Produktionssysteme

100 Milliarden Euro Sparpotenzial bei F&E

Wettbewerbsanalyse



Strategisches Benchmarking wird für deutsche Unternehmen offenbar immer wichtiger. Darauf weist eine Studie von Prof. Dr. Matthias Schmieder (Benchmarking Center Europe; Ineko-Institut an der Universität Köln, http://www.bmc-eu.com/) hin: „Benchmarking ist das meist genutzte Management-Tool, welches bisher überwiegend für internes Benchmarking eingesetzt wird. Was wir als neu erkennen ist der Trend, Benchmarking auch im Rahmen von Reverse-Engineering zum Vergleich mit den Konkurrenzprodukten vermehrt einzusetzen.“ Experten, wie Schmieder gehen davon aus, dass 100 Milliarden Euro in deutschen Unternehmen vergeudet werden, weil Lösungen nicht mittels Benchmarking gefunden und weiter entwickelt, sondern in vielen Unternehmen von Grund auf neu gestaltet werden. Insbesondere die Möglichkeiten des Reverse-Engineering würden nicht richtig genutzt. Reverse-Engineering beschreibt den in vielen Branchen üblichen Prozess der Teilezerlegung. Dabei werden eigene und auch Wettbewerbsprodukte auseinander gebaut, die Bauteile gewogen, gemessen und auf Material, Produktionsverfahren und auf Fertigungsqualität untersucht. „Firmen, die Strategisches Benchmarking betreiben, nutzen dafür Daten aus dem eigenen Hause, aber auch externe Marktdaten und frei verfügbare Daten von relevanten Wettbewerbern beziehungsweise Wettbewerbsprodukten. Das Analysieren der Daten erfordert allerdings intelligente Systeme wie etwa die Software Gobench IQ, so Schmieder. Firmen wie Conti, Claas, Hilti, Miele seien hier beispielhaft. Diese Firmen benchmarken Produkte, Prozesse, Stückkosten, Patentumfänge, Material-Logistik oder Produktionsstandorte in mitunter hoch komplexen Analyseprozessen und kommen damit zu entscheidenden Antworten, wenn es um die richtige Positionierung im Markt, um die Bewertung von Patentschutz oder um das Antizipieren von technologischen Entwicklungen geht – gleichgültig, ob es sich um eigene Entwicklungen oder um die Entwicklungen von Wettbewerbern handelt. Allerdings droht hier auch Gefahr aus Fernost, denn asiatische Unternehmen haben bewiesen, dass sie die Kunst des Kopierens beherrschen. Hiervon sind nicht nur die meist international aufgestellten Großkonzerne betroffen. Sorgen müssen sich laut Schmieder auch die Mittelständler machen: „Ihnen fällt es manchmal unglaublich schwer, eine bislang erfolgreiche Technik oder Methode zu verabschieden und sich neuen, zeitgemäßen und wettbewerbsfähigeren Lösungen zuzuwenden.“ -sg-

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Indec, Lippstadt, Tel. 02941/2729-0, http://www.indec-group.com

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