzte Fläche zur Verfügung, auf der wir einen Kompressor unterbringen können." Mit den kompakten LT-Kompressoren, die speziell auch für den Einbau bei Erstausrüstern konzipiert sind, komme man gerade hin. Außerdem sei die Technik ausgereift, die Kompressoren entsprechend wenig wartungsanfällig. Durch ihre einfache Konstruktion, die begrenzte Anzahl an arbeitenden Teilen und das einfache Arbeitsprinzip gelten Kolbenkompressoren vom Prinzip her als Lösung der Wahl für die Drucklufterzeugung unter rauen Bedingungen. "Unsere Schweißraupen werden in der Wüste, der Tundra, der Taiga eingesetzt. Da müssen alle Bauteile hohen Belastungen standhalten", verweist Ralph Reddemann auf die typischen Einsatzgebiete. Temperaturen von -40 °C in kalten Regionen und bis +70 °C in der Wüste seien keine Seltenheit.

Betriebsstoffe regelmäßig ersetzen

Trotzdem erfordern auch die LT-Kompressoren regelmäßige Pflege. Gängige Wartungen, etwa den Wechsel der Betriebsstoffe oder der Luftfilter, nähmen seine Kunden normalerweise gemäß Wartungsheft von Atlas Copco selbst vor, meint Reddemann. "Aber sollte doch mal ein größeres Problem auftreten, fahren wir selbst raus, um unsere Maschinen am Einsatzort zu reparieren." Es sei besser, es reise ein Mitarbeiter nach Sibirien, als das Fahrzeug nach Hannover zu holen. Allein sieben Techniker sind rund um den Globus im Einsatz, um den Servicebedarf der Geräte zu decken oder im Notfall auszuhelfen. Doch das gilt nur für die eigentlichen Schweißraupen und Peripheriegeräte. "Wenn am Kompressor ein Schaden auftritt, können wir keinen eigenen Mitarbeiter schicken", führt Reddemann aus. "Da nutzen wir dann das weltweite Servicenetz unseres Lieferanten." Atlas Copco ist in über 170 Ländern vertreten, da ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass jemand in der Nähe ist. Für Vietz-Lieferanten ist die weltweite Präsenz übrigens Pflicht: "Ob das die Motoren sind, die Kräne oder die Hydraulik: Unsere Partner müssen global aufgestellt sein", streicht Reddemann heraus. Schließlich erwirtschafte man den allergrößten Teil des Umsatzes außerhalb Europas - hier in der Region würden kaum noch Pipelines gebaut. Gleichwohl entwickele sich in Deutschland neuerdings ein gewisses Geschäft mit kleineren Schweißraupen, wie Reddeman sagt: "Einige Kunden entdecken, dass sich so ein Gerät im Vergleich zu drei, vier stationären oder mobilen Schweißgeräten, die es ersetzen kann, schnell rechnet."

Komplettausstattung mit zwei Druckluftbehältern

Vietz stattet seine Arcotrac-Fahrzeuge mit LT-Kompressoren mit Maximaldruck von 20 bar aus. Hinzu kommen jeweils zwei Druckluftbehälter für zusammen 300 Liter komprimierte Luft, damit am Rohr kontinuierlich gearbeitet werden kann. Außerdem wird für Fahrzeuge mit Kompressor eine andere Steuerung eingesetzt und der Schaltschrank modifiziert. "Aus Sicherheitsgründen müssen wir einen Schalter einbauen, der den Kompressor automatisch abschaltet, wenn die Schweißraupe zu steil geht", erläutert Reddemann. Während die Vietz-Maschinen - etwa für den Einsatz im Gebirge - eine Steigfähigkeit von 30° hätten, müsse der Kompressor bei 21° sicherheitshalber aussetzen, weil es sonst Probleme mit der Schmierung geben könnte. Angetrieben werden die Kompressoren über Elektromotoren. Bis vor einigen Jahren setzte Vietz auf hydraulische Antriebe - doch diese Lösung war Reddemann nicht stabil genug. Seit die Antriebstechnik in Gestalt der sogenannten Synchromotoren leistungsstarke und wartungsfreundliche Systeme anbietet, verbaut Vietz nur noch E-Motoren. "Da wir nur 16 bar Druck benötigen, limitieren wir den Kompressor", sagt Reddemann. "Mit einem Elektromotor ist die Abschaltung viel eleganter zu bewerkstelligen." Die Kunden jedenfalls sind¿s zufrieden. Jetzt wünscht er sich - als Ersatz für die Membranregelung - nur noch eine kleine elektronische Steuerung oder Fernbedienung für die Kompressoren, schlägt der Vietz-Techniker abschließend vor. "Das wäre für die Fahrer und Bauarbeiter komfortabler und würde sicher gut angenommen." lg

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