Produktionssysteme

Regelkonform und profitabel mit PLM

Ein Hersteller von Netzwerktechnik organisiert seine Produktentwicklung mit Agile PLM von Oracle
Nicht nur Schnelligkeit – also das vielzitierte „Time to Market“ - ist für Hersteller heute überlebenswichtig. In der Hightech-Branche braucht es weitaus mehr, um am Markt zu bestehen: Innovation, Rentabilität und Wachstum. Einer der weltweiten Keyplayer im Bereich Netzwerktechnik ist das deutsche Unternehmen ADVA Optical Networking. Um die Ansprüche seiner Kunden sowie die Besonderheiten der Märkte in unterschiedlichen Ländern mit leistungsfähigen Produkten und dem wirtschaftlichen Erfolg auf einen Nenner zu bringen, setzt das Unternehmen auf eine umfassende PLM-Strategie. Basis hierfür ist eine PLM-Lösung von Oracle, in der eine Vielzahl von Rahmenbedingen und Prozessen für die Produktentwicklung abgebildet sind, die sämtliche Daten verwaltet und stets aktuelle Informationen für alle Abteilungen liefert.

Hightech-Unternehmen bewegen sich innerhalb von schwierigen Marktmechanismen. Es gilt hochwertige, leistungsstarke Produkte innerhalb kürzester Innovationszyklen zu wettbewerbsfähigen Preisen auf den Markt zu bringen. Dabei sind viele Regeln der weltweiten Märkte zu beachten, von der vollständigen Auflistung von Gefahrstoffen in Geräten und Bauteilen bis hin zu Entsorgungshinweisen. Unbedingt notwendig ist zudem eine reibungslose Integration ausgelagerter Entwicklungs-, Supply Chain- und Fertigungsressourcen mit den internen Prozessen. Unternehmen können Produktinnovationen nur beschleunigen und die Produktrentabilität signifikant verbessern, indem sie alle produktbezogenen Informationen, Prozesse und Entscheidungen über den gesamten Lebenszyklus der Produkte und für das gesamte globale Produktnetzwerk mit einer leistungsfähigen PLM-Lösung (Product Lifecycle Management) organisiert.

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Vor diesen Herausforderungen stand auch das deutsche Unternehmen ADVA Optical Networking, ein weltweiter Anbieter von Infrastruktur-Lösungen für Telekommunikationsnetze. Durch Software gesteuerte Optical-Ethernet-Übertragungstechnik schafft das Unternehmen die Grundlage für Hochgeschwindigkeitsnetze. Seit mehr als 18 Jahren liefert ADVA Optical Networking Hightech-Lösungen und hat sich dadurch als zuverlässiger Partner von über 250 Netzbetreibern und mehr als 10.000 Unternehmen in der ganzen Welt etabliert. Die Zentrale in Martinsried bei München ist mit Tochterunternehmen rund um den Globus vernetzt. Etwa 1.300 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen. Die Produkte werden weltweit verteilt an neun Entwicklungsstandorten entwickelt. Die Fertigung von komplexen und strategisch bedeutsamen Produkten erfolgt in Eigenfertigung, die Fertigung standardisierter Geräte erfolgt in Fremdvergabe.

Viele Anforderungen – ein System

Das rasante Wachstum des Unternehmens, gestiegene Marktanforderungen und immer kompliziertere gesetzliche Anforderungen machten die Einführung einer PLM-Lösung unausweichlich. Man entschied sich für Agile PLM von Oracle, die 2006 eingeführt wurde. „Die Anforderungen und Erwartungen waren eine echte Herausforderung“, erinnert sich Markus Schlesiger, Manager Business Systems PLM & ECM bei ADVA Optical Networking. „Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt kein PDM-System im Einsatz. Die Datenverwaltung sollte auf ein einheitliches System umgestellt werden, die Basis für eine verteilte Produktentwicklung gelegt, das Änderungsmanagement vereinfacht sowie Compliance- und Governance-Anforderungen für unsere Produkte organisiert werden.“ Die Aufgaben für das PLM-Projekt waren griffig formuliert: One tool, one process - Single version of the truth - Design anywhere - Build anywhere.

Man hat sich für Oracle Agile PLM entschieden, da mit dieser PLM-Lösung ein ganzheitliches System zur Verfügung steht, mit der alle Produktinformationen eines Unternehmens zentral verwaltet werden können. Alle Beteiligten erhalten in jeder Phase des Produktlebenszyklus sichere, rechtzeitige und korrekte Einblicke in und Zugriffsmöglichkeiten auf die Produktinformationen und damit verbundene Prozesse.

Ein weiteres Argument waren die Möglichkeiten zur Einhaltung regulatorischer Bestimmungen: Ohne PLM als Rückgrat ist die Verwaltung vorgeschriebener Dokumente und Prozesse in einem globalen Netzwerk, die Einhaltung unterschiedlicher Bestimmungen in verschiedenen Ländern und die konsistente Gestaltung dieser Dokumentation nur mit großem Aufwand und ohne sicheres Ergebnis möglich. Agile PLM ermöglicht hierfür die Einrichtung, Verwaltung und Dokumentation regelkonformer, effizienter und überprüfbarer PLM-Prozesse, die Geschäftsrisiken reduzieren und die Einhaltung regulatorischer Bestimmungen gewährleisten sollen. Hersteller wie ADVA Optical Networking sind beispielsweise mit der EU-Richtlinie 2011/65/EU zur Beschränkung der Verwendung bestimmter Risikostoffe in Elektro- und Elektronikgeräten, kurz RoHS (engl.: Restriction of the use of certain Hazardous Substances) konfrontiert. den Einsatz beziehungsweise die Wiederverwendung von Elektronikgeräten und –komponenten zu vereinfachen beziehungsweise die Verarbeitung gefährlicher Substanzen zu verbieten. Darunter fallen alle verbauten Werkstoffe sowie Substanzen, die beispielsweise beim Verlöten freigesetzt werden, aufgelistet werden.

Regelkonform produzieren

Agile PLM bietet genau für diese Anforderungen das Modul „Product Governance and Compliance“. Diese unterstützten den Anwender bei der Einhaltung von Produkt- und Programmbestimmungen gemäß den Branchenstandards sowie bei der Einhaltung ökologischer und regulatorischer Vorschriften. Mit Hilfe der Software können Unternehmen ihre Aktivitäten auf dem Gebiet Product Governance und Compliance von einem reaktiven, weitgehend manuellen System auf wiederholbare und überprüfbare Prozesse umstellen. Neben den RoHS-Anforderungen können beispielsweise auch die Vorschriften für Qualitätssysteme der Food and Drug Administration in den USA, die Norm 13485 der International Organization for Standardization oder die Umweltrichtlinien für elektrische und elektronische Altgeräte (Waste Electrical and Electronic Equipment, WEEE) organisiert werden. Ein verlässliches Vorgehen schützt hier Unternehmen vor Handelsverboten auf Märkten oder auch Regressforderungen.

Der Go-Live für die Einführung der PDM-Software, mit Datenmigration und Anbindung an das damalige ERP-System von Baan, erfolgte im Mai 2007. Weitere große Meilensteine waren der Roll-out des Systems für die USA Ende 2007 und die Ablösung von Baan durch SAP (in 2008), die ein neues Interface für Materialien, Stücklisten und Dokumente erforderlich machte. In den Jahren 2010/11 wurde das Product Cost Management Modul eingeführt, 2012 Product Governance und Compliance.

Gemeinsam arbeiten

Unterstützung für das Projekt holte sich ADVA Optical Networking auch vom Oracle-Partner Mahindra Satyam, der international Dienstleistleistungen für IT-Projekte anbietet. Mahindra begleitet das PLM-Projekt seit 2010. In dieser Zeit wurde die PLM-Lösung global für rund 400 interne Nutzer installiert sowie für neun externe Partnerunternehmen (vorwiegend Zulieferer) mit über 400 Arbeitsplätzen. Rund 60 Prozent der Anwender sind in der Produktentwicklung (R&D) tätig. Deshalb spielt das Thema „Collaboration“ eine tragende Rolle. Diese stehen nicht nur untereinander in Kontakt und tauschen Daten aus; auch Lieferanten beziehungsweise Entwicklungspartner und Fremdfertiger sind in das System eingebunden. Allen Berechtigten ermöglicht Agile PLM hierfür den Zugriff auf aktuelle Daten aus einer Quelle. Hierzu zählen beispielsweise Stücklisten, Spezifikationen, Zeichnungen, Dokumente, Änderungen und Verzeichnisse der genehmigten Zulieferer. Eine wichtige Rolle spielt für einen Anbieter von IT-Hardware die Preisgestaltung seiner Produkte. Neben den Personalkosten sind hier die Beschaffungskosten von Komponenten entscheidend. Hier gilt es, sowohl die Qualität als auch Preisstaffeln im Blick zu behalten: Wer zu früh, zu viel oder zu wenig ordert, kann den Markt nicht adäquat bedienen.

Produktkosten im Griff

Auch hier ist Agile PLM mit der Funktion „Product Cost Management“ behilflich. Denn damit lassen sich Produktkosten über den gesamten Produktlebenszyklus steuern und frühzeitig fundierte Beschaffungsentscheidungen treffen, indem die Produktkostendaten und -prozesse der Entwicklungs-, Beschaffungs-, Fertigungs- und Lieferantenebene synchronisiert werden. Zusätzlich lässt sich hiermit auch die Komplexität von Produkten kontrollieren. Was sich sehr technisch anhört, ist auch für Controller interessant, denn je weniger Teile oder Baugruppen ein Produkt enthält, desto günstiger ist es oft in der Beschaffung, der Fertigung, der Wartung und der Entsorgung. Ganz im Zeichen des Product Lifecycle Managements!

Stefan Graf
ADVA AG Optical Networking, Martinsried, Tel. 089/890665-0, http://www.advaoptical.com

Oracle Deutschland GmbH, München, Tel. 089/1430-0, http://www.oracle.com/plm

Mahindra Satyam, Wiesbaden, Tel. 0611/507310, http://www.mahindrasatyam.com

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