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Produktionssysteme

Mehr als nur eine Idee

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ine brilliante Idee steckt hinter vielen Produkten – aber die Idee allein hätte für deren Entwicklung nicht ausgereicht. Viele kleine Inputs und Stimuli führen erst zu einem marktfähigen Produkt. In den Entwicklungsprozessen steckt deshalb Potenzial, das sich mit Hilfe sogenannter Open-Innovation-Plattformen wie Induct heben lässt – indem Erfahrungswissen aller Mitarbeiter sowie externer Partner systematisch einbezogen wird. Gerade technologie- und entwicklungsgetriebene Unternehmen können von dieser Vernetzung gute Ergebnisse erwarten.

Kerstin Wiktor, Philipp Wagner; Project Engineers Innovation Management; Pumacy Technologies


Die Öffnung von Innovations- oder Produktentwicklungsprozessen für das Wissen und die Expertise von unbeteiligten Personen innerhalb und außerhalb des Unternehmens verspricht enorme Vorteile bei den Entwicklungsbemühungen von Unternehmen. So ist es bereits gelebte Praxis, dass Firmen externe Partner in bestimmte Aktivitäten einbeziehen. In der Automobilindustrie ist es alltäglich, dass Lieferanten in Prozesse der Komponentenentwicklung integriert werden.

Das Neue am Open-Innovation-Ansatz ist jedoch der Umfang, die Intensität und die Art und Weise, wie Unternehmen externe Partner und deren Wissen und Erfahrungen nutzen. Vor allem aber basiert das Konzept der Open Innovation darauf, dass interessantes und relevantes Wissen oder sogar Lösungsansätze bereits vorhanden sind, die jeweiligen Personen oder Quellen jedoch zu häufig unbeachtet bleiben. Dies gilt besonders für firmenexterne Quellen, aber natürlich auch für Mitarbeiter des eigenen Unternehmens. Durch die Definition bestimmter Aufgabenbereiche und -inhalte bleiben sie unberücksichtigt, obwohl sie trotz oder gerade wegen ihrer fachfremden Expertise wichtige Beiträge liefern können.

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Innovation als Ergebnis vieler kleiner Inputs und Stimuli

Häufig ist Innovation nicht nur auf eine brillante Idee zurückzuführen, sondern Ergebnis vieler kleiner Inputs und Stimuli. Hier versteckt sich ein enormes Potenzial zur Verbesserung der Lösungsfindung in Entwicklungsprozessen. Durch die Öffnung für Kollaboration kann dieses für die Lösungsfindung genutzt werden. Dabei kann der Öffnungsprozess in drei Stufen erfolgen:

Interne Innovation Community: Ausweiten des Teilnehmerkreises auf alle (oder ausgesuchte) entwicklungsfremde Mitarbeiter

Externe Innovation Community: Einbezug ausgesuchter externer Partner in spezifische Prozessschritte und Aufgaben

Globale Innovation Community: Uneingeschränkte externe Ausweitung des Kreises über extern bestehende Plattformen

Open Innovation zielt auf die systematische Einbeziehung vieler und vielfältiger interner sowie externer Ideen- und Wissensquellen ab. Damit stehen den Unternehmen und den einzelnen Mitarbeitern weit mehr Informationen zur Problemlösung zur Verfügung. Das wirkt sich sowohl positiv auf die Qualität der zu findenden Lösungen als auch auf Entwicklungszeit und -risiko aus. Wenn Externe bereits Lösungen für ähnliche Fragen haben oder zumindest Hilfestellung geben können, sind die eigenen Trial-and-error-Prozesse kürzer und das Risiko sinkt, mit der eigenen Entwicklung in die falsche Richtung zu laufen.

Solche Entwicklungsprozesse erfordern eine Plattform, mit der einzelne prozessbasierte Arbeitsschritte und die Kollaboration organisiert und nachvollziehbar werden. Konzipiert als ‚Software-as-a-Service-Plattform‘, umfasst die Induct Innovation Community, eine Software der norwegischen Firma Induct Software AS, unter anderem Funktionalitäten zur

Modellierung und Einbeziehung bestehender firmenspezifischer Innovations- oder Entwicklungsprozesse,

Rückverfolgung von der Idee zur Implementierung,

Erstellung von Analysen, Statistiken, Berichten und Diagrammen zu Performancemessung,

Ideenbewertung und Entscheidungsfindung sowie Controlling und Reporting (etwa Ideenportfolios),

Etablierung von Belohnungssystemen für eingereichte Ideen,

mehrstufigen Zugriffskontrolle,

automatisierten E-Mail-Benachrichtigung,

Integration von Blogs, Diskussionsforen und Wikis (Software, die das gemeinschaftliche Arbeiten an Projekten ermöglicht) sowie

Bereitstellung von Videos, Zeichnungen und anderen Dokumenten in Echtzeit.

Induct bietet die Möglichkeit zur gemeinsamen Arbeit an Fragestellungen aus dem technischen Entwicklungsgeschehen – weltweit, in Echtzeit und mit der Möglichkeit, externe Partner einzubeziehen. Dem individuellen Entwickler eines Reifenherstellers bietet Induct zum Beispiel die Möglichkeit, aktuelle Fragestellungen zur Materialzusammensetzung ohne großen Aufwand auszuweiten und auf der Plattform zu publizieren. So können gleichzeitig Ingenieure sowie Experten aus Forschung, Chemieindustrie, Zertifizierungsstellen, Automobilindustrie und dem Patentwesen effizient zur Lösung beitragen.

Output über die ursprüngliche Fragestellung hinaus

Durch die Diversität der an der Lösung Beteiligten kann sogar Output über die ursprüngliche Aufgabenstellung hinaus generiert werden. Dabei ist Induct frei skalierbar, browser- und systemunabhängig. Zusätzliche Hard- und Software oder Updates sind nicht notwendig. Alles ist online verfügbar. Nutzer müssen sich nur registrieren und können sofort starten. Über eine mobile Applikation kann auch mit Smartphones auf Induct zugegriffen werden. Für Kunden im deutschsprachigen Raum ist Pumacy Technologies AG, ein strategischer Partner der Induct Software AS, Anbieter der Open Innovation Plattform Induct. Bisherige Anwendungsbeispiele in der Gesundheitsbranche in Skandinavien belegen das Potenzial, welches eine interne und externe Vernetzung birgt: Dank Induct ist es etwa einer Krankenschwester für Anästhesie vom Krankenhaus Aalborg (Dänemark) gelungen, auf eine Idee von ihr aufmerksam zu machen. So konnte sie den Entscheidern des Innovationsmanagementgremiums im Krankenhaus sowie Experten und Entwicklern ihren Schnuller zur Sauerstoffversorgung von Säuglingen und Kleinkindern vorstellen. Durch die von diesen eingebrachten Verbesserungsvorschläge konnte die Idee weiter optimiert werden. Per Induct wurde die Zusammenarbeit aller am Projekt beteiligten Organisationen, Experten, Wissenschaftler und Entwickler ermöglicht und unterstützt. Das war entscheidend für die Entwicklung des Sauerstoffschnullers, der nun zum Patent angemeldet wurde.

Pumacy Technologies AG, Berlin Tel. 030/2216128-0, http://www.pumacy.de

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