Produktionssysteme

»Integration und Offenheit«

Chefredakteur Stefan Graf sprach mit Vorstand Leo Ernst darüber, wie Proalpha die funktionale Integration und die Offenheit gegenüber anderen Systemen nutzt.

eDM: Herr Ernst, Sie werben einerseits damit, dass Sie alle unternehmerischen Funktionen, sowohl auf buchhalterischer Seite wie in der Logistik und Produktion, in einem einheitlichen System abbilden. Andererseits werden Sie nicht vermeiden können, mit anderen Systemen zu kommunizieren.

Leo Ernst: Beides ist völlig richtig. Unsere Produktstrategie war immer, alle Unternehmensfunktionen in nur einem System abzubilden, statt verschiedene Softwarebausteine über Schnittstellen zu verbinden und das Ganze unter einer mehr oder weniger einheitlichen Benutzeroberfläche zu verstecken. Dazu gehören auch Funktionen wie das Management Informationssystem, APS (Advances Planning and Scheduling), DMS, CRM und viele andere. Best-of-Breed-Lösungen sind in den meisten Fällen weniger leistungsfähig und schwieriger administrierbar. Eine Herausforderung ist jedoch die künftig noch sehr viel stärkere Vernetzung mit einer Vielzahl externer Systeme von Kunden und Lieferanten sowie Behörden, aber auch zu internen »Nicht-ERP«-Applikationen. Zur Verbindung solcher heterogenen IT-Strukturen und zur schnellen Anpassung von Prozessen im Unternehmen dient die SOA-Technologie (Service-orientierte Architektur). Im Gegensatz zu vielen anderen ERP-Anbietern ist Proalpha in der Lage, dieses Schlagwort in eine funktionierende Lösung umzusetzen: Die gesamte Proalpha-Architektur wird seit einiger Zeit entsprechend umgebaut, ein großer Teil der Software nutzt sie bereits. Trotz zunehmender Komplexität der Funktionen und deren Vernetzungen bleibt das Gesamtsystem so beherrsch- und anpassbar – und der bewährte Grundsatz des integrierten Standardsystems mit hohem Abdeckungsgrad erhalten.

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eDM: Business Intelligence ist mehr als das Produzieren bunter Charts mit Auslastungsgraden der Produktion oder der Zahlungsmoral einzelner Kunden. Können ERP-Systeme das ohne spezialisierte Auswertetools leisten?

Leo Ernst (lacht): Ihrer Feststellung stimme ich voll zu, denn auf die Frage kann man mit einem klaren Jein antworten. In der Tat brauchen die Unternehmen zum Teil sehr tiefgehende Analysen des Geschäftsablaufs um Investitions- und Organisationsentscheidungen fundiert zu treffen. Das ist aber sehr viel einfacher, wenn alle Informationen in einem System vorhanden sind und auch hier ausgewertet werden können, statt sie über diverse Schnittstellen zu transferieren und zu konsolidieren. Wie sonst kann ich mir beispielsweise eine Übersicht anzeigen lassen, in der die Lieferpünktlichkeit einer bestimmten Art von Kundenaufträgen über einen beliebigen Zeitraum, die Auslastung verschiedener Maschinengruppen, die Profitabilität dieser Aufträge und der Cash-Flow des Unternehmens sowie die Ergebnisbeiträge bestimmter Vertriebsregionen zueinander ins Verhältnis gesetzt werden – um nur ein Beispiel zu nennen. Und bei Fragen können die entsprechenden Basisdaten bis auf den letzten Beleg eingesehen werden, weil sogar das Dokumentenmanagement integriert ist. Es gibt Fälle, in denen spezielle BI-Tools ihre Einsatzberechtigung haben. Häufig geschieht das aber wohl eher als Notnagel aufgrund der mangelnden Fähigkeit zur eindeutigen und nicht redundanten Datenhaltung und Auswertung innerhalb der ERP-Systeme. Das vermeiden wir mit dem bewusst hohen Integrationsgrad aller Anwendungen – bei gleichzeitiger Vereinfachung der Kommunikationsmöglichkeiten mit externen Systemen dank SOA-Technologie. -sg-

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