Produktionssysteme

Dienste aus der Wolke

ERP/MES-System optimiert weltweit verteilte Fertigungsprozesse
Das Geschäft mit der Herstellung industrieller Bauteile, Baugruppen, Vor- und Endprodukte verlangt nach immer höherer Geschwindigkeit und Flexibilität im Umgang mit weltweit verteilen Kunden und Lieferanten. Mangels Schnittstellen und weltweitem Zugriff geraten lokale ERP-Installationen in unternehmenseigenen Rechenzentren dabei an ihre Belastungsgrenzen. Der Einsatz von ERP-Systemen im Geschäftsmodell des Cloud Computing wird deshalb für immer mehr Industrie-Unternehmen zu einer echten Alternative.

Marktforscher prophezeien dem Cloud Computing immer größeren Zuspruch, verbunden mit hohen Wachstumsraten für Anbieter von Software-Diensten. Große wie auch mittelständische Unternehmen vertrauen ihre Daten verstärkt neuen Cloud-Angeboten an. Einen der wesentlichen Vorteile sehen Unternehmen in einem standortunabhängigen, direkten Zugriff auf präzise, weltweit in Echtzeit verfügbare Daten aus allen Teilen der Welt. Präzise kalkulierbare, auf die Bedürfnisse anpassbare Mietmodelle scheinen attraktiver, als der Erwerb von Lizenzen, die ohne Wartungsverträge auf Dauer an Wert verlieren. Skeptisch stehen Unternehmen dagegen der Anpassbarkeit cloud-basierender Lösungen gegenüber. Die Frage der Sicherheit ausgelagerter Unternehmensdaten wird häufig sehr emotional diskutiert. Hier kann ein Blick auf die Erfahrungen aus anderen Ländern hilfreich sein.

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Europäische ERP-Anbieter nutzen erst allmählich die neue Technik und warten ab, wie sich der Markt entwickelt. Amerikanische Anbieter wie Plex Systems sind bereits weiter: Das in Michigan/USA ansässige Unternehmen stellt sein ERP-System Plex Online bereits seit zehn Jahren On-demand zu Verfügung.

Breite Nutzung verbessert ERP-Prozesse

Kunden aus allen Branchen der Industrie, einschließlich Automotive, nutzen die Vorteile eines Echtzeit-Informationsflusses an weltweit verteilten Standorten in Verbindung mit einer tiefen MES-Funktionalität. Dabei arbeiten die verschiedenen Unternehmen auf der gleichen, zentral betriebenen, sicheren Infrastruktur und Lösungs-Umgebung. Fast täglich stellt Plex den Anwendern neue nützliche ERP-Funktionen bereit; ob sie genutzt werden, entscheidet jedes Unternehmen selbst. Updates, ebenso wie Anpassungen auf Kundenwunsch, erfolgen nicht mehr auf lokalen Installationen, sondern direkt am laufenden System. Durch diese Nähe entstehen eine hohe Dynamik und ein Community-Effekt: Gruppen mit gleichen Interessen treiben den Funktionsumfang ständig in Richtung ihrer Branchenanforderungen weiter. Sämtliche Verbesserungsvorschläge fließen zeitnah in das System.

Damit vorhandene und neue Funktionalitäten sofort allen Anwendern bereit gestellt werden können, wurde ein neues Geschäftsmodell entwickelt, das sich von anderen Cloud-Angeboten unterscheidet. Plex erhebt eine monatliche Bereitstellungsgebühr, die auf eine Begrenzung der Anzahl tatsächlicher ERP-Anwender verzichtet. In der Praxis hat sich gezeigt, dass der durchschnittliche Nutzerkreis in den Unternehmen dadurch wächst – mehr Aufgaben, Mitarbeiter und Funktionen werden dadurch in das zentrale System gezogen. Der Zugriff auf die Unternehmensserver unterscheidet sich nicht merklich von einem fremden Host im Internet.

Liegt das Kerngeschäft des Unternehmens in der Herstellung von Bauteilen, Subsystemen oder kompletten Systemen, so muss die zur Steuerung und Kontrolle dieser Prozesse eingesetzte Software den gleichen Fokus haben: Eine tiefe Integration der Produktionsumgebung – bis auf Ebenen von SPS und CNC, wie auch der Handarbeitsplätze – ist dazu unerlässlich. Plex Online wurde bottom-up aus der Fertigungsfunktionalität heraus entwickelt und zeigt eine entsprechende Produktreife.

Informationen in Echtzeit

Ein Cloud-System lässt sich an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr auslasten und bleibt, unabhängig von Zeitzonen und Zeitumstellungen dieser Welt, ständig für alle Manager und Mitarbeiter verfügbar. Ohne Stillstandzeiten durch die Replikation von Datenbanken, Hardware-Upgrades aufgrund gestiegener Datenmengen oder Nacharbeiten nimmt das System ständig aktuelle Maschinen- und Betriebsdaten entgegen. Ebenso stellt es Informationen über die Maschinenauslastung, Rüst- und Durchlaufzeiten, Störungen und Qualitätsdaten auf Anforderung in Echtzeit zur Verfügung. Werker vor Ort erhalten an einem Control Panel von Plex Online ständigen Überblick über alle Vorgänge in ihrem Bereich. Doch anders als Client-Server-Architekturen macht die Cloud-Technologie räumlich unabhängig. Mannlose dritte Schichten lassen sich daher – zum Beispiel mit einem iPad - bequem vom Wohnzimmer aus überwachen. Der Echtzeit-Informationsabruf setzt direkt bei der grafischen Abbildung vorhandener Maschinen in der ERP-Lösung an. Ein Ampelsystem zeigt Anwendern im Browser die einzelnen Maschinenzustände an. Werkzeug- und Materialdaten, Gutstücke und Ausschuss, vorhandene NC-Programme und Paletten lassen sich wie im Betrieb abrufen und beeinflussen.

Räumliche Unabhängigkeit

Die gleiche räumliche Unabhängigkeit nutzt das Management, um sich weltweit einen Überblick über die Produktivität jedes Standortes auf der Welt zu verschaffen: Einzeln oder gesamt, als Liste oder Diagramm greifen Führungskräfte auf individuelle Reports zu, welche Aussagen über Produktionsmengen, Qualitätsverläufe, Maschinenauslastung oder Personaleinsatz in beliebigen Zeiträumen enthalten.

Funktionen wie Advanced Planning and Scheduling (APS) erlauben das Durchspielen verschiedener Szenarien anhand von Kriterien wie Rüstzeiten, Lieferterminen, Kundenprioritäten oder auch hinsichtlich einer Material- oder Produktionsbedarfsplanung. Ergänzend lassen sich die Auswirkungen von Änderungen auf einer grafischen Plantafel verfolgen. Das integrierte, echtzeitfähige System eröffnet sofortige Handlungsmöglichkeiten und führt bei zunehmender Auftragsanzahl zu höherer Flexibilität und kürzeren Lieferzeiten.

Lean Information auf einheitlicher Datenbasis

Ein weiterer strategischer Vorteil von Cloud-Lösungen liegt darin, dass alle Anwender eines erweiterten Unternehmens auf der gleichen, zentral betriebenen Infrastruktur und Lösungsumgebung arbeiten. Schnittstellenprobleme, unterschiedliche Interpretationen gleicher Daten oder Anpassungsschwierigkeiten verschiedener Software-Versionen sind damit ebenso ausgeschlossen, wie die Inkonsistenz aus kundenspezifischen Erweiterungen einzelner Betriebsstätten. Für die Entscheidungsträger bedeutet dies, dass Kennzahlen standortübergreifend einheitlich definiert werden können. Bei Produktivitätsvergleichen, Entscheidungen für oder gegen einen Fertigungsstandort oder bei der Investitionsvorbereitung sorgen von vorne herein konsolidierte, vergleichbare Daten für Transparenz und hohe Akzeptanz. Anstehende Entscheidungen können schneller getroffen, reibungsloser umgesetzt und nachhaltiger kontrolliert werden: Ein unverzichtbarer Wettbewerbsvorteil in einer Welt, die sich scheinbar immer schneller dreht.
Die anfängliche Zurückhaltung mittelständischer Fertigungsunternehmen ist laut Plex Systems inzwischen einem breiten Interesse gewichen. Die Treiber dieser Entwicklung sind nicht nur Kostenvorteile: Informationen in Echtzeit, Geschäftsprozesse ohne System- und Medienbrüche und Standort unabhängige, vollständige Zugriffsmöglichkeiten je nach der Berechtigung, werden als entscheidende Vorteile wahrgenommen. -sg-


Thomas Tosse, München

Plex Systems, München Tel. 089/208027-370, http://www.plexonline.de

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