Produktionssysteme

Effizientes Datenmanagement statt doppelte Datenablage

PDM-Lösung von Autodesk verbessert Datentransparenz und Effizienz
Die Produktivität der Konstrukteure eines Maschinenbauers litt viele Jahre unter einer doppelten Datenablage und redundanten Konstruktionsdaten, was auch negative Auswirkungen auf die Fertigung hatte. Die Einführung einer einfachen und dennoch leistungsfähigen Lösung für das Produktdatenmanagement brachte die Wende: Freigabeprozesse und Datentransparenz wirken sich effizient auf die Produktentwicklung aus. Das automatisierte Erstellen von Zeichnungsnummern und Stücklisten bis hin zu Bestellliste vereinfacht Abläufe und vermeidet Fehler.

Die KMW Engineering GmbH (kurz: KMW) mit Hauptsitz im vogtländischen Klingenthal wurde 1997 gegründet und befindet sich seither auf solidem Wachstumskurs. Am Standort Klingenthal werden Schweiß- und Putzmaschinen für Kunststoff-Fenster-Hersteller sowie Werkzeuge und Sondermaschinen, wie etwa Stanz-, Fräs- und Umformanlagen für Automobilzulieferer entwickelt und gebaut. Im fränkischen Helmbrechts besitzt KMW eine Niederlassung, die ausschließlich Sondermaschinen, Automatisierungs- und Robotiklösungen, wie Klebe-, Clips-, Handling-Anlagen für Automobilzulieferer, konzipiert und fertigt. Die KMW-Ingenieure verfügen über das mechanische, elektronische und programmiertechnische Know-how, um komplette Prozessketten in der Produktion abdecken zu können. Große Unternehmen der Automobilzulieferindustrie gehören deshalb zu den Kunden.

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Die Entwickler der KMW Engineering konstruieren schon seit langer Zeit mit Autodesk Inventor, sowohl am Hauptsitz in Klingenthal, wo sieben Inventor-Arbeitsplätze in Betrieb sind, als auch in der Niederlassung Helmbrechts, wo fünf Konstrukteure mit der Software arbeiten. Entsprechend groß waren die Datenbestände, die sich über die Jahre angesammelt haben, als die Oberfranken sich im letzten Jahr Gedanken über eine Verbesserung dieser Situation machten. Nur die langjährigen Mitarbeiter besaßen den Durchblick, für neue Kollegen war es schwierig sich einzuarbeiten.

Optimierung der Datenverwaltung

Robert Popp ist Konstruktionsleiter und CAD-Betreuer am Standort Helmbrechts. Aus früheren Tätigkeiten kennt er die Eigenschaften und den Nutzen von PDM-Systemen. Deshalb war es ihm ein Anliegen, die unsystematische Datenhaltung in der Konstruktion, die sich bei der KMW über die Jahre eingeschlichen hatte, durch die Einführung einer Datenverwaltung zu strukturieren und zu reglementieren. Mit Hilfe von Fachleuten des Herstellers Autodesk und des Systemhauses Cinteg untersuchte Popp im Herbst 2010 die Situation in der Konstruktion, versuchte die Schwachstellen zu identifizieren und den potentiellen Nutzen eines Datenmanagementsystems zu quantifizieren. Die Analyse ergab viele Argumente und Einsparungspotential, um die Beschaffung einer PDM-Software zu rechtfertigen. „In der Vergangenheit waren wir davon abhängig, was ein einzelner Benutzer im Kopf hatte und wusste. Wenn dann ein Mitarbeiter krank oder im Urlaub war, standen wir vor Problemen und verloren Zeit. Identische oder ähnliche Teile wurden oft parallel mit unterschiedlichen Nummern gefertigt, weil es keine Möglichkeit gab, schnell auf vorhandene Daten zurückzugreifen“, erklärt der Konstruktionsleiter. „Es gab zwar eine Ablagestruktur, die sich auf Projekte bezog, aber auf eine systematische Wiederverwendung von Kaufteilen und Normteilen, um die Fertigung zu rationalisieren, achteten wir nicht ausreichend. Wir tolerierten in der Vergangenheit nicht nur eine doppelte Datenablage und redundante Konstruktionsdaten, sondern auch eine redundante Fertigung, die mit unnötigen Kosten verbunden war. Diese Schwächen wollten wir ausmerzen.“

Mehr Sicherheit – weniger Kosten

KMW Engineering machte sich auf die Suche, recherchierte und bewertete verschiedene Alternativen auf dem Markt. Der Hersteller entschied sich letztlich für die Beschaffung und Einführung von Autodesk Vault Workgroup. Die Kosten dieser Lösung waren überschaubar, die Funktionen erfüllten die Anforderungen und ihre Ausbaufähigkeit bei künftig möglicherweise steigenden Ansprüchen war sichergestellt. Dabei spielten Kriterien eine Rolle wie die künftige Integration in ein ERP-System, die Zusammenarbeit über mehrere Standorte – etwa zwischen Klingenthal und Helmbrechts –, oder die Anforderungen beim Einsatz in der Serienfertigung, wie sie im Werk Klingenthal vorherrschen.

Im Januar 2011 wurde die PDM-Software Autodesk Vault mit Unterstützung von Cinteg eingeführt. Die Implementierung und Schulung dauerte einen Tag. Die erste Hälfte des Tages nahm die Installation und Einweisung für den Administrator in Anspruch, die zweite Hälfte des Tages diente der Schulung der Anwender. Gelegentliche Telefonunterstützung in der Anfangsphase durch Cinteg half kleinere Hindernisse zu überwinden. Nach etwa drei Monaten gab es noch einen ergänzenden Schulungs- und Diskussionstag. Dabei wurden mit dem Systemhaus zusammen ergänzende Themen erläutert, offene Fragen und Probleme diskutiert sowie Lösungen aufgezeigt.
Inzwischen ist die Benutzung der Datenverwaltung schon fast Routine geworden und der Nutzen der Software wird erkennbar. „Die Suche nach vorhandenen Bauteilen und Konstruktionen ist nun einfacher und ähnliche Teile sind schneller aufzufinden. Damit sparen wir häufig Konstruktionsarbeit ein, weil wir vorhandene Teile verwenden können. In der Fertigung führt das zu kostengünstiger Vorfertigung oder Kleinserien. Sehr nützlich ist der Verwendungsnachweis. Er hilft uns, zu erkennen, welche Konsequenzen die Änderung eines Bauteils hat“, erklärt Popp. Alle Anwender erhielten mit Hilfe der Benutzerverwaltung von Vault Workgroup spezifische Zugriffsrechte zugeordnet. Die Mitarbeiter in der Konstruktion besitzen natürlich umfangreichere Rechte als die Kollegen im Einkauf oder in der Fertigung. „Wir nutzen die Check-in/Check-out-Funktionen, um eine Konstruktion für einen Mitarbeiter zu reservieren, solange er daran arbeitet. Erst nach dem Check-in kann ein Kollege wieder darauf zugreifen.

So ist sichergestellt dass kein Konstrukteur aktuelle Konstruktionsdaten eines Kollegen überschreiben kann“, erläutert der Konstruktionsleiter. Im Zuge der Neuorganisation der Datenverwaltung verbesserten die KMW-Entwickler auch ihr Stücklistenwesen. „Stücklisten bis zur Bestellliste lassen wir jetzt von der Inventor-Software fehlerfrei und automatisch erzeugen, denn im CAD-System sind alle Daten vorhanden. Dazu war etwas Umgewöhnung notwendig, denn zuletzt wurden die Stücklisten noch manuell geschrieben. Aber die Vorteile lagen auf der Hand und haben alle überzeugt“, so Popp. Zeichnungsnummern liefert das neue System automatisch, die Eindeutigkeit ist damit sichergestellt und die Entwickler brauchen niemand mehr, der die Nummernvergabe verwaltet. „Einen kleinen Nachteil nahmen wir in Kauf: Die früher ‚sprechenden‘ Nummern und die Zuordnung zu Projekten anhand der Nummer gibt es nicht mehr“, ergänzt Popp.

Lohnende Investition

Nach anfänglichen Gewöhnungsproblemen im Anschluss an die Umstellung der Stücklisten-Organisation und der Datenverwaltung erkennen die Konstrukteure die Vorteile des neuen Systems. „Die Handhabung der Vault-Software ist einfach und hat sich inzwischen eingespielt. Auch die Kollegen in der Fertigung äußern sich lobend: Sie können über das Firmennetz jetzt auf alle Zeichnungsdaten lesend und ohne lange Suche zugreifen und mit Hilfe des DWF-Viewers aufrufen. Sogar Kundenzeichnungen sind im System elektronisch abgelegt und leicht zu finden. Das sehen sie als großen Fortschritt“, sagt Popp.

Der Aufwand für die Einführung der PDM-Software lag im Rahmen der Erwartungen. „Der bereits nach kurzer Zeit erkennbare Effizienzgewinn rechtfertigt diese Investition auf jeden Fall. Mit weiterer Routine und intensiverem und breiterem Einsatz in allen Bereichen wird sich der Nutzen noch vervielfachen. Es ist heute schon beschlossene Sache, Autodesk Vault Workgroup auch am Standort Klingenthal einzuführen“, sagt der Konstruktionsleiter. Die Erfahrungen in Helmbrechts werden dabei helfen, die Implementierung dort reibungslos und rasch zu bewerkstelligen. -sg-


Dr. Philipp Grieb, Taufkirchen

KMW Engineering GmbH, Klingenthal Tel. 037467/53-0, http://www.kmw-engineering.de

Autodesk GmbH, München Tel. 089/547690, http://www.autodesk.de

Cinteg AG, Göppingen-Stauferpark Tel. 07161/6280-0, http://www.cinteg.de

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