Produktionssysteme

Auch das Engineering wird mobil

Die Mitglieder des Sendler\Circle IT-Forums rechnen in den nächsten Jahren mit einer deutlich stärkeren Nutzung von Engineering-Apps auf mobilen Endgeräten – überwiegend aber einer konsumtiven Nutzung, sprich zum Lesen und Anschauen. Allerdings sieht man noch erheblichen Bedarf hinsichtlich der Sicherheit und Leistung. Diskutiert wird zudem, welche Rolle dabei das Cloud Computing spielen wird.

Nach Angaben der Interessengemeinschaft Sendler\Circle IT-Forum gehen die daran beteiligten Anbieter von Software und Service für die industrielle Produktentwicklung einhellig davon aus, dass sich die Nutzung mobiler Endgeräte im Umfeld des Engineerings noch verstärken wird. Bereits jetzt gebe es von fünf der beteiligten Anbieter – Autodesk, Dassault Systèmes, Eplan, Procad und Siemens – so genannte Apps, die in der Regel auf Apples iPhone und/oder iPad laufen, einige demnächst auch auf Geräten anderer Hersteller unter Android. In der Mehrzahl gehen die Mitglieder allerdings davon aus, dass sich mobile Endgeräte eher zur konsumtiven Nutzung eignen, also zum Lesen und Anschauen. Dabei geht es sowohl um Geometriedaten, also Zeichnungen und 3D-Modelle, als auch um den Zugriff auf beliebige Arten von Produktdaten, etwa aus PDM-Lösungen. Einige Anbieter sehen auch für kreative Aufgaben wachsende Möglichkeiten, insbesondere auf dem iPad und anderen etwas größeren Geräten.

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Da die Anwender im PLM-Umfeld insgesamt eher zu einem vorsichtigen Umgang mit solchen Werkzeugen neigen, identifizieren sowohl Anbieter als auch die Systemintegratoren hier noch einen erheblichen Bedarf hinsichtlich zusätzlicher Sicherheit und Leistung. Klar sei aber bereits jetzt, so die Interessengemeinschaft, dass die technischen Möglichkeiten zur Nutzung von Engineering-Daten auf mobilen Geräten vorhanden sind. Etliche Applikationen belegten auch, dass die Verfügbarkeit von den Kunden geschätzt und genutzt werde. Die Abfrage von PDM-Daten aus Entwicklung oder Änderungsdienst in der Fabrikhalle oder im Flugzeughangar ohne Netzanschluss; das Finden und Bestellen der richtigen Ersatzteile über das Internet; die Auswahl von Produktalternativen über die Hersteller-Homepage – die Möglichkeiten scheinen schier unbegrenzt. Sie bringen nicht nur eine Erleichterung der Ingenieurstätigkeiten, sie vereinfachen auch den Kundenkontakt und helfen bei der Kommunikation in Vertrieb, Einkauf und Service.

Aktivere Rolle bei der Debatte ums Cloud Computing

Beim Cloud Computing ist das Meinungsbild der Branche dagegen weniger klar. Ein Hemmnis dabei: Es gibt im Markt noch keine Klarheit über die Begrifflichkeit. Ist Cloud Computing gleichzusetzen mit dem früheren Ansatz des Application Service Providings (ASP) oder anderen Versuchen, Softwareapplikationen über die Nutzung zu lizenzieren? Gibt es eine ‚Private Cloud‘, also eine Applikation, die innerhalb der Firewall eines Unternehmens implementiert und genutzt wird? Hier wollen die Anbieter aktiv in die Debatte eingreifen, zumal die Fragen der Sicherheit auf diesem Feld eine noch größere Rolle spielen, als bei der Nutzung mobiler Endgeräte.

Aus dem Kreis der Mitglieder existieren bereits einige Angebote in der Cloud. So bietet Procad das System Proom für den Austausch großer Datenmengen beispielsweise in Entwicklungsprojekten, Dassault hat ein Produkt angekündigt, Autodesk bietet vor allem für die Nutzung von Rechnerleistung zur Simulation und Visualisierung Möglichkeiten in der Cloud, Eplan ist schon seit einiger Zeit mit dem Data Portal auf dem Markt (über das Kunden die Daten von mehr als 35 Anbietern online herunterladen können) und SAP testet mit seinen Kunden die Nutzung auf verschiedenen Ebenen, allerdings noch nicht im Bereich PLM. -co-

Sendler\Circle, München Tel. 089/5682066-0, http://www.sendlercircle.com

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