Product Lifecycle Management

Die Zukunftsfähigkeit von PLM-Investitionen

Eine zukunftsfähige PLM-Lösung kann sowohl die derzeitigen als auch künftige Unternehmensansprüche bedienen und das bei einer akzeptablen Rendite (Return on Investment - ROI) durch schrittweise Verbesserungen und Upgrades.

Sie minimiert darüber hinaus die Anzahl riskanter, komplexer und teurer Neuanschaffungen von Software. Die Marktforscher des Bereichs „PLM Enterprise Value & Integration“ von Cimdata haben das Thema “Zukunftsfähigkeit von PLM-Investitionen“ untersucht und ein Modell entwickelt, mit dem sich die Zukunftsfähigkeit der Einführung einer PLM-Lösung in Industrieunternehmen beurteilen lassen soll.

Cimdata definiert eine zukunftsfähige PLM-Lösung als eine komplette PLM-Lösung (das heißt die Software, aktive Prozesse sowie Kundenbetreuung), die sowohl jetzt als auch weit in die Zukunft hinein die Bedürfnisse eines Unternehmens erfüllt. Und zwar eher durch regelmäßige und kosten-effektive Verbesserungen als durch eine Reihe von diskontinuierlichen, sehr intensiven und teuren Anschaffungen von PLM-Ersatzlösungen. Cimdata hat ein Modell und ein Verfahren entwickelt, um die Zukunftsfähigkeit einer in industriellen Unternehmen implementierten PLM-Lösung zu beurteilen.

Als Teil seines PLM Enterprise Value & Integration (PEVI) Wissensrates haben die amerikanischen Marktforscher und PLM-Spezialisten Untersuchungen zur Zukunftsfähigkeit von PLM-Lösungen durchgeführt, die zu dem hier präsentierten Model der Zukunftsfähigkeit von PLM-Investitionen geführt haben. Basierend auf Befragungen von Industrieunternehmen, PLM-Lösungsanbietern sowie der Beratungserfahrung von Cimdata wurden für die Zukunftsfähigkeit von PLM-Investitionen 17 entscheidende Elemente herausgearbeitet, die in Abbildung 1 dargestellt sind.

Anzeige

Diese Grundbausteine werden wie folgt definiert (siehe auch Abbildung 3):

Functionality (Funktionalität): Begutachtet, wie stark die Lösung die Breite, Tiefe, Robustheit der Leistungsfähigkeit sowie die Sicherheitsberatung des Endkunden und organisatorische Bedürfnisse erfüllt.

Usability (Benutzerfreundlichkeit): Bestimmt, wie gut die Lösung vom Endkunden bedient werden kann, um dessen benötigte Ergebnisse zu erzielen.

Stability (Stabilität): Prüft die Fähigkeit der Lösung, aufgrund von ausgewiesenen oder zu erwartenden Einsatzbedingungen über lange Zeit funktionsfähig zu bleiben.

Reliability (Betriebssicherheit): Beschreibt, wie gut die Lösung beständig funktioniert, gemäß ihrer Spezifikationen, sowie ihre Zuverlässigkeit, ihre Betriebssicherheit entsprechend der Präzision und Validität der verwalteten Daten und/oder dem Erreichen benötigter Unterstützungsfunktionen und -prozesse.

Availability (Verfügbarkeit): Untersucht die Einsatzbereitschaft der Lösung in Bezug auf das Verhältnis der Zeit, in der das System betriebsbereit ist, gegenüber der verstrichenen Zeit.

Compatibility (Kompatibilität): Erwägt, wie gut die Lösung sich mit angemessenen Unternehmens- und Desktop-Lösungen innerhalb des Unternehmens verbinden lässt, ohne dazu Spezialsoftware (wie etwa individuelle Schnittstellen) zu benötigen.

Scalability (Skalierbarkeit): Untersucht, wie gut sich die Lösung an steigenden Bedarf, meist in Form von mehr Anwendern und der verwalteten Datenmenge, anpassen kann.

Portability (Portierbarkeit): Bestimmt die Fähigkeit der Lösung, in einer anderen als der ursprünglich geplanten Anwendungsumgebung betrieben zu werden, ohne großen Nachbearbeitungsaufwand zu verursachen.

Mobility (Mobilität): Betrachtet, wie leicht die Lösung auf Daten und Funktionen mehrerer Enduser-Interfacegeräte einfach, frei, spontan und unabhängig zugreifen kann.

Configurability (Konfigurierbarkeit): Untersucht, wie gut die Organisation die Datenmodelle, Benutzerschnittstellen und Arbeitsabläufe den sich ständig wandelnden, unternehmensspezifischen Bedürfnissen anpassen kann.

Localizability (Lokalisierbarkeit): Testet, wie leicht die Organisation die Lösung für ihre unterschiedlichen Abteilungen rund um die Welt verfügbar machen kann (z.B. durch die Fähigkeit, die örtliche Sprache, Prozesse, Terminologie, etc. zu konfigurieren und zu unterstützen).

Extensibility (Erweiterbarkeit): Untersucht, wie leicht eine Organisation die Fähigkeiten der Lösung ergänzen oder erweitern kann.

Maintainability (Wartbarkeit): Bestimmt, wie gut eine Organisation die Lösung in betreiben beziehungsweise warten kann.

Upgradability (Erweiterbarkeit): Gibt an, wie einfach eine Organisation eine neue Version der Lösung implementieren kann.

Installability (Installierbarkeit): Betrachtet den nötigen Aufwand, den ein Unternehmen bei der anfänglichen Installation und Konfiguration der Lösung betreiben muss (inklusive der ersten Veröffentlichung eines Upgrades).

Testability (Testbarkeit): Untersucht, welchen Aufwand ein Unternehmen betreiben muss, um die Fähigkeiten der Lösung gegenüber den benötigten Anforderungen zu validieren.

Openess (Offenheit): Betrachtet die Offenheit der Lösung, einschließlich von Parametern wie Lizenzbedingungen, welche die Nutzung des Quellcode regelt, das zugrundeliegende Gerüst, Datenbanken, Datenformate (XML, etc.) oder Protokolle (Soap, Rest, etc.).

Indem ein Unternehmen sich anschaut, wie stark die Unterstützung für alle diese Grundbausteine ist, kann es einen Überblick darüber erhalten, wo seine PLM-Lösung gut funktioniert und welche Bereiche Zuwendung benötigen.

Gestiegene Anforderungen an PLM
Die meisten Unternehmen haben auch schon in der Vergangenheit die Lebenszyklen ihrer Produkte verwaltet, sei es mit Papier oder IT-Unterstützung. Im Hinblick auf die ständig steigende Komplexität von Produkten, schärferem Wettbewerb und immer mehr Regularien (um nur einige Gründe zu nennen), wächst nicht nur der Druck auf Unternehmen, moderne PLM-Lösungen einzusetzen – genau dies ist auch ein Vorteil in vielerlei Hinsicht. Ein Nebenprodukt dieser Entwicklung ist die Zunahme der produktdefinierenden Daten sowie komplexere Beziehungen zwischen diesen Datensätzen, was wiederum den Bedarf an komplexer Technologie und Prozessen vorantreibt, um diese Information zu verwalten.

Die Abbildung 2 des Cimdata Whitepapers „An Emerging PLM Value Gap in the Aerospace & Defense Industry - Initial Characterization of PLM Value Leaders, September 2013“ zeigte auf, wie sich die Fähigkeiten und der Nutzen von PLM-Lösungen über die Zeit verändern. Die blaue Visions-Kurve stellt den Weitblick der PLM-Lösungsanbieter dar, also das, was diese glauben liefern zu können. Die grüne Technologie-Kurve stellt die tatsächlichen Fähigkeiten innerhalb der PLM-Lösungen dar, und die schwarze Kurve repräsentiert den Wert, den Branchenführer erreichen. Der Abstand zwischen der Implementationslinie und der Technologie-Kurve entspricht der Wertekluft, die von den besten Implementierungen minimiert wird. Basierend auf seinen Untersuchungen sieht Cimdata einen unterschiedlichen Verlauf im Hinblick auf den Erfolg von PLM-Implementierungen – Technologieführer erzielen einen besseren ROI als andere.

Die für Führungskräfte grundlegende Frage ist die der langfristigen Rendite. Führungskräfte wollen sicherstellen, dass sie den bestmöglichen Gegenwert für ihre PLM-Investitionen bekommen und dass das Ausmaß der Werte-Diskrepanz minimiert wird. Die Kernfrage in Bezug auf langfristige Rendite besteht darin, ob die PLM-Umgebung sowohl die derzeitige als auch künftige Unternehmensansprüche befriedigen kann, inklusive Upgrades, Erweiterungen sowie Unternehmensfusionen und Übernahmen, ohne größere Unterbrechungen oder finanziellen Aufwand. Das Modell zur Zukunftsfähigkeit von PLM-Investitionen wurde so gestaltet, dass industrielle Unternehmen damit die Bausteine quantifizieren können, die zur Entstehung der Werte-Diskrepanz führen, um diese zu minimieren und die Rendite zu erhöhen.

Gesicherte PLM-Zukunft
Das Modell der Zukunftsfähigkeit von PLM-Investitionen basiert auf Cimdatas bewährter Methode des Laufzeitmodells. Die 17 Grundbausteine sind klar definiert und Hauptkriterien definieren diese Grundbausteine. Für dieses Modell wurden die Laufzeitstadien als „unhaltbar“, „teilweise tragfähig“ und „vollkommen tragfähig“ festgelegt. Unhaltbare Lösungen müssen ersetzt werden, um die derzeitigen und künftigen Ansprüche zu unterstützen. Teilweise tragfähige Lösungen können die derzeitigen und künftigen Ansprüche unterstützen, wenn Investitionen getätigt werden, um die Lösung zu verbessern. Vollkommen tragfähige Lösungen erfüllen die derzeitigen und zukünftigen Anforderungen durch einfache, kontinuierliche Verbesserung.

Die Datenbeschaffung für das Modell erfolgt mit Hilfe eines Web-basierten Fragebogens. Eine Reihe an Fragen erfasst den Zustand der jeweiligen Kriterien der Grundbausteine. Diese Daten werden dann verarbeitet, um eine Aussage über die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu treffen. Abbildung 3 zeigt ein Beispiel einer Zukunftsfähigkeits-Betrachtung.

Anwendung des Modells
Das Modell zur Zukunftsfähigkeit von PLM-Investitionen stellt eine systematische Methode bereit, um die Zukunftsfähigkeit des Einsatzes einer PLM-Lösung zu beurteilen. Die Ergebnisse des Modells werden in einfachen Graphiken dargestellt, anhand derer jene Bereiche identifiziert werden können, die der Verbesserung bedürfen. Nachdem Änderungen an der PLM-Lösung vorgenommen wurden, kann eine erneute Anwendung des Modells dazu genutzt werden, die Auswirkung dieser Änderungen auf die Zukunftsfähigkeit zu bestimmen. Das Modell kann sowohl als alleinstehende Lösung betrieben werden als auch in andere Business-Tools und Prozesse integriert werden. -sg-

Cimdata (USA), Ann Arbor, Tel. 001/734/6689922, http://www.cimdata.com

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

PLM

Bombardier und Siemens kooperieren

Bombardier, der weltweit führende Hersteller von Zügen und Flugzeugen, arbeitet mit Siemens zusammen, um das Teamcenter-Portfolio für Product Lifecycle Management (PLM) auszubauen. Ziel ist es, eigene Engineering-Prozesse für die Produktentwicklung,...

mehr...
Anzeige

Book Release

„Digitalisierung auf mittelständisch“

Viele deutsche Mittelständler verspüren derzeit diese unbestimmte Angst: Die Entwicklung bei Industrie 4.0, Digitalisierung und Big Data rast an uns vorbei und überrollt unser traditionelles Geschäft. Der Unsicherheit und dem Wissensbedarf, wie das...

mehr...

PLM

Quick-Start für digitale Transformation

Aras bietet ab sofort einen PLM-Quick Starter an. Auf Basis der unternehmenseigenen Software Innovator soll das neue Produkt Unternehmen im produzierenden Gewerbe dabei unterstützen, über die verschiedenen Stationen des Produktlebenszyklus hinweg...

mehr...

Planungssoftware

Liebherr-Aerospace setzt auf HSi

Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden. Daher suchte Liebherr-Aerospace in Lindenberg nach einer Lösung, Änderungen von Serienkomponenten für Flugzeugfahrwerke effizienter und transparenter zu gestalten. So stellte der Zulieferer dem...

mehr...

IT-Solutions

Advanced Machine Engineering

Siemens kündigt eine neue Lösung für die Industriemaschinen-Branche an: Advanced Machine Engineering. Die Software richtet sich an Maschinenhersteller, die sich steigender Produktkomplexität und kürzeren Lieferzeiten stellen müssen.

mehr...