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Just-enough-KonzeptSo viel wie nötig…

Wie oft nutzen Anwender die Möglichkeiten moderner Technik wirklich aus? In der Realität kaufen sie häufig viele Leistungsmerkmale, die sie nur zu einem Bruchteil ausschöpfen. In der Industrie findet aktuell gerade in Schwellenländern ein neuer Ansatz immer mehr Verbreitung: Just-enough, gerade genug Leistung für die eigentliche Aufgabe, heißt die Devise. Auch deutsche Ausrüster, oft für German Overengineering gescholten, stellen sich darauf ein.

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Just-enough-Konzept: So viel wie nötig…

In den unterschiedlichen Märkten der Fabrikautomation ist eine Entwicklung in zwei Richtungen zu erkennen: Während bspw. die Automobilindustrie bei Maschinen für die Fertigung von Kernprodukten wie Motoren weiter auf Höchstleistung setzt, sind in Schwellenländern in den vergangenen Jahren zehntausende kleine und mittelständische Zulieferer entstanden. High-end-Lösungen gehen völlig an deren Bedarf vorbei: Zu teuer, zu kompliziert und technisch nicht notwendig.

Diese Zulieferer übernehmen einfache Arbeitsschritte wie Bohren an immer gleichen Bauteilen in großen Stückzahlen. Auf Basis von CAD-Daten des Kunden müssen sie in engen Toleranzen fertigen. Als Folge boomt beispielsweise in China das Segment kompakter Bearbeitungsmaschinen. Vorhandene Steuerungslösungen, das Herzstück dieser Maschinen, sind aber entweder zu teuer und komplex oder nicht präzise genug. In diese Lücke stoßen deutsche Automatisierungshersteller wie Bosch Rexroth vor. „Auf der einen Seite darf die Lösung keinerlei überflüssige Leistungsreserven haben um wirtschaftlich mithalten zu können, auf der anderen Seite erwarten die Anwender trotzdem Genauigkeit auf tausendstel Millimeter“, umreißt Dr. Karl Tragl (Bild), Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG, die Herausforderung.

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Dazu speckten die deutschen und chinesischen Entwickler des Unternehmens gemeinsam eine etablierte High-end-Lösung ab. Alles, was über klar definierte Bearbeitungsaufgaben hinausgeht, entfernten sie und konnten damit die Systemkosten deutlich drücken. Dabei blieb aber der Softwarekern der Ursprungsversion mit der Programmiersprache und allen Möglichkeiten zum Datenaustausch erhalten. Das Konzept überzeugte auf Anhieb den größten chinesischen Werkzeugmaschinenhersteller, der bereits drei Maschinenserien damit ausgerüstet hat und jährlich mehrere tausend Exemplare ausliefert.
Der Trend zu Just-enough-Konzepten hat längst auch bei deutschen Produktionsplanern Anklang gefunden. In hochautomatisierten Fertigungsstraßen setzen sie bislang oft aufwändig bis ins letzte Detail einzeln durchkonstruierte Handhabungssysteme ein, die die Bauteile von einer Station zur nächsten weiterreichen. Auch hier bieten deutsche Automatisierungshersteller mittlerweile deutlich wirtschaftlichere Lösungen an. Sie haben Baukästen entwickelt, die 90 Prozent der Aufgaben durch die Kombination von Standardbauteilen abdecken. Das ist preiswerter und verkürzt die gesamte Planung und den Aufbau von Montage- und Handlingsystemen. Für die zehn Prozent Sonderanwendungen greifen die Unternehmen weiterhin auf maßgeschneiderte Lösungen zurück. ee

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