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FehlerbehebungssoftwareWeg der Forschung

Ein Horrorszenario für jeden Produktionsleiter: Es knallt und plötzlich steht die Maschine still. Oder: Das Blech, das eigentlich gestanzt werden soll, kommt ohne Löcher aus der Anlage. Aufgrund der vielen Verarbeitungsschritte treten vor allem bei der Blechumformung oft Störungen wie diese auf. Bislang ist viel Erfahrung erforderlich, um den Grund für die Störung schnell zu finden und zu beseitigen. Mit einer neuen Software möchten das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH), das Institut für Umformtechnik und Umform- maschinen (IFUM) der Leibniz Universität Hannover und die Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e. V. (GFaI) die Fehlerbehebung beschleunigen.

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Seit Februar 2010 untersuchen die Ingenieure und Informatiker der drei Forschungsinstitute, wie Unternehmen bei Problemen in der Produktion schnell gegensteuern können. Gemeinsam mit zehn Industriepartnern – blechverarbeitenden Unternehmen und Systemherstellern von Betriebsdatenerfassungssystemen – haben die Wissenschaftler eine Software entwickelt, dank der Anlagen zukünftig effektiver arbeiten sollen. Ob sich dadurch tatsächlich die Effektivität der Maschinen steigern lässt, testen die beteiligten Unternehmen derzeit an ihren eigenen Blechumformungsanlagen. Laut den Forschern sind die Ergebnisse vielversprechend.
Die Idee hinter der Software ist einfach: Das Programm basiert auf Erfahrungswissen, das in einer Datenbank hinterlegt wird. Dazu dekliniert ein Experte einmalig jeden denkbaren Fehler durch, der an der Anlage auftreten könnte. Für jeden Fall hinterlegt er Fragen, beispielsweise danach, ob die Störung an der Anlage, dem Werkzeug, dem Bauteil oder dem Vormaterial auftritt. Durch die Beantwortung der Fragen gelangt der Mitarbeiter Schritt für Schritt zur richtigen Lösung. Antwortet er zum Beispiel mit einem Klick auf das Bauteil, so kämen als Fehler unter anderem Reißer, Abdrücke oder Grat in Frage. Nach der Problembehebung gibt der Mitarbeiter der Software Rückmeldung, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen hilfreich waren. Die am häufigsten genutzte Lösung wird in Zukunft vorrangig für diese Störung vorgeschlagen.

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Finanziert wird das Forschungsprojekt über das Programm zur Förderung der „Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)“ sowie im Initiativprogramm „Zukunftstechnologien für kleine und mittlere Unternehmen (ZUTECH)“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen (AiF). Unterstützung kommt zudem von der Europäischen Forschungsgesellschaft für Blechbearbeitung e. V. (EFB). ee

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