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KleinstserienfertigungAudis Vorseriencenter braucht Universalwerkzeuge

Audi Q2

In der Versuchsteilefertigung bei Audi in Ingolstadt werden anspruchsvolle Bauteile als Prototypen und in Kleinstserien hergestellt. Dabei setzen die Verantwortlichen auf VHM-Fräser von Haimer, die sich durch ihre Geometrie und Qualität für vielfältige Zerspanungsaufgaben eignen. Ihr Dämpfungs- und Rundlaufverhalten ermöglicht es, in Vergleichsfällen die Produktivität um ein Vielfaches zu steigern.

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ERP und E-Business, IT-Dienstleistungen und Hardware, Umwelt- und Aufbereitungstechnik, ­MaschinenbauTradition und Moderne ­verbinden

Keine Spur von Altersschwäche, auch nach 111 Jahren. Bei Binder+Co im steirischen Gleisdorf weht ein frischer Wind. Die Wurzeln des traditionsreichen Metallbauunternehmen reichen bis in das Jahr 1894 zurück. Heute bauen die Gleisdorfer Maschinen und Anlagen für die Aufbereitungs-, Umwelt- und Verpackungstechnik. Führend sind sie in der optischen Aufbereitung von Glas und Papier. Die intelligenten Kamerasysteme der Anlagen erkennen Farben, Formen und Strukturen der Materialien und trennen in einem einzigen Arbeitsgang Glasscherben nach ihrer Farbe und entfernen gleichzeitig Fremdstoffe. Die Aufbereitungstechnik der Österreicher erlaubt die mechanische und thermische Aufbereitung von Schüttgütern. Ergänzt wird das Portfolio durch Maschinen zur Verpackung und Palettierung von freifließenden Schüttgütern.

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Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (MW),: Tradition und Moderne ­verbinden

Um alle wichtigen Unternehmensressourcen im Blick zu haben, sind die Gleisdorfer auf ein verlässliches, modernes und flexibles ERP-System angewiesen. Hinzu kommt, dass durch die Langlebigkeit der Maschinen und Anlagen alle Informationen von der Konstruktion bis zur Entsorgung verfügbar sein müssen. Hierfür bilden die Daten aus einem ERP-System die Basis für ein effizientes Life-Cycle-Management. Aus diesem Grund stellte Binder+Co Anfang 2003 von einem veralteten Produktionsplanungssystem (PPS) auf ein modernes ERP-System (Enterprise Resource Planning) um. Auch auf der Hardware-Seite musste etwas geschehen, da für eine alte Rechnerserie von Hewlett Packard der Support in 2006 eingestellt werden sollte.

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Auf Partnersuche

„Bereits 2001 haben wir mit der Suche nach einem passenden ERP-System begonnen und insgesamt 13 ERP-Systeme bei Anbietern angeschaut“, erinnert sich IT-Leiter Michael Kummer. Im Anschluss daran folgten Termine mit ERP-Anbietern und „Kurzpräsentationen“ im kleinen Kreis zur Vorselektion. „Wir wollten uns auf maximal vier Anbieter beschränken, um deren Produkte intensiv zu prüfen, dies waren Abas, Proalpha, Bäurer und Psipenta.“ Nach einer Vorentscheidung blieben bis Anfang 2002 Abas und Proalpha im Rennen. Proalpha hatte zudem den Vorteil, in Gleisdorf mit einem Standort vertreten zu sein. „Da die Funktionalitäten der Systeme vergleichbar waren, legten wir bei unseren Treffen mit ERP-Vertriebsleuten großen Wert auf die leichte Anpassbarkeit der Software und deren Flexibilität. Zudem war uns wichtig, dass die ERP-Berater unser Geschäft verstehen“, betont Kummer. Zusätzlich wurde ein Team mit Key-Usern aus den einzelnen Fachabteilungen gebildet, die sowohl die Anforderungen der eigenen Bereiche kannten, als auch Erfahrungen mit dem alten PPS hatten.

Das Binder-Team hatte die Anbieter vorab grob gebrieft. Als Aufgabenstellung sollten diese einen Auftragsdurchlauf von A bis Z programmieren, der nahe an den Bedürfnissen des Maschinenbauers sein sollte. „Wir versuchen zwar unsere Maschinen zu standardisieren, da die Anforderungen der Kunden jedoch sehr unterschiedlich sind, geht kaum eine ohne Sonderanpassungen raus. Wir legen deshalb hohen Wert auf die Flexibilität des ERP-Systems und die einfache Anpassbarkeit an Veränderungen im Auftragsdurchlauf“, sagt Fertigungsleiter Egger. Hier konnten die ERP-Spezialisten des Wiener Abas-Partners Nittmann & Pekoll mit der Abas-Business-Software besonders punkten: „Verblüfft hatten uns die Schnelligkeit mit der Anpassungen umgesetzt wurden. Zum Beispiel wurden besprochene Änderungen im Auftragsdurchlauf während der Kaffeepause realisiert“, erinnert sich IT-Leiter Kummer. Die Präsentation fiel so überzeugend aus, dass sich die Projektverantwortlichen sowie alle 17 Key-User ausnahmslos für Abas entschieden.

Referenzliste geprüft

Trotz dieses eindeutigen Votums wollte man sicher gehen, auch den richtigen Partner für einen langen Zeitraum an seiner Seite zu haben. „Wir wollten es genau wissen und haben uns die Zeit genommen, um die Referenzliste von ­Nittmann & Pekoll abzutelefonieren. Die Aussagen aller Firmen waren durchweg positiv“, betont Kummer. Auch andere Kriterien wie die Mehrsprachigkeit der Software und das Arbeiten mit verschiedenen Währungen erfüllte das ERP-System. Die Lauffähigkeit der Software unter dem Betriebssystem Linux war ein weiterer Pluspunkt, da dieses wegen seiner Stabilität, Performance und geringen Wartungsaufwandes beliebt ist.

Zum 1. Juni 2002 startete die Umstellung mit der Finanzbuchhaltung, da hier die wenigsten Schnittstellen zum alten System bestanden und das alte PPS parallel weiterlaufen konnte. Monatlich erfolgte eine Datenübergabe an die externe Fibu von dem neuen ERP-System. „Grundsätzlich ging es uns nicht um eine schnelle Umstellung auf das neue System, sondern um einen reibungslosen Umstieg ohne Auswirkungen auf unseren Geschäftsbetrieb“, sagt IT-Leiter Kummer. Die Datenübernahme aus dem altem in das neue System funktionierte nicht nur reibungslos, sonders bot bereits Rationalisierungspotential: Der Datenbestand wurde bereinigt und die Artikelstammdaten reduziert. Da bislang mehrere Programme etwa für Einkauf, Ersatzteilverkauf und Zollabfertigung im Einsatz waren, wurden auch Artikelstammdaten mehrfach gepflegt und ausgetauscht. Dieser Mehraufwand entfiel mit der Abas-Software.

Während die beiden Systeme parallel liefen, konnte auch schon mit Praxisdaten im neuen System gearbeitet werden und von den Wiener ERP-Spezialisten Anpassungen vorgenommen werden.

Der endgültige Umstieg wurde an einem Wochenende im April 2003 realisiert. Die ASCII-Daten wurden aus dem alten System importiert und Stammdaten angelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt lief auch die komplexe Betriebsdatenerfassung (BDE) reibungslos, welche dem ERP wichtige Daten liefert.

ROI in Sicht

Bereits seit Mai 2003 läuft die Software aus Karlsruhe bei Binder+Co stabil, das Mammutprojekt konnte dank der guten Vorbereitung und ausgiebigen Tests erfolgreich abgeschlossen werden. Erste Erfolge und Einsparpotentiale konnten von Beginn an verbucht werden: „Wir haben beispielsweise für den Ersatzteilverkauf deutlich schnellere Durchlaufzeiten, da alles zentral über ein System läuft. Auch die vereinfacht Pflege und Reduzierung der Stammdaten spart viel Zeit und schließt potentielle Fehlerquellen aus“, erklärt Kummer. Auch wenn das ERP-System zuverlässig läuft, sind Optimierungen nach Ansicht von ­Michael Kummer unumgänglich: „Wir haben relativ viel nachoptimiert, das wird auch so die nächsten Jahre bleiben. Seine Prozesse sollte man ständig überdenken und optimieren. Dabei greifen wir gerne auf die Dienste und das Know-how von Nittmann & Pekoll zurück.“ Das Budget hierzu hat man in Gleisdorf in weiser Voraussicht bereits eingeplant, da man vom Return on Investment überzeugt ist. Stefan Graf

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