Produktionssysteme

Engineering-Prozesse einheitlich bewerten

Die Initiative ¿Process Indicators for Product Engineering¿ (Pipe) stellte auf der Hannover Messe 2013 ihre Ergebnisse vor. Sie hat das Ziel, eine einheitliche Bewertung von Prozessen innerhalb der Produktentwicklung mittels Indikatoren zu schaffen.

Im Finanzwesen, im Vertrieb und der Produktion sind Prozessindikatoren als Mess- und Steuergrößen etabliert. Im Gegensatz dazu herrscht in der Produktentwicklung oft die Meinung, dass der Erfolg kreativer Entwicklungsprozesse nur schwer durch quantifizierbare Einheiten beschrieben werden kann. Durch steigenden Wettbewerbsdruck sind Industrieunternehmen dennoch zunehmend gefordert, Produktentwicklungsprozesse

zu optimieren und flexibler sowie

dynamischer zu gestalten. Die Initiative „Process Indicators for Product Engineering“ (Pipe) hat eine repräsentative Menge an Prozessindikatoren erarbeitet, aus denen klare Empfehlungen für die kontinuierliche Verbesserung von Entwicklungsprozessen abgeleitet werden können.

Das auf der Hannover Messe präsentierte System von Prozess-Metriken, betrachtet alle relevanten PLM-Disziplinen. Damit können Anwender die Qualität eines Entwicklungsprojekts objektiver bewerten. Unternehmen können so die Produktentwicklung zielgenau steuern und die Erkenntnisse

als Wettbewerbsvorteil nutzen

. Dazu hat die Pipe-Initiative zunächst zentrale Fragestellungen aus den typischen Querschnittsprozessen analysiert und daraus insgesamt 24 Indikatoren abgeleitet. Diese Indikatoren sind in einem Pipe-Leitfaden beschrieben. Zusätzlich erhalten die Anwender ein Spreadsheet-Tool zum Erfassen und Auswerten: Für jeden Querschnittsprozess werden Werte eingegeben, daraus die Indikatoren berechnet und in unterschiedlichen Auswertungen dargestellt. Für jeden Querschnittsprozess können die Indikatoren zusätzlich in Bezug zu Kosten gesetzt werden. Über das Reifegradmodell wird ferner der Zusammenhang der bewerteten Indikatoren über alle betrachteten Querschnittsprozesse dargestellt und implizit Handlungsbedarf aufgezeigt.

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Der Nutzen für die Anwender liegt in der Menge der vergleichbaren und aussagekräftigen Prozessindikatoren, in der einheitlichen Bewertungsmethodik zur Ist-Aufnahme und in der Zeitersparnis durch die standardisierte Vorgehensweise bei der eigenen Prozessbewertung. Neben Erfassung, Analyse und Bewertung des aktuellen Unternehmensstatus ist eine Reihe von weiteren operationalen Anwendungsszenarien denkbar. So sind durch Anwendung der Pipe-Indikatoren unter anderem messbare Optimierungen des Ressourceneinsatz, Verbesserungen der Produktqualität, Minimierung des Entwicklungsrisikos und Festlegung von Prioritäten möglich.

Durch den Einsatz in der Praxis sind zahlreiche Optimierungen im Bereich des PLM

denkbar, beispielweise

bei der Einführung von integrierten Unternehmensanwendungen oder

der Optimierung und Vereinheitlichung von Engineering-Prozessen.

-sg-


Universität Magdeburg, Magdeburg, Tel. 0391/67-18097, http://lmi.uni-magdeburg.de

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