Product Lifecycle Management

PLM für Schwergewichte

Für ein global agierendes Familienunternehmen mit komplexen Produkten ist es im internationalen Wettbewerb entscheidend, die Kundenanforderungen optimal zu erfüllen. Um dies zu erreichen, müssen die Prozesse in der Produktentwicklung ständig verbessert werden. Hierfür eignet sich eine flexibel anpassbare PLM-Plattform. Dies erkannten auch die Verantwortlichen der F.X. Meiller GmbH & Co. KG, einem Hersteller von Kippaufbauten für LKW und Baufahrzeuge, und entschlossen sich zu handeln: Ein modernes web-basiertes PLM-System sollte bei Meiller die Abläufe an den Arbeitsplätzen beschleunigen und helfen, die weltweiten Prozesse bei der Produktentwicklung zu optimieren.

Eine PLM-Lösung gilt als wichtiges Instrument, um Geschäftsprozesse rund den Lebenszyklus komplexer Produkte zu unterstützen. Dies trifft insbesondere auf die Fahrzeugindustrie zu: Eine PLM-Plattform, auf die Mitarbeiter weltweit Zugriff haben, ermöglicht ein harmonisches Zusammenspiel von Entwicklern aus Software, Elektronik und Mechanik. Die Vorteile einer solchen Lösung sind beispielsweise schlanke Prozesse, verringerte Fehlerquoten, eine verbesserte Zusammenarbeit der Entwicklungs- und Produktionsstandorte sowie die Anbindung von Lieferanten und Partnern.

Im Jahr 1850 gegründet, ist die Meiller GmbH & Co KG heute ein weltweit agierender Hersteller von LKW-Kippsystemen für die Bauindustrie und das Abfallmanagement. Bei Spezialfahrzeugen dieser Art müssen die Kippsysteme optimal auf die Fahrgestelle abgestimmt sein. Um das Zusammenspiel der einzelnen Bauteile zu verbessern, entwickelt Meiller seine Fahrzeugteile als Systemlösung in enger Zusammenarbeit mit den LKW-Herstellern. Hierbei müssen umfangreiche CAD- und Logistik-Dateien schnell und korrekt übertragen werden. So werden kurze Antwortzeiten ermöglicht, die Meiller als führenden Zulieferer für Spezialfahrzeuge auszeichnen.

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Produktions- und Lieferprozesse optimieren

Um mit den wachsenden Kundenanforderungen Schritt zu halten, arbeitet der Spezialzulieferer kontinuierlich an der Optimierung seiner Produktions- und Lieferprozesse. Daraus entstand die Anforderung, die bestehende PLM-Umgebung zu modernisieren. Meiller verwendete seit mehreren Jahren ein Unix-basierendes PLM-System, das drei Server mit 14 Prozessoren und 50 Gigabyte an Hauptspeicher benötigt. Die Wartung dieser Systemumgebung war entsprechend aufwändig und kostenintensiv.

Zwar war das System in der Lage, die umfangreiche Bibliothek an Catia V5 CAD-Daten zu verarbeiten, jedoch beeinträchtigten der hohe Ressourcenverbrauch und die Komplexität im Betrieb die Gesamtleistung des Systems. Darüber hinaus unterstützte die bestehende Lösung kaum Funktionen zur Prozessautomatisierung, die für eine globale Entwicklungsumgebung zunehmend nötig gewesen wären.

Kontinuierlicher Erfolg erfordert eine moderne PLM-Lösung

Die PLM-Verantwortlichen bei Meiller suchten daher nach einer Lösung, um die Leistung der PLM-Umgebung zu verbessern und Kosten für den Systembetrieb zu reduzieren. Darüber hinaus benötigte der Zulieferer zusätzliche Funktionen, um die Prozesse der weltweiten Produktentwicklung stärker zu optimieren. Auf dem Weg zur Modernisierung sollte das bestehende Unix-basierende PLM-System abgelöst und durch eine auf Microsoft-Technologien basierende Architektur ersetzt werden.

Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister T-Systems führte Meiller eine umfangreiche Marktanalyse über die derzeit verfügbaren PLM-Lösungen durch und verglich die Performance erster Prototypen. Die PLM-Plattform Aras Innovator konnte hier durch die hohe Leistungsfähigkeit während der Benchmarks überzeugen. Darüber hinaus bietet die Lösung von Aras einen hohen Funktionsumfang, eine web-basierte Architektur und benötigt weniger Ressourcen als vergleichbare Systeme. Somit lässt sich die Anwendung beispielsweise kosteneffizienter als andere PLM-Lösungen betreiben.

Kurze Implementierungsphase

Nachdem die Entscheidung zugunsten von Aras getroffen war, realisierte Meiller mit Unterstützung von T-Systems innerhalb von nur sechs Monaten die Migration, Implementierung und Integration der neuen PLM-Plattform. Durch die Implementierung der Aras-Plattform sowie einer web-basierten Windows Server-Umgebung konnte die Anzahl der benötigten Systeme erheblich reduziert werden. Anstelle von drei Servern und 14 Prozessoren läuft die neue PLM-Lösung auf nur noch einem Server mit vier Prozessoren. Das gesamte System ist mit seinen schlanken Strukturen leistungsfähiger, höher skalierbar und bedienungsfreundlicher geworden.

Im Rahmen der Implementierung war auch die CAD-Anwendung Catia V5 zu integrieren. Hierbei wurden 2,8 Millionen Datensätze von dem Altsystem in die Aras-Plattform übertragen. Darunter waren 350.000 Catia-Dokumente mit 2D- und 3D-Daten, die ein Volumen von 650 Gigabyte umfassten. Durch die Datenmigration verkleinerte sich die Datenbank von 32 Gigabyte auf nur noch sieben Gigabyte. Der Bedarf an Arbeitsspeicher verringerte sich von 50 auf 20 Gigabyte und die Geschwindigkeit des Systems erhöhte sich spürbar.

Nach Abschluss der CAD-Integration durch T-Systems, konnte Meiller dank der einfachen Bedienbarkeit der Aras-Plattform zahlreiche weitere Aufgaben eigenständig übernehmen. Dadurch verringerten sich die Projektkosten für Meiller erheblich. Die Experten bei Meiller entwickelten Abläufe für die Entwicklung und den Support, führten die SAP-Integration durch, aktualisierten Konventionen für Namensgebung und Nummerierung, definierten Schlüsselprozesse und führten eine Testphase zur Überprüfung des gesamten Systems durch.

Für Meiller war der Geschwindigkeitsgewinn eine der wichtigsten Kennzahlen, um den Projekterfolg zu messen. Daher wurden mit dem neuen System zahlreiche Szenarien getestet. Hohe Priorität hatte das Laden von großen Baugruppen mit über 1.000 CAD-Objekten in den Design-Modus des CAD-Systems. Zum Testen wurden sechs Baugruppen verwendet, die ein CAD-Datenvolumen von 50 bis 450 Megabyte umfassten. Im Vergleich zum Altsystem war Aras Innovator bei der Verarbeitung größter Baugruppen zwischen 41 und 81 Prozent schneller.

Produktentwicklungszyklen verkürzen und Wartungskosten senken

Meiller hat das bisherige PLM-System mit seiner Unix/AIX-Infrastruktur vollständig abgelöst. Die neue Aras-Plattform verwendet ausschließlich Microsoft-Technologien und arbeitet mit Windows- und SQL-Servern. Mit der Umstellung hat das Unternehmen eine leistungsfähige PLM-Systemlandschaft geschaffen, die weltweit für eine schnellere und qualitativ höherwertige Produktentwicklung sorgt. Gleichzeitig konnte Meiller die Wartungskosten für das PLM-System senken und verfügt nun über eine schlanke PLM-Infrastruktur, die selbständig und individuell auf die Kundenbedürfnisse angepasst werden kann und so agiler in einem hart umkämpften Markt einsetzbar ist. -sg-

Kai-Uwe Wahl, freier Journalist, Frankfurt/Main

Aras Software, CH-Solothurn, Tel. 0041/32/6361106, http://www.aras.com

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