Produktionssysteme

Vorhang auf für Release 10

Unter dem Motto ,Von der Idee zum Produkt‘ kündigte Contact Software auf dem User Meeting 2012 das Release 10 seiner CIM-Database-Plattform an. In zahlreichen Keynotes und Vorträgen erhielten die Teilnehmer eine Fülle an Informationen, die vor allem eines deutlich machten: Die neue Software-Architektur, die mit der Version 9.8 eingeführt wurde, hat das Innovationstempo deutlich beschleunigt.

Michael Wendenburg, Fachjournalist, Sevilla

Mit über 200 Teilnehmern war das User Meeting 2012 von Contact Software im Bremer Park Hotel ausgebucht. Viele Kunden, Partner und Interessenten diskutierten auf der zweitägigen Veranstaltung über Produktinnovationen, Anwendungsbereiche und Praxisthemen. Das Rahmenprogramm bot den Teilnehmern Gelegenheit, die Fülle an Neuheiten mit Contact-Mitarbeitern oder Kollegen von anderen Firmen zu diskutieren. „Das war eine sehr gelungene Veranstaltung“, meinte Christine Krebs vom PLM Key User Team bei der LPKF Motion & Control GmbH. „Wir konnten viele Informationen mitnehmen und waren von der offenen und angenehmen Atmosphäre beeindruckt.“

Das letzte User Meeting liegt zwei Jahre zurück – eine Zeitspanne, in der sich nicht nur in den Entwicklungslabors viel getan hat. Contact ist trotz Krise gewachsen und beschäftigt mittlerweile fast 150 Mitarbeiter. Das Unternehmen sei dank seiner hohen Eigenkapitalquote sehr solide aufgestellt, sagte Geschäftsführer Karl-Heinz Zachries. „Ein Meilenstein war die Übernahme der Fast-Concept-Modelling-Lösung (FCM) von der Münchener ForceFive AG im letzten Jahr, die uns Zugang zu neuen Märkten und Kunden eröffnet hat.“ Die innovative Software für die Definition und Absicherung von Konzeptmodellen stieß auf dem User Meeting auf großes Interesse, wie die gut besuchten Vorträge bewiesen. Zudem hat Contact Gesellschaften in Italien und der Schweiz gegründet und baut seine Präsenz auf den Auslandsmärkten direkt oder über Partnerschaften weiter aus. Zum weltweiten Partnernetzwerk gehören führende Lösungsanbieter wie BETA CAE, IFS, PSIpenta oder Zuken. Außerdem hat der PLM-Hersteller seine Kooperationen mit universitären Einrichtungen durch das Contact University-Programm deutlich ausgebaut.

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Neues User Interface vereinfacht das Arbeiten

Entwicklungsleiter Frank Patz erläuterte den Teilnehmern die neue Software-Architektur und die Produkt-Roadmap für CIM Database (CDB) 10, die für Neukunden im vierten Quartal 2012 verfügbar sein wird. Die Architektur umfasst vier Ebenen:

die gemeinsame Technologieplattform,

Anwendungskonfigurationen wie etwa den PDM-Standard oder Project Office,

die einzelnen Anwendungsbausteine und schließlich

die kundenspezifischen Anpassungen.

Alle Komponenten hätten einen eigenen Lifecycle, was den Innovationsprozess für Produktneuerungen deutlich beschleunige, so Patz.

Für alle und vor allem für die Anwender sichtbar steht die neue Benutzeroberfläche im Mittelpunkt von Version 10. Aufbauend auf den weitreichenden neuen Möglichkeiten, die Web-Standards heute unterstützen, bildet das Look&Feel moderner Web-Oberflächen die Grundlage für zahlreiche neue Anwendungen. Ziel sei es, die Anwender direkt in ihre jeweilige Arbeitsumgebung zu führen, wie Patz sagte. Als Beispiel wurde das Cockpit für Projektmitglieder vorgestellt. Außerdem könnten solche Bausteine künftig auf iPads und anderen mobilen Endgeräten genutzt werden.

Für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in Entwicklungsprojekten bietet der Softwarehersteller mit CDB 10 erstmals das Collaboration Portal an. Marketingleiter Dr. Roland Drewinski erläuterte den Teilnehmern die Vorteile der neuen Portallösung, die die Vorteile von klassischem Datenaustausch mit der Nutzung einer gemeinsamen Datenbasis verbindet. Der Auftraggeber kann nun die Bearbeitung von Produktdaten prozessgesteuert verteilen und kontrollieren. Für Ingenieurbüros, Zulieferer und andere steht das Portal als Web-Anwendung und Datendrehscheibe zur Verfügung. Zusätzlich können diese für die lokale Bearbeitung Contacts Workspace Manager nutzen, so dass Änderungen und Ergebnisse (auch bei komplexen Daten) jederzeit einfach und sicher mit dem Auftraggeber synchronisiert werden können.

Aufbauend auf seiner Plattform entwickelt Contact auch neue Anwendungen, die den wachsenden Anforderungen der Kunden an das Product Lifecycle Management Rechnung tragen; beispielsweise für das Systems Engineering. Das neue Anforderungsmanagement unterstützt die Entwicklung komplexer mechatronischer Systeme durch leistungsfähige Funktionen, mit denen Anforderungs-, Funktions- und Produktstrukturen miteinander verknüpft und visualisiert werden können. Als weiteres Beispiel präsentierte Contact das Variantenmanagement: Anwender können nun Varianten zunächst ohne Materialbezug modellieren und Regeln für die Bauteilkombinationen definieren, um das Variabilitätsmodell dann prozessdurchgängig für Entwicklung und Fertigung individueller Produkte zu nutzen. Das Variantenmanagement ist wesentlicher Baustein der neuen Anwendungskonfiguration Virtual Product, die außerdem leistungsfähige Werkzeuge für das Konfigurationsmanagement, die Verwaltung von Produkt- und Verbauungsstrukturen sowie die 3D-Visualisierung enthält.

Eingerahmt wurden die Fachbeiträge durch prominente Keynotes: Dirk-W. Morche von der StreetScooter GmbH erläuterte den Teilnehmern die Herausforderungen bei der Entwicklung eines bezahlbaren Elektroautos, Prof. Rainer Stark vom Fraunhofer-IPK Berlin gab einen interessanten Überblick über die Zukunft der virtuellen Produktentwicklung und die Anforderungen, die sich daraus sowohl für die Anwender, als auch für die Hersteller von PLM-Lösungen ergeben. Contact-Geschäftsführer Karl-Heinz Zachries verabschiedete die Teilnehmer mit einer positiven Bilanz: „Wir können heute eine der leistungsfähigsten Plattformen überhaupt anbieten, um die steigenden Anforderung an Innovation, Engineering und Management mittelständischer und weltweit operierender Unternehmen zu erfüllen.“

Contact Software GmbH, Bremen Tel. 0421/20153-0, http://www.contact.de

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