Produktionssysteme

PLM-Lösung als Compliance-Garant


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aut einer aktuellen Studie von IDC* gewinnen im Lebensmittel- und Non-Food-Einzelhandel Themen wie Produktqualität, Produktsicherheit, Rückverfolgbarkeit bis auf Zutatenebene und Zusammenarbeit mit Lieferanten immer mehr an Bedeutung. Der Grund dafür heißt Compliance. Handelsunternehmen, die ihre Produkte auf regulierten Märkten anbieten – und das sind alle wichtigen Märkte wie etwa die EU und die USA – müssen produktspezifische Gesetze, Normen und Richtlinien einhalten. Spezielle PLM-Lösungen unterstützen können hier auf effiziente Weise die Einhaltung von Compliance-Anforderungen unterstützen.

Jeder Markt hat seine eigenen Regeln. Im Falle von Kosmetik beispielsweise sind in der EU vor allem Regulierungen durch das Europäische Parlament und den Europäischen Rat von Herstellern zu beachten. Hierzu zählen unter anderem die Reach-Regulierung (Registration, Evaluation, Authorization and Restriction of Chemical Substances) Nr. 1907/2006, die Regulierung Nr. 1223/2009 zu kosmetischen Produkten und die Direktive 2001/95 zur generellen Produktsicherheit für Non-Food-Produkte. Die Europäische Union hatte zudem beschlossen, das von den Vereinten Nationen fertig gestellte „Global Harmonisierte System“ GHS zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien zu übernehmen. Hierzu verabschiedete das Europäische Parlament die Verordnung 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, kurz CLP (Classification, Labelling and Packaging).

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Die gesetzlichen Vorschriften fordern unter anderem, dass die Unternehmen eine revisionssichere Aufzeichnung der Produktentwicklung und -historie sowie aller elektronischen Dokumente und Signature vorhalten. Die Einhaltung dieser Regulierungsvorschriften, die als Compliance bezeichnet werden, gilt es sicherzustellen und nachzuweisen. Compliance erfordert daher ein Höchstmaß an Nachverfolgbarkeit und Transparenz in allen Prozessen. Dies setzt voraus, dass alle Prozesse klar definiert sind, so dass sich im Bedarfsfall alle erforderlichen Informationen lückenlos abfragen lassen. Die sorgfältige Einhaltung von Vorschriften ist dabei bereits in der Produktentwicklungsphase entscheidend. Durch die konsequente Berücksichtigung der regulativen Anforderungen können Hersteller gewährleisten, dass die fertigen Produkte genauso in die Regale kommen, wie es die Regelwerke fordern.

Eine Basis für das Compliance-Management

Aktuelle PLM-Lösungen unterstützen Unternehmen bereits bei der Verwaltung und Kontrolle von Produktdaten während des gesamten Lebenszyklus. Der Weg zur Compliance ist daher nicht mehr weit. Die Aberdeen Group hat in einem Expertisebericht bereits 2006 aufgezeigt, wie PLM-Lösungen verstärkt für Compliance-Zwecke herangezogen werden können und definiert, was dazu nötig ist: Informationen über die Anforderungen der Behörden in verschiedenen Ländern, regelmäßige Checks während des Entwicklungsprozesses, Dokumentenmanagement, Dokumentation in verschiedenen Sprachen und Formaten, exakte Lieferantendaten, Daten zur Produktkonfiguration und eine Übersicht zu den Compliance-Vorgaben im gesamten Produktentwicklungsprozess. PLM-Lösungen eignen sich somit laut Aberdeen ideal für langfristiges Compliance-Management. Entscheidend ist dabei, dass sie als single source of the truth stets die allein gültigen Informationen zum aktuellen Stand des Produktlebenszyklus liefern.

Genau diese Compliance-relevante Funktionalität bieten PLM-Lösungen wie Private Label PLM von Trace One, indem sie eine Collaborative-Plattform für alle am Produktlebenszyklus Beteiligten bereitstellen. Zu den ebenso Compliance-relevanten Komponenten im Bereich der Produktqualität und Produktsicherheit zählt unter anderem eine Datenbank für die Produktspezifikation. Hier erfolgen die detaillierte Auflistung der Produktzutaten und die Protokollierung von Änderungen im Produktionsprozess. In einem kollaborativen Prozess werden sämtliche produktrelevante Daten und Rezepturen detailliert dargestellt und verwaltet. Alle eingesetzten Rohmaterialien werden auch von allen Vorlieferanten detailliert spezifiziert und innerhalb der Supply Chain automatisch gemanagt, damit sichergestellt wird, dass immer die korrekten Daten aller Produkte sämtlicher Kategorien im System abgebildet werden. Die im Verlauf der Produktentstehung Compliance-geprüften Daten wiederum lassen sich in den Trace One Packaging Manager, eine Cloud-basierte Collaborative-Lösung für Verpackungsdesign, exportieren. Dadurch ist eine durchgehende Zusammenarbeit im Entwicklungsprozess gegeben, was der entscheidende Vorteil

einer vollständig integrierten PLM-Plattform ist, wie sie Trace One offeriert. Die Produkte können auch bereits im Voraus an demnächst gültige neue Vorschriften angepasst werden, damit Compliance-Änderungen keine hohen Kosten während des Übergangszeitraums verursachen. So löst beispielsweise zum 11. Juli 2013 die neue EU-Kosmetikverordnung 1223/2009 die EG-Kosmetik-Richtlinie 76/768 (2) ab. Große internationale Handelsunternehmen nutzen bereits die Produkte von Trace One für das Compliance-Management ihrer Non-Food-Produkte im Kosmetik- und Lebensmittelbereich. Handelsfirmen und Hersteller, die mithilfe von PLM-Lösungen eine lückenlose Compliance gewährleisten, profitieren so in mehrfacher Hinsicht. -sg-



Matthias Hopmann, Düsseldorf


Quellennachweise:

*IDC, IDC Retail Insights, Retail IT Infrastructure: Vendor Assessment. Traceability and Compliance for the Grocery Product Life Cycle, 2013

**Aberdeen Group, Leveraging PLM for sustainable Environmental Compliance, 2006


Trace One, Düsseldorf, Tel. 0211/3003430, http://www.traceone.com

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