Produktionssysteme

Profitieren von der dritten Dimension

Virtual-Reality-Lösungen können Unternehmen helfen, viel Geld und Zeit zu sparen, indem sie frühzeitig Probleme geplanter Maschinen und Anlagen sichtbar machen. Vielseitig wie sie sind, können sie auch die Kommunikation mit Kunden erleichtern. Das inzwischen auch mittelständische Unternehmen von diesen Vorteilen profitieren können, zeigt das Bremer Systemhaus ci-base mit seinen speziell konfigurierten, schlüsselfertigen Lösungen.

Monika Corban, freie Mitarbeiterin, CAD-CAM REPORT


„Die Einsatzmöglichkeiten und der Nutzen von Virtual-Reality-Lösungen sind unwahrscheinlich vielfältig und längst auch in einem preislichen Bereich angekommen, der für mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer interessant ist“, ist Andreas Petersen überzeugt. Die immersiven Wände erlauben es Entwicklern, visuell in ein dreidimensionales 1:1-Modell ihrer geplanten Anlagen einzutauchen. So können sie Ablaufszenarien in Echtzeit darstellen und ihre Anlagen auf mögliche Planungsfehler kontrollieren. Die Einsparpotenziale gegenüber der Mängelsuche an Prototypen sind in punkto Zeit und Geld hoch. „Einstiegslösungen sind schon ab 80.000 Euro zu haben“, fährt der Geschäftsführer des Bremer Systemhauses ci-base fort. Dessen Spezialität ist es, VR-Anlagen speziell an die Bedürfnisse eines Kunden anzupassen und einsatzfertig zu installieren. Die Rundumpakete namens ci-solution 3D bestehen aus der Beratung durch ci-base, Software von IC.IDO (inzwischen als ESI Software Germany GmbH firmierend) und kundenindividuell konfigurierter Hardware, wobei Imsys Immersive Systems hier der Hauptlieferant ist.

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Dass sich diese Investition sehr schnell lohnen kann, hat Petersen schon mehrmals erlebt. „Ein Kunde war nach einem Test überzeugt, dass sich die VR-Anlage spätestens ab dem zweiten Projekt amortisiert haben würde“, berichtet er von einem Projekt. Als unglaublich interessant und lukrativ sieht er beispielsweise die Planung für Offshore-Windanlagen an. Ein Installationsschiff kostet pro Tag zwischen 180.000 und 250.000 Euro Miete. „Wenn dann bei nur einer Installation klar wird, dass etwa eine Hydraulikleitung zu kurz ist und auf hoher See angepasst werden muss, kostet das richtig Geld“, gibt der VR-Experte zu bedenken. Würde nur ein einziges solches Problem schon vorab erkannt, wäre das Geld für eine mittelgroße VR-Anlage schon längst wieder reingeholt. Dieses Beispiel zeigt, dass die Einsatzmöglichkeiten von VR-Anlagen weit über Engineering-Reviews hinausgehen. Auch Vertrieb, Service und Marketing können davon profitieren. Die 1:1-Darstellung auf großen Bildschirmen erleichtert die Kommunikation mit Kunden, besonders wenn diese nicht so geübt im Lesen technischer Zeichnungen sind. „Ein Unternehmer meinte nach einer Präsentation bei uns, die Anlage hätte ihm stundenlange Diskussionen mit einem Kunden erspart, warum seine gewünschte Lösung nicht funktioniere, weil das Problem in der Präsentation sofort sichtbar gewesen sei.“

VR-Anlage mit eigenen Daten ausprobieren

Petersens Hauptproblem, die Effizienz von VR-Anlagen zu belegen, ist die Geheimhaltung. „Wir sehen viele phantastische Anwendungen bei unseren Kunden, doch dürfen wir die Demodaten natürlich nicht benutzen“, beschreibt er sein Dilemma. Gerne schlägt er Interessenten daher vor, mit ihren eigenen Daten zu ci-base zu kommen und die dortige Anlage auszuprobieren. Aus Erfahrung weiß er, dass praktisch jeder dann sofort den Nutzen dieser Anlage erkennt. Bei der Anschaffung steht also nicht nur die Überlegung dahinter, dass so eine Anlage innovativ wirkt, sondern es geht immer um kaufmännische Aspekte. „Man kann damit Geld sparen“, betont Petersen.

Hat die erste Begegnung mit einer VR-Anlage überzeugt, bietet ci-base eine einwöchige Pilotinstallation vor Ort an. „Beim Autokauf macht man ja auch eine Probefahrt“, erläutert Petersen. Dadurch erhalten oft alle Mitarbeiter eines Unternehmens die Chance, die Anlage auszuprobieren. Sehr schnell wird dann klar, dass bei der nächsten Messe vielleicht ein kleinerer Stand ausreicht oder nur noch eine kleine Maschine mitgenommen werden muss. Das komplette Produkt-Portfolio kann einfach über die VR-Anlage präsentiert werden, denn die gibt es auf Wunsch auch mobil. Zudem kann Service-Personal an den immersiven Wänden geschult werden, in welcher Reihenfolge Komponenten aus- und eingebaut werden müssen. Diese Abläufe können auch als Film aufgezeichnet und dem Servicepersonal auf einem Handheld-Computer zur Verfügung gestellt werden.

Auf alle möglichen Nutzer einer VR-Anlage verteilt, seien die Investitionskosten gar nicht so hoch, betont Petersen. Alternativen berücksichtigen punktuelle Nutzungswünsche: Führt ein Unternehmen im Schnitt nur zehn Engineering-Reviews im Jahr durch oder möchte es eine derartige Anlage nur für eine Messe im Jahr nutzen, bietet ci-base auch Mietlösungen an.

3D-CAD, Laserscan und Menschmodell kombinieren

Eine weitere interessante Anwendung sieht der ci-base-Chef in der Mischdatenverarbeitung. Maschinen- und Anlagenbauer stehen häufig vor dem Problem, dass eine neue Maschine in einer alten Halle aufgestellt werden soll. Meist liegen von dieser keine aktuellen Zeichnungen vor, vielleicht steht sie sogar unter Denkmalschutz. Als Ausweg bietet ci-base hier in Zusammenarbeit mit einem Vermessungsbüro an, die Halle mit 3D-Laserscannern zu vermessen. Nun kann mit Hilfe der VR-Lösung vorher überprüft werden, ob die Maschine in die Halle passt und wie sie dort per Kranbahn hingebracht werden kann. Schließlich erlaubt die Integration eines Menschmodells festzustellen, ob die Monteure genügend Platz haben werden, ihre Arbeit auszuführen. Klappt das auch noch, wenn der Installateur 1,90 statt 1,70 m groß ist, oder muss eventuell in der Bedienungsanleitung stehen, dass er maximal 1,80 m groß sein darf? „Durch die 1:1-Darstellung und die Stereoprojektion, die ein Gefühl für Räumlichkeiten und Entfernungen vermittelt, kann ich wirklich sehen, ob das ganze passt und funktioniert“, sagt Petersen. Kollisionen ließen sich zwar im 3D-CAD berechnen. Füge man aber ein Menschmodel hinzu, sehe es manchmal wieder anders aus.

ci-base Software GmbH, Bremen Tel. 0421/4603777-0, http://www.ci-base.de

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