Im Test

ERP-Systeme fit für Industrie 4.0?

Sind heutige Enterprise Ressource Planning (ERP)-Systeme gut gewappnet für die aktuellen Herausforderungen der digitalen Vernetzung von Unternehmensprozessen – kurz von Industrie 4.0? Das fragen sich nicht nur Produktions- und Dienstleistungsunternehmen, die vor der Anschaffung einer neuen IT-Lösung stehen. Es ist auch die Kernfrage des „ERP Excellence Test 2017“, den die GPS Gesellschaft zur Prüfung von Software mbH – getreu der Qualitätsprüfung DIN EN ISO 8402 – jetzt vorgestellt hat. Die Ulmer ERP-Experten haben hierzu die Lösungen von zehn freiwillig teilnehmenden ERP-Anbietern im Rahmen eines konkreten Szenarios praxisnahen Tests unterzogen. Bis auf die jeweiligen Unterprozesse hinunter analysierte GPS die ERP-Lösungen mithilfe von acht unterschiedlichen realistischen Szenarien: Kundenprofile und -betreuung, Individualisierung am Web-Konfigurator, Kundenauftrag und -bestätigung, Disposition, Komponentenbeschaffung und -lieferung, Fertigungssteuerung, Service-Call des Kunden und Reparatur sowie Messung und Auswertung der Produktnutzung beim Kunden. „Unser Bericht liefert auf über 60 Seiten wertvolle Auskünfte auf Fragen wie: Wo liegen die Stärken der jeweiligen Systeme bei der Unterstützung der Kommunikation zwischen Kunden und Lieferanten, Herstellern und Zulieferern? Wie gelingt es, flexible Fertigungsvorgänge abzubilden und zu beschleunigen?“, so GPS-Gründer Werner Schmid. Der ERP Excellence Test 2017 erscheint am 3. Juli 2017 zum Preis von 60 Euro. Vorbestellt werden kann er unter www.gps-ulm.de.

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Seit 25 Jahren blicken die Experten der GPS im Abstand von drei Jahren kritisch auf ERP-Systeme und untersuchen sie im Hinblick auf aktuelle Erfordernisse von Unternehmen. Für den diesjährigen Test entwarf GPS ein anspruchsvolles Testszenario, das von allen teilnehmenden ERP-Systemen abgebildet und realitätsnah umgesetzt werden musste: Ein Kunde bestellt einen Gasgrill. Hierzu individualisiert er das Standardprodukt „Gasgrill“ im Internet mit einem Web-Konfigurator. Die individuellen Produktmerkmale werden über Schnittstellen an das ERP-System übertragen. Dabei entstehen eine individuelle Stückliste sowie ein entsprechender Arbeitsplan. Der fiktive Hersteller des Gasgrills verfügt über eine digital gesteuerte Ablängmaschine und einen Schweißroboter. Das Untergestell des Grills ist ebenso ein Zulieferteil wie die Abdeckhaube, die nach der Lieferung bei einem externen Dienstleister in drei Standardfarben lackiert wird. Im elektrischen Drehspieß ist ein seriennummerngeführter Sensor eingebaut, der Nutzungsdaten zur Produktverbesserung über das WLAN des Nutzers und das Internet an den Hersteller sendet.

Die IT-Spezialisten der GPS nahmen dieses Jahr nur ERP-Lösungen unter die Lupe, denen gemeinsam ist, dass alle ein integriertes Rechnungswesen bieten: APplus (Asseco Solutions AG, Karlsruhe), AvERP (Synerpy GmbH, Bayreuth), caniasERP 6.04 (Industrial Application Software GmbH, Karlsruhe), Comarch ERP Enterprise 5.4 (ComputerKomplett SteinhilberSchwehr GmbH, Rottweil), e.bootis-ERP (e.bootis ag, Essen), IFS Applications 9 (IFS Deutschland GmbH & Co. KG, Erlangen), Integra 2.2.8 (ORGA SOFT, Mainz), Microsoft Dynamics 365 for Operations (Imway Systems GmbH, Ulm), Microsoft Dynamics NAV (AGOLUTION GmbH, Münster) und net7.01 (TopM Software GmbH, Bobingen).

Neben umfangreichen Funktionstests untersuchte GPS dabei auch die Flexibilität der ERP-Systeme, denn gerade im anspruchsvollen Arbeitsalltag zahlt es sich aus, wenn Prozesse auch ohne zusätzlichen Programmieraufwand schnell anpassbar sind. Ebenso gemessen wurde die Benutzerfreundlichkeit hinsichtlich Einfachheit und Verständlichkeit der Bedienung, sowie die Effizienz – also das Verhältnis zwischen Aufwand, etwa durch Bedienung oder Stammdatenanlage/pflege – und Ergebnis. „Auf der Skala zwischen ‚voll erfüllt/volle Punktzahl’ und ‚nicht erfüllt/null Punkte’ haben wir natürlich auch Zwischenwerte ermittelt. Manche Lösungen waren technisch sogar so verblüffend elegant, dass wir versucht waren, ein paar Extrapunkte zu vergeben“, so der GPS-Gründer.

Überraschende Ergebnisse
„In Zeiten der digitalen Vernetzung aller Wirtschaftsbereiche via Internet-of-Things und disruptiver Technologien ERP-Systeme zu untersuchen, wirkt bisweilen recht old-school – ganz so, wie eine alte Tante inmitten hipper Zeitgeist-Anhänger. Bei aller Aufregung um den Hype von Industrie 4.0 und IoT sollte aber nicht vergessen werden, dass ERP-Systeme immer noch – anders als jedes andere genutzte IT-System – das gesamte Unternehmen, alle Abteilungen und Mitarbeiter, alle Geschäftspartner, alle Produkte und Projekte umfassen“, so Werner Schmid. „Umso überraschter waren wir über die Ergebnisse der Testreihen. Denn sie ergaben, dass die ERP-Systeme einen Großteil der Testanforderungen locker erfüllen – auch ohne 4.0- oder sonstige verbale Digital-Zusätze. Die Anbieter der geprüften ERP-Systeme jedenfalls sehen sich nach unserem Eindruck den Herausforderungen der Industrie 4.0 durchaus gewachsen.“
Weitere Informationen unter: www.gps-ulm.de

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