Produktentwicklung

Meyer Werft setzt auf Catia V6

Die Meyer Werft startet ab Januar 2016 mit der Einführung des 3D-CAD-Systems Catia V6 von Dassault Systèmes und wird die Vorgängerversion in absehbarer Zeit ablösen.

Die Einführung geht einher mit der jüngsten Entscheidung zum Bau eines neuen Technologie- und Entwicklungszentrums, in dem große Teile der Entwicklungs- und Konstruktionsarbeiten der Werft gebündelt werden. Rund 500 Konstrukteure und Ingenieure sind in den Konstruktionsbüros der Werft tätig, um jedes Jahr einen Prototypen eines Kreuzfahrtschiffs zu gestalten.

Im Vergleich zu anderen Industrien ist der Bau von Kreuzfahrtschiffen eine besonders komplexe Aufgabe. Weit mehr als 10 Millionen Einzelteile und Bauteilgruppen sind für ein Kreuzfahrtschiff von der Werft zu verarbeiten. Im Vergleich dazu: Bei einem Airbus A 380 sind es rund eine Millon Teile und bei einem PKW etwa 10.000 Bauteile.

Die Entwicklung und Konstruktion von Kreuzfahrtschiffen zählt zu den anspruchsvollsten Herausforderungen für die Anbieter technischer Software. Die Meyer Werft ist bereits seit vielen Jahren exklusiver Entwicklungspartner von Dassault Systèmes in der globalen Schiffbauindustrie. Die beiden Unternehmen haben bereits auf der Cebit 2010 den Startschuss für die Entwicklung der neuen Software gegeben. Jetzt nach fast fünf Jahren intensiver Entwicklungs- und Testzeit wird sie in die IT-Landschaft der Werften integriert. „Dass wir jetzt starten können, das neue System einzuführen, ist ein ganz wichtiger Schritt in unserer Digitalisierungsstrategie, mit der wir die Grundlagen für die konkrete Umsetzung von Industrie 4.0 im Schiffbau geschaffen haben“, so Dr. Jan Meyer, Geschäftsführer der Meyer Werft. Insgesamt belaufen sich die Investitionen in diesem Projekt auf mehr als 30 Millionen Euro. Mit der neuen Lösung wird der gesamte Produktlebenszyklus vom Bau über den Betrieb bis zur Außerdienststellung des Schiffes Jahrzehnte später beobachtet und organisiert.

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Mit dieser Software der nächsten Generation, die die Konstruktion und den Bau ihrer Schiffe noch effizienter machen soll, möchte die Werft ihre Innovationsfähigkeit weiter steigern und ihren Kunden einen noch besseren und frühzeitigen Einblick in das virtuelle Schiff geben.

In Papenburg entwickeln, konstruieren und bauen derzeit mehr als 3.300 eigene Mitarbeiter und weitere 2.000 Partnerfirmen jährlich zwei Kreuzfahrtschiffe. ln Rostock fertigen rund 500 Mitarbeiter zusammen mit ihren Partnerfirmen Flusskreuzfahrtschiffe, Gastanker und Fähren und die je etwa 120 m langen Maschinenraummodule für die Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft. Bei Meyer Turku in Finnland arbeiten derzeit rund 1.400 Mitarbeiter und viele Partnerfirmen an neuen Kreuzfahrtschiffen und Fähren.

Stefan Graf

Dassault Systèmes, Stuttgart, Tel. 0711/273000, www.3ds.com/de

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