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Stahlkontruktionen, Säge-Bohr-AnlagenEintauchen zum Werkstücksägen

Durch die Integration einer kombinierten Säge-Bohr-Anlage erreichte die Bühler GmbH bei der Bearbeitung von Profilen und Rechteckrohren eine Produktionssteigerung im zwei-¬ stelligen Prozentbereich und reduzierte die kostenintensive Nachbearbeitung des Materials. Darüber hinaus nutzte das Unternehmen die Investition zur Restrukturierung des innerbetrieblichen Materialflusses.

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Stahlkontruktionen: Eintauchen  zum  Werkstücksägen

„Um das in den vergangenen Jahren rasant gestiegene Auftragsaufkommen zu bewältigen, war eine Modernisierung der Produktionsabläufe für uns unumgänglich“, erklärt Volker Bühler, Geschäftsführer der Friedrich Bühler GmbH, einem Spezialist für Stahlkonstruktionen im Nordschwarzwald. Die Produktionshalle war ursprünglich so aufgebaut, dass es nur Platz für eine Sägemaschine gab, doch ein Umbau sorgte für mehr Kapazität. Dabei wurden die Deckenstützen der bestehenden Produktionshalle entfernt und durch eine Fachwerkträgerkonstruktion ersetzt. Der gewonnene Platz ermöglichte eine Optimierung des Materialflusses. So verlängerte Bühler beispielsweise den Querförderbereich von 19m auf 25m, was die Bearbeitung deutlich größerer Werkstücke ermöglicht. Darüber hinaus ist es auf Grund der durchgängigen Querförderanlage nicht mehr nötig, die Profile mittels eines Krans den unterschiedlichen Bearbeitungsschritten zuzuführen. Die beiden neuen Kaltenbach-Maschinen wurden zusätzlich zu einer älteren Säge-Bohr-Anlage angeschafft. Die Kaltenbach-Modelle werden als Säge-Bohr-Zentrum eingesetzt, an dem ein einziger Bediener arbeitet. Insgesamt konnte durch die Erweiterung der Produktionskapazitäten der Betrieb der Säge-Bohr-Anlagen von drei Schichten auf einen Zweischichtbetrieb reduziert werden – und das bei deutlich gestiegenem Durchsatz. „Neben der nachhaltigen Durchsatzerhöhung war auch die automatisierte Fertigung von Klein- und Kleinstserien ein wichtiges Ziel der Modernisierungsmaßnahme. Da sich die einzelnen Projekte im Stahlbau stark voneinander unterscheiden, haben wir es vorrangig mit der Fertigung von Einzelteilen zu tun“, so Bühler. „Wir beabsichtigten daher die Integration einer robusten Hochleistungssäge, um auch Unikate effizient und weitestgehend automatisiert herzustellen.“

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Die ursprünglich von Bühler eingesetzte Langschnittsäge verursachte immer wieder Schwierigkeiten, da der Sägeschnitt von der Seite erfolgte. Durch einen ungünstigen Eintrittspunkt des Sägeblattes und den langen Schnittweg kam es oftmals zum Verlauf des Sägeblattes und infolgedessen zu Winkelungenauigkeiten. Aus diesem Grund legte der Stahlbauspezialist bei der Auswahl der neuen Sägelösung besonderen Wert auf eine leistungsstarke Säge mit kurzem und einem auf die gerade in Bearbeitung befindliche Profilgröße optimierten Schnittweg. Die Kreissäge HDM 1431 erfüllt diese Anforderung, da sie nach dem Prinzip der „eintauchenden Säge“ arbeitet. Dabei erfolgt der Sägeschnitt von oben, der Schnittweg wird verkürzt und die Bearbeitung benötigt weniger Zeit. Die Anlage wurde für die unterschiedlichsten Querschnitte und Anforderungen im schweren Stahlbau entwickelt. Bei der HDM 1431 handelt es sich um eine Vertikalkreissäge mit stabiler Schwenklagerung. Durch den rechtwinkligen Sägeblatteingriff erreicht die Säge einen kurzen Schnittweg und hohe Genauigkeit. So entfällt beispielsweise auch die kostenintensive Nachbearbeitung der einzelnen Werkstücke. Hinzu kommt, dass das Kaltenbach-Sägeblatt mit 80 Stunden eine wesentlich längere Standzeit aufweist als die Sägeblätter der bisherigen Lösung (20 bis 40 Stunden), was langfristig zu einer deutlichen Ersparnis bei den Nebenkosten führt. Die HDM 1431 sägt Profile mit einer maximalen Höhe von 450 mm und einer Breite von bis zu 1.250 mm. Dabei können Gehrungsschnitte von – 45° bis +30° gesägt werden. Die Schnittgeschwindigkeit lässt sich stufenlos über einen frequenzgeregelten Motor an einem freistehenden Sägenleitstand einstellen. Das Produkt verfügt außerdem über eine automatische Querschnittvermessung zur Profilkontrolle und zur Optimierung der Sägeblattposition. In Kombination mit der Bohranlage KDX 1215 erzielt der Stahlbauspezialist Bühler eine deutliche Zeitersparnis bei der Bearbeitung der Materialien. Auch die Bohrmaschine ist speziell für die Anforderungen im schweren Stahlbau konzipiert: Die automatische Werkzeugwechseleinrichtung an allen drei Bohrspindeln ermöglicht das rationelle Bohren und Körnen von Profilen in großen Abmessungen bis zu 1.200 mm. Die Spindeln werden über Kugelrollspindeln und Servomotoren positioniert. Besonders bei der Bearbeitung von schweren Trägern hat sich der optionale Einsatz von Hartmetallbohrern bezahlt gemacht. Die Modernisierung der Produktionsprozesse erfolgte bei laufendem Betrieb innerhalb von drei Wochen. Das Material gelangt nun, nachdem es in der Sandstrahlanlage gestrahlt wurde, über die von Kaltenbach entwickelte und realisierte Fördertechnik – wie Rollenbahnen und Querförderer – zum Säge-Bohr-Zentrum. Es besteht ein durchgängiger Datenfluss von der Konstruktion bis hin zur Säge-Bohr-Anlage. Über eine Schnittstelle werden die Aufträge vom CAD-System zur Maschine übertragen. Der Bediener übernimmt die im Netzwerk bereitgestellten Auftragsdaten in die Profiline-Software und startet danach den Säge-Bohr-Vorgang. Durch die Restrukturierung der Produktionsprozesse und die Integration der Säge HDM 1431 in Verbindung mit einer Bohranlage KDX 1215 setzt Bühler folgende Ergebnisse um:

• Das Unternehmen erreicht bei der Bearbeitung von Profilen und Rechteckrohren eine Produktionssteigerung im zweistelligen Prozentbereich. • Auf Grund der modernen Fördertechnik wird die Materialzufuhr effizienter umgesetzt. • Durch die Erweiterung der Produktionskapazitäten wurde der Betrieb der Sägemaschinen bei gestiegenem Durchsatz von drei auf zwei Schichten reduziert. • Die Durchlaufzeiten wurden gesenkt. Bühler kann flexibler und schneller auf kurzfristige Aufträge und Materialanlieferungen reagieren. • Durch die Qualität der Abschnitte spart Bühler beim Zusammenbau eine Nachbearbeitung der geschnittenen Profile. Hajo Stotz

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