PLM-Technologie

Konstruktion und Fertigung gut verbunden

Product Lifecycle Management (PLM) hat sich zum strategischen Instrument in Fertigungsunternehmen entwickelt. Eingebunden in unternehmerische Prozesse übernehmen PLM-Systeme eine wichtige Rolle in der Produktentwicklung und -innovation. Sie beschleunigen die Marktreife von Produkten und reduzieren Kosten durch unternehmensweite Transparenz und Konsistenz der Innovationsprozesse beziehungsweise -daten und stellen sicher, dass Probleme frühzeitig erkannt und gelöst werden. Eine enge Verzahnung mit dem ERP-Software birgt viele Vorteile.

Ein Report des amerikanischen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens Tech-Clarity zeigt, dass führende Unternehmen der Fertigungsindustrie stärker als andere auf erweiterte PLM-Prozesse setzen, die über die technische Definition von Produkten hinausgehen und das Kosten- und Qualitätsmanagement berücksichtigen. Sie nutzen ihr PLM-System gemeinsam mit mehr Abteilungen und Geschäftspartner. Die Kernfunktionen von PDM (Product Data Management) werden stärker genutzt und enger mit dem PLM integriert. Und sie vernetzen ihr PLM-System häufiger mit anderen Unternehmenssystemen und Anwendungen in der Konstruktion. Kurz gesagt: Die zentrale Anforderung an ein modernes PLM ist eine übergreifende Integration – von der Produktentwicklung über die Fertigung bis zum After-Sales-Service.

Für diese Anforderungen verfolgt der ERP-Anbieter Epicor den Ansatz eines „Collaborative PLM“: Es verbindet das CAD- und PDM-System mit einem technischen Dokumenten-Management-System (DMStec) zu einem PLM, das auf Zusammenarbeit abgestimmt und vollständig im ERP integriert ist.

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Damit adressiert Epicor auch typische Probleme im PLM: Unklares Versions-Management der Konstruktionsdaten, unzureichende Workflows, Fertigung falscher Teile aufgrund falscher Zeichnungen oder veraltete Spezifikation im ERP-System. Hinzu kommt, dass heute in vielen Unternehmen die Teams für Produktentwicklung und Konstruktion über unterschiedliche Standorte verteilt sind.

Daten immer im Zugriff
Daher ist mit Epicor Collaborative PLM insbesondere das Ziel verbunden, den schnellen und konsistenten Zugriff auf (CAD)-Daten auch von entfernten Standorten zu gewährleisten über eine Infrastruktur, die überall die gleichen Arbeitsbedingungen bietet, selbst bei eingeschränkten Übertragungsbandbreiten. So können mithilfe einer automatischen Synchronisation lokaler Datenbanken Kollegen in unterschiedlichen Zeitzonen über kontinentale Grenzen hinweg in Echtzeit an den gleichen Dokumenten mit den gleichen Daten arbeiten. Ein Daten-Backup mit automatisierter Replikation von Server-Datenbanken ermöglicht ein kontinuierliches Arbeiten.

Product Data Backbone
Die Grundlage für das Collaborative PLM ist der Ansatz eines Product Data Backbone. Es ermöglicht, alle produktrelevanten Daten und Dokumente in einer einzigen elektronischen Akte zu speichern, abzurufen, zu verwalten und zu steuern – von Anfang bis Ende eines Produktlebenszyklus. Auf dieser Basis setzen PLM-Prozesse auf wie beispielsweise automatisiertes Engineering Change Management oder Arbeitspläne für die Fertigung.

Phase 1: Integration von CAD und PDM
Ein Product Data Backbone wird in zwei Phasen realisiert – je nach individuellen Prioritäten. In einer Phase geht es um die Implementierung des CAD- und PDM-Systems. Dies ist entscheidend, um Daten zu Produktlebenszyklen unternehmensübergreifend zu verwalten und zu steuern. In den meisten Fertigungsunternehmen bilden Teilestammdaten, Stücklisten und technische Zeichnungen das Backbone des PLM. Sie werden in der Produktion eingesetzt und später für Wartung und Services. Einmal implementiert können diese Informationen dank der zentralen Datenbasis automatisch und sicher von der Produktentwicklung, die das PLM-System nutzt, zur Fertigung, die vor allem auf das ERP-System setzt, übergeben werden.

Dies ermöglicht es insbesondere, für ähnliche Produkte oder Projekte Zeichnungen, Stücklisten und Produktbeschreibungen wieder zu verwenden und dabei kostenintensive Doppelarbeit beim Design von Teilen und Komponenten zu vermeiden sowie Administrationsaufwand und Durchlaufzeiten in der Entwicklung und Konstruktion zu reduzieren.

Eine integrierte Umgebung für CAD und PDM-Anwendungen gewährleistet demnach eine zentrale elektronische Akten mit Versions- und Revisionskontrolle, das Teilestammdaten- und Stücklistenmanagement, die Verfügbarkeit von Aktivitätsberichte und Änderungsjournal sowie Verwendungsnachweise. Außerdem eine Multi Mechanical CAD- und Electrical CAD-Integration sowie flexibles Rechte- und Rollenmanagement und die Microsoft Office Integration.

Phase 2: Technisches DMS
Technische Dokumente sind ein wesentlicher Teil der PLM-Prozesse. Daher ist es wichtig ein zentrales DMStec zu installieren, um jedes Dokument nur ein einziges Mal zu klassifizieren, zu speichern und in einer digitalen Lifecycle-Akte mit der Produkt- und Projekt-Dokumentation zu verwalten. Das heißt, die digitale Lifecycle-Akte enthält alle Daten und begleitet ein Produkt über seinen kompletten Lebenszyklus hinweg. Damit stehen immer die richtigen Dokumente zur richtigen Zeit zur Verfügung, unabhängig von seiner Herkunft. Dies ermöglicht lückenlose Einsicht und Transparenz der Zusammenhänge, zum Beispiel zwischen Teilestammdaten einer Komponente oder einer Montage und den technischen Dokumenten wie Handbücher, Verträge und Spezifikationen einschließlich Geschäftsdaten wie Korrespondenz oder Meeting-Notizen. Zudem wird damit die Zusammenarbeit zwischen Service-Mitarbeitern, Kunden und Betreibern verbessert. Sie haben jederzeit genau die Lebenszyklus- oder Maschinen-Akten vorliegen, die sie benötigen, wie etwa Fotoaufnahmen, Video, Audioaufzeichnungen oder Prozessor-Software für die Maschinensteuerung.

Collaborative PLM mit Product Data Backbone
Somit sorgt das technische DMS im Rahmen eines Product Data Backbone dafür, dass die Dokumentenspeicherung in der gleichen elektronischen Akte erfolgt wie für das PDM. Beziehungen zwischen Dokumenten und Teilen klar sind. Dokumente nur einmal gespeichert werden, um Redundanzen zu vermeiden. Die Rückverfolgbarkeit für Compliance-Anforderungen gesichert ist und Klassifikationen und Workflows auch bei komplexen mehrschichtigen Dokumentstrukturen möglich sind. Wichtig ist außerdem, dass flexible Zugriffsrechte nach Rollen, Workflows, Einzel- und Gruppennutzung eingerichtet werden und Daten für externe Prozesse bereitgestellt werden können.

Die Integration von PLM als Teil einer ERP-Komplettlösung ist dann der finale Schritt hin zu einem vollständigen System für Collaborative PLM. Epicor Collaborative PLM nutzt dafür Profile und Proceed, beides Lösungen von Procad, einem Anbieter von Product- and Document Lifecycle Management aus Karlsruhe.

Hier geht es vor allem darum, das PLM Task Management mit den Daten aus dem Product Data Backbone als einziger Quelle zu verknüpfen. Dies ermöglicht ein automatisiertes Benachrichtigungs- und Eskalationsmanagement, das Zeit spart und die Koordination von Prozessen und Projekte zuverlässiger gestaltet.

Das PLM ist somit der Schnittpunkt zwischen Konstruktion, operativen Geschäftsbereichen und der Fertigung, indem es CAD-Systeme, Microsoft Office und das ERP-System nahtlos und bidirektional zum Collaborative PLM verbindet. Dies unterstützt Anforderungen wie Revisionsmanagement und Rückverfolgbarkeit, Engineering Change Management, das auch von der ERP-Seite her gestartet werden kann oder auch die systematische Umsetzung von Arbeitsplänen.

Mit dem Ansatz, über das ERP ein Product Data Management mit PLM zu einer kollaborativen Umgebung zu integrieren, schaffen sich Unternehmen strategische Vorteile: Insellösungen werden abgelöst, eine einzige, zentrale Produkt-Akte verhindert Redundanzen und sie können Prozesse von der Konstruktion über das ERP bis hin zur Fertigung durchgängig mit einem hohen Automatisierungsgrad steuern – über Standorte und Unternehmensgrenzen hinweg. Verzögerungen und Fehler sind damit minimiert. Gleichzeitig erhöht sich durch die verbesserte Zusammenarbeit die Innovationsfähigkeit und Kundenorientierung als Voraussetzung für Unternehmenswachstum. -sg-

Gisela Knabl, München

Epicor, Frankfurt/Main, Tel. 069/67733-133, http://www.epicor.com

Procad, Karlsruhe, Tel. 0721/96565-5, http://www.procad.de

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