Produktionssysteme

Kompetenter Partner für die CAD/PDM-Migration

Bei einem CAD/PDM-Systemwechsel gibt es viele Hürden zu überwinden – eine der höchsten ist die Migration der Bestandsdaten. Der Weg über den Softwarehersteller ist dabei nicht der einzige Migrationspfad. Motoren- und Ventilatorenhersteller ebm-papst Landshut hat seine CAD- und PDM-Daten mit Unterstützung der Prostep AG in das PDM-System Windchill PDMLink von PTC importiert und das anspruchsvolle Migrationsprojekt dadurch fristgerecht und zu geringeren Kosten als geplant zum Abschluss gebracht.

Michael Wendenburg, Fachjournalist, Sevilla

Mit über 14.500 Produkten bietet ebm-papst für praktisch jede Aufgabe in der Luft- und Antriebstechnik die passenden Ventilatoren und Motoren – und wenn nicht, dann entwickeln die mehr als 500 Ingenieure des Unternehmens für den Kunden eine passende Lösung. Passend heißt heute vor allem energiesparend: Das Unternehmen ist Innovationsführer auf dem Gebiet der EC-Antriebstechnik, das heißt der Entwicklung von bürstenlosen Elektromotoren mit integriertem Gleichstromwandler, die einen besseren Wirkungsgrad erreichen und damit deutlich weniger Energie verbrauchen als klassische AC-Motoren. „Die sind zwar sehr robust, funktionieren aber wie eine bessere Heizung“, erläutert Alexander Bleiholder, Leiter der serienbetreuenden Konstruktion in Landshut.
Neben dem Stammsitz in Mulfingen und St. Georgen im Schwarzwald ist Landshut der dritte deutsche Standort des Unternehmens. Bei ebm-papst Landshut werden Ventilatoren und EC-Motoren für Gasheizungen und Hausgeräte wie Umluftherde, Kühlschränke, Gefriertruhen oder Spülmaschinen entwickelt. Die Ingenieure konstruierten Produkte und Betriebsmittel bis vor kurzem mit dem Direktmodelliersystem Creo Elements/Direct (ehemals CoCreate Modeling) von PTC. Ende 2009 standen sie vor der Wahl, ihre bestehende Lösung zu modernisieren oder sie durch ein parametrisches System abzulösen. „Die Parametrik hat für uns den Vorteil, dass wir unser Produktportfolio durch Wiederverwendung von Teilefamilien und Baugruppen besser standardisieren können“, sagt Bleiholder. Zur Auswahl standen die Dassault-Software Catia, mit der die Kollegen am Standort St. Georgen arbeiten, und die PTC-Lösung Pro/Engineer (heute Creo Elements/Pro), die in Mulfingen im Einsatz ist.

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Nach einem ausführlichen Benchmark entschied sich ebm-papst Landshut für den Umstieg auf das PTC-System. Eine wichtige Rolle spielte auch die Verfügbarkeit einer leistungsfähigen Schnittstelle zwischen dem PDM-System Windchill PDMLink und der ERP-Lösung von SAP (IFConneX für SAP von der Karlsruher Innoface GmbH), über die das gesamte Werk und – über weitere Schnittstellen – die Produktionsstandorte in Slowenien, Tschechien und China auf freigegebene Fertigungsunterlagen zugreifen.
Ungeachtet der Kompatibilität versprach die Datenmigration eine kostspielige und zeitaufwändige Angelegenheit zu werden. Das galt vor allem für die Konvertierung der CAD-Daten, was zum Teil mit den unterschiedlichen Arbeitsweisen in Produktentwicklung und Betriebsmittelkonstruktion (BMK) zusammenhing, wie Michael Fischer aus der IT erläutert. Während die Entwickler ihre Motoren und Ventilatoren als Einzelteile modellierten und in der Baugruppen-Datei nur die Position definierten, speicherten ihre Kollegen in der BMK die Werkzeuge und Betriebsmittel als komplette Packages mit allen Positions- und Geometrie-Informationen ab; dasselbe Teil konnte also in mehreren Packages enthalten sein. Hinzu kam, dass es gerade in der BMK noch viele lebende 2D-Zeichnungen im MI-Format gab, die man in der neuen Umgebung wieder zur Verfügung stellen wollte.

Doppelgleisiger Ansatz für die Migration

Die komplexen Migrationsanforderungen trieben nicht nur die Kosten in die Höhe, sondern warfen auch die Frage auf, ob der Softwarehersteller allein die Migration in der vorgesehenen Zeit würde bewältigen können. Deshalb entschied sich ebm-papst Landshut für einen zweigleisigen Ansatz: Die CoCreate-Spezialisten von PTC kümmerten sich in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen CAD-Administrator des Altsystems um den Export der CAD- und PDM-Daten aus der bestehenden Systemumgebung und stellten sie im sogenannten PTC-Neutralformat bereit. Die Konvertierung der CAD-Daten und ihren Import in das PDM-System legte man aufgrund ihrer Erfahrung mit Migrationsprojekten in die Hände der Darmstädter Prostep AG.

Der Zeitplan für die Datenmigration war aufgr. Die Kunden fragen beispielsweise nach virtuellen Modellen der Ventilatoren, um sie in ihre Produkte einbauen zu können. Solche vereinfachten Kundenmodelle abzuleiten, war mit dem Altsystem ein Riesenaufwand. Dank der Automatisierungsmöglichkeiten in Creo Elements/Pro ist das heute eine Sache von wenigen Minuten.

ebm-papst verspricht sich vom Umstieg auf die neue PTC-Lösung nicht nur eine Beschleunigung der Konstruktionsarbeit, sondern auch eine bessere Prozessdurchgängigkeit. Über die leistungsfähige PDM-ERP-Integration lassen sich die Stücklisten heute direkt aus Windchill PDMLink ausleiten und zusammen mit 3D-PDFs der Produktmodelle in der SAP-ERP-Umgebung bereitstellen. Dadurch können sich die Mitarbeiter in Einkauf, Vorkalkulation, Fertigungsvorbereitung, Produktion und Service ein besseres Bild vom Aufbau der Produkte machen. Insofern kommt der Aufwand für den Systemwechsel letztlich dem gesamten Unternehmen zugute.

Prostep AG, Darmstadt Tel. 06151/9287-0, http://www.prostep.com

Parametric Technology GmbH (PTC), Unterschleißheim Tel. 089/32106-0, http://www.ptc.com

Innoface GmbH, Karlsruhe Tel. 0721/6268-730, http://www.innoface.de

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