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KleinstserienfertigungAudis Vorseriencenter braucht Universalwerkzeuge

Audi Q2

In der Versuchsteilefertigung bei Audi in Ingolstadt werden anspruchsvolle Bauteile als Prototypen und in Kleinstserien hergestellt. Dabei setzen die Verantwortlichen auf VHM-Fräser von Haimer, die sich durch ihre Geometrie und Qualität für vielfältige Zerspanungsaufgaben eignen. Ihr Dämpfungs- und Rundlaufverhalten ermöglicht es, in Vergleichsfällen die Produktivität um ein Vielfaches zu steigern.

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Produktionstechnik/ Werkzeugmaschinen,,Produktivitätssteigerung“ ist Vertragsbestandteil

SCOPE: Unter Ihrem Vorgänger Lennart Lindgren entwickelte sich der deutsche Markt die letzten Jahre für Sandvik Coromant sehr erfreulich. Wie sieht der Trend dieses Jahr aus und welche Ziele haben sie in Bezug auf Marktanteile und Umsatzzuwächse?

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Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (MW): ,,Produktivitätssteigerung“ ist Vertragsbestandteil

Hartinger: Bisher ist das Jahr für uns sehr positiv verlaufen, da wir alle Ziele, die wir uns intern gesetzt hatten, auch erreicht haben – dafür hat sicherlich Lennart Lindgren gemeinsam mit dem deutschen Team die Grundlage geschaffen. Darauf aufbauend ist mein wichtigstes Ziel im zweiten Halbjahr, unseren Marktanteil hier in Deutschland weiter zu steigern. Außerdem werden wir unser Konzept der Produktivitätssteigerung – und zwar als aktiver Partner unserer Kunden – innerhalb der metallzerspanenden Industrie weiter verfolgen und damit dazu beitragen, den Produktionsstandort Deutschland zu sichern.

SCOPE: Welche technischen Weiterentwicklungen und Trends erwarten Sie mittelfristig im Bereich spanende Werkzeuge?

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Hartinger: Ich gehe davon aus, dass sich die Entwicklungen auf zwei bis drei Bereiche konzentrieren werden. Dazu gehören vor allem Produkte im Bereich Multitasking und Komplettbearbeitung, weil das Thema Flexibilität bei gleichzeitiger hoher Produktionssicherheit für unsere Branche immer wichtiger wird, gerade dann, wenn es um kleine Losgrößen geht. In dem gleichen Kontext steht auch die Entwicklung neuer Sorten, die universeller einsetzbar sind und mehr Sicherheit sowie berechenbarere Standzeiten bieten. Gerade hier hat sich in den letzten Jahren extrem viel getan. Andererseits können Werkzeuge natürlich immer nur so gut sein wie die Maschinen, auf denen sie eingesetzt werden, deswegen erwarte ich in der Zukunft noch wesentlich engere Kooperationen zwischen Maschinenherstellern und Sandvik Coromant als Werkzeugausrüster.

SCOPE: Wie wird sich die angespannte Situation bei den Rohstoffpreisen auf die Werkzeugpreise auswirken? Und wie gehen Sie mit dem „Geiz ist geil“-Trend im Einkauf um? Wie können hochpreisige Werkzeuge argumentiert werden?

Hartinger: Was die Rohstoffpreise angeht, ist die Situation für die gesamte Branche und damit grundsätzlich auch für uns natürlich alles andere als erfreulich. Wir sind allerdings in diesem Punkt strategisch gut aufgestellt, da die Rohstoffpreise in unseren Gesamtkosten nicht dominieren und wir darüber hinaus mit unseren vorhandenen Ressourcen vorsichtig umgehen. Bezüglich der Billigpreis-Diskussion haben wir eine klare Haltung: Gute Qualität bekommt man nicht geschenkt. Wer primär billig verkauft, der hat entweder an den Materialien, der Entwicklung oder der Beratung vor Ort gespart. Wenn man außerdem bedenkt, dass sich durch den Einkauf billiger Werkzeuge meist nur rund 2 % Kosten pro Werkstück einsparen lassen, sich mit guten und auf die Maschine optimierten Werkzeugen aber eine Produktivitätssteigerung von 30 % und mehr erzielen lässt, dann ist der Einkauf von Billigprodukten die sprichwörtliche Milchmädchenrechnung. Abgesehen davon gehen unsere Kunden sowieso ein relativ geringes Risiko ein, denn wenn sie sich von uns ein Werkzeugkonzept erstellen lassen, machen wir die Produktivitätssteigerung zum bindenden Vertragsbestandteil.

SCOPE: Gibt es eine Billigmarke im Werkzeugbereich im Sandvik-Konzern?

Hartinger: Nein, genau aus den eben dargelegten Gründen gibt es bei Sandvik Coromant keine Billigmarke, wir würden uns ja unglaubwürdig machen.

SCOPE: Reicht es für ein erfolgreiches Unternehmen heute noch aus, nur gute Produkte anzubieten? Welchen Stellenwert hat bei Sandvik Coromant das Thema Dienstleistung? Und schlägt sich das Angebot auch in konkreten Umsatzzahlen nieder?

Hartinger: Gute Produkte zu haben ist natürlich die Grundvoraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens, aber gerade in unserer Branche reicht das meines Erachtens nicht aus. Wir bewegen uns ja in einem sehr beratungsintensiven Geschäft, und deswegen ist das klassische Consulting ein großer Teil unserer täglichen Arbeit, den wir auch in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut haben. Wenn Kunden unsere Produkte kaufen, sie aber falsch oder auf einer nicht optimal geeigneten Maschine einsetzen, dann kann das gewünschte Ergebnis natürlich nicht erreicht werden, und das wollen weder wir noch der Kunde. Hier setzen wir mit unserer Beratung an. Außerdem arbeiten wir weltweit mit fast allen Maschinenherstellern im Bereich Erstausrüstung direkt zusammen, so dass wir unseren Kunden maßgeschneiderte Maschine-/Werkzeug-Lösungen weltweit mit demselben Servicelevel anbieten können. Natürlich hat das auch positive Auswirkungen auf die Umsatzzahlen, speziell bei international agierenden Unternehmen.

SCOPE: Sandvik investiert derzeit in den Ausbau sowohl bestehender als auch neuer Standorte, in der Zentrale Düsseldorf, am Produktionsstandort Schmalkalden und in ein neues Forschungszentrum in Stuttgart. Welche Summe investiert Sandvik dabei in den Standort Deutschland? Werden damit auch neue Arbeitsplätze geschaffen?

Hartinger: Wir investieren in Deutschland eine mittlere zweistellige Millionensumme. Arbeitsplätze werden vor allem an dem Standort des neuen Werkes in Thüringen geschaffen. Wir gehen im Moment von rund 40 aus. In Stuttgart werden wir mit fünf bis sieben neuen Mitarbeitern starten, der Standort wird aber sukzessive ausgebaut.

SCOPE: Mit Blick auf die der Investition in den Produktionsstandort Schmalkalden – wo liegen die Vorteile für Sandvik, in Deutschland zu produzieren?

Hartinger: In Deutschland verfügen wir über umfassendes Know-how sowie hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. Darüber hinaus haben wir einen engen Kontakt zum lokalen Markt. Abgesehen davon ging es uns aber auch darum, ein Zeichen zu setzen: Denn wenn wir unsere Kunden in die Lage versetzen, am Standort Deutschland wettbewerbsfähig zu produzieren, dann sollten wir selbst das erst recht können – und auch machen.

SCOPE: Sie hatten bis zu Ihrer Ernennung als Deutschland-Geschäftsführer die Verantwortung für den osteuropäischen Markt. Wie entwickelt sich dieser für Sandvik Coromant?

Hartinger: Der osteuropäische Markt mit seinen heutigen Möglichkeiten ist ein relativ junger Markt mit einem interessanten und stetig wachsenden Potenzial.

Wir waren seit Jahrzehnten in dieser Region über verschiedene Verkaufsstrukturen, jedoch immer direkt als Unternehmen tätig und konnten uns aus diesem Grund schnell an die rasant voranschreitenden Veränderungen und Bedürfnisse anpassen.

Wir sind heute in diesem Markt sehr gut aufgestellt und entwickeln uns viel versprechend, und ich bin fest überzeugt, dass wir den eingeschlagenen Weg erfolgreich fortsetzen werden.

SCOPE: Welche weiteren Präzisionswerkzeughersteller gehören zu Sandvik außer Walter?

Hartinger: Zu Sandvik Tooling gehören neben Sandvik Coromant Günther & Co., Prototyp, Safety Deutschland sowie ­Dormer Tools.

SCOPE: Planen Sie neben organischem auch strategisches Wachstum, speziell in Deutschland, durch Übernahmen?

Hartinger: Grundsätzlich schließen wir Wachstum durch Übernahmen nicht aus, das zeigt ja auch die Vergangenheit. Konkret ist aber im Moment nichts geplant.

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