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KleinstserienfertigungAudis Vorseriencenter braucht Universalwerkzeuge

Audi Q2

In der Versuchsteilefertigung bei Audi in Ingolstadt werden anspruchsvolle Bauteile als Prototypen und in Kleinstserien hergestellt. Dabei setzen die Verantwortlichen auf VHM-Fräser von Haimer, die sich durch ihre Geometrie und Qualität für vielfältige Zerspanungsaufgaben eignen. Ihr Dämpfungs- und Rundlaufverhalten ermöglicht es, in Vergleichsfällen die Produktivität um ein Vielfaches zu steigern.

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Produktionstechnik/ WerkzeugmaschinenLean Products: Spagat zwischen Qualität und Preis

Die Japaner zeigen, wie Unternehmen mit Lean Products den Spagat zwischen hoher Qualität und marktgerechtem Preis schaffen. In Anlehnung an den fernöstlichen Wettbewerb zielt auch das Mercedes-Benz Produktionssystem des Daimler-Chrysler Konzerns darauf ab, Fahrzeuge in Lean Products zu verwandeln. Wie die Praxis aussieht, zeigt das Mercedes-Benz Production System (MPS). Der Auftrag zum nachhaltigen, konsequenten Verbessern der Produktionsprozesse stammt von Hans-Heinrich Weingarten, dem Bereichsvorstand Produktion der ‚Mercedes Car Group‘. Der Auftrag ging an seine Führungskräfte, unter denen Senior Manager Michael Thomas (Bild 1) eine wichtige Rolle spielt. Seit 2001 setzt er mit seinem Team die MPS-Vision bei Daimler-Chrysler in Stuttgart um. Die Inspiration zum Einstieg in die ‚Lean Production‘ lieferte Ende der 90er-Jahre auch ein Blick nach Fernost. „Das Benchmark mit Japan ergab, dass der Kostennachteil für uns groß ist und sich weiter vergrößert“, meint Thomas.

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Fertigungsbilder: Lean Products: Spagat zwischen Qualität und Preis

Daraufhin startete unter der Leitung von Thomas die Umsetzung des MPS-Konzepts. Die Ziele: Null Fehler, 100 Prozent Wertschöpfung in allen Prozessen sowie One-Piece-Flow in der Reihenfolge der Kundenwünsche. „Wir leiten aus dieser Vision eine Strategie ab, die sich auf wenige wichtige Felder konzentriert und die für eine Reihenfolge im Umsetzungsprozess sorgt“, erklärt Thomas. Die drei wichtigen Eckpunkte sind: Beseitigung von Ineffizienz, Verringerung der Variabilität und Erhöhung der Flexibilität.

Zu den konkreten Maßnahmen zählt in Teilbereichen (Vormontage, Aggregatebereich) die Einführung von U-Zellen, die für kürzeste Wege mit Low-Cost-Mechanisierung sorgen. Das wirkt sich auch auf die Produktionsanlagen aus. „Die Werkzeugmaschinen müssen an der Bedienerseite schmaler ausfallen“, sagt Thomas. „Daher muss die Technik sich auf den hinteren Bereich konzentrieren, damit die Mitarbeiter möglichst kurze Wege gehen müssen.“ Die Maschinenhersteller reagieren darauf unterschiedlich: „Einige haben Entwürfe in der Schublade, die sie aber erst anbieten, wenn konkrete Forderungen in den Lastenheften stehen. Auf der anderen Seite fragen unsere Planer nicht gezielt nach entsprechenden Maschinen. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Themen Instandhaltung und Robustheit.“

Oft handelt es sich dabei um relativ einfache Forderungen: Mercedes setzt beispielsweise auf einfache und robuste Spannsysteme, die sich leicht bedienen lassen und selten ausfallen. Hier geht es vor allem um die Reduktion von Komplexität. Ein anderer Trend ist ‚lean maintenance‘: Die vorbeugende Instandhaltung ist ein Muss in einem Produktionsbereich, der nahezu rund um die Uhr läuft. Thomas: „Ich wünsche mir Systeme, die auch eine Wartung im laufenden Betrieb ermöglichen – also beispielsweise Module, die sich schneller als bisher austauschen lassen.“ Hier fährt der Pkw-Hersteller zweigleisig, in dem er die Umrüstzeiten und den Aufwand für Wartung und Instandhaltung senkt.

Bei der Reduktion unproduktiver Nebenzeiten dreht sich viel um das Kürzel EPEI (Every part – Every intervall). Der dauernde Wechsel von einem Produkt zum anderen (chaotische Fließfertigung) erfordert geringe Nebenzeiten. „EPEI bedingt, dass die Maschinen sich schnell umrüsten lassen müssen“, erklärt der Senior Manager. „Wir nutzen das schnelle Umrüsten nämlich nicht zur schnelleren Teileproduktion, sondern um häufiger umzurüsten.“

Hinsichtlich der Vereinfachung bei den Werkzeugmaschinen wünscht sich Thomas die Trennung der Maschinen in ‚Einfachst-Module‘, die Fertigungsaufträge nicht mehr parallel, sondern hintereinander abarbeiten: „Mir geht es nicht um eine Steigerung des Tempos einzelner Prozesse, sondern um eine Optimierung der Prozesse rund um die Maschinen.“ Daher setzt der Automobilhersteller statt großer Mehrzweckmaschinen bevorzugt einfache und robuste Anlagen ein. Doch was machen die Stuttgarter, wenn in der Großserienfertigung plötzlich statt EPEI der Ausstoß von vielen, gleichen Teilen gefragt ist? „Dann lassen wir mehrere Zellen parallel das gleiche Teil fertigen“, erklärt der Senior Manager. ms

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