Produktionssysteme

„Unter einem Dach“

Proalpha setzt auf integrierte ERP-Lösung
Eine Vielzahl unterschiedlicher Programme soll in den Unternehmen Ressourcen verwalten und das Product Lifecycle Management unterstützen. Oft hakt es hier beim Zusammenspiel der Komponenten. Eine Alternative bietet der ERP-Hersteller Proalpha mit einem weitgehend integrierten System. Chefredakteur Stefan Graf sprach mit Technik-Vorstand Werner Ernst über die Produktphilosophie und die praktischen Auswirkungen für Kunden.

eDM-REPORT: Herr Ernst, Proalpha verfolgt mit seiner ERP-Lösung einen integrierten Ansatz. Welche Philosophie steckt dahinter und was können Unternehmen von dieser Lösung erwarten?

Werner Ernst: Unsere Software Proalpha ist eine speziell auf mittelständische Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen abgestimmte ERP-Komplettlösung. Wir setzen auf eine große Integrationstiefe, um ein optimales Zusammenspiel einzelner Komponenten zu gewährleisten. Alle zentralen Funktionen wurden von uns entwickelt. So ist ein integriertes System „aus einem Guss“ entstanden.


eDM-REPORT: Hochintegriert hört sich gut an, die Frage ist, was steckt dahinter beziehungsweise darin. Wie sieht es beispielsweise mit Dokumenten-Management aus?

Werner Ernst: Die Funktionalität unserer DMS-Komponente ermöglicht mit einem sehr geringen Verwaltungsaufwand die strukturierte und einheitliche Ablage von Dokumenten, unabhängig von Dokumententyp und Datenvolumen. Das heißt, alle Unternehmensbereiche, wie Vertrieb, Konstruktion, Rechnungswesen, Produktion oder Einkauf sowie die klassischen administrativen Bereiche haben Zugriff auf alle Unternehmensdaten.

Anzeige


eDM-REPORT: Wie wird das Erfassen und Handling von Dokumenten ermöglicht?

Werner Ernst: Wie dies bei einem DMS üblich ist: Scanner können angebunden werden und erfassen Belege wie Rechnungen, Geschäftsbriefe oder ähnliches. Sobald diese Dokumente digitalisiert und indiziert wurden, können sie mit einem beliebigen Proalpha-Objekt verknüpft und mit diesem verwaltet werden. Dies betrifft nicht nur Kunden- oder Lieferantendaten, sondern auch Daten aus Produktentwicklungsprozessen beziehungsweise dem Product Lifecycle Management.


eDM-REPORT: Wie sieht es mit Workflows und Archivierung aus? Werden wichtige gesetzliche Anforderungen erfüllt?

Werner Ernst: Auch klassische Daten-Management-Workflows und Archivierungsfunktionalitäten sind verfügbar. Compliance-Anforderungen werden abgedeckt. Selbstverständlich alles revisionssicher. Wie gesagt: Der Anwender hat alles unter einer Oberfläche im Zugriff. Eine Volltextrecherchefunktion erleichtert außerdem das Suchen und Finden.


eDM-REPORT: Zurück zum Thema PLM. Wie sieht es mit dem Anbinden von CAD-Software aus?

Werner Ernst: Unser System verfügt über eine CAD-Schnittstelle, die CA-Link heißt. Damit lassen sich viele marktüblichen CAD-Systeme anbinden. Wir haben schon vor Jahren mit Plug-Ins den Datenaustausch zu CAD-Systemen ermöglicht. Dabei sind wir aber nicht stehen geblieben, sondern haben die Anbindung wesentlich verbessert. Dazu zählt beispielsweise das Arbeiten unter einer einheitlichen Oberfläche. Anwender haben von Proalpha direkten Zugriff auf CAD-Daten. Die Änderungsverwaltung funktioniert beispielsweise unabhängig vom CAD-System. Konstrukteure können wiederum direkt aus dem CAD-System heraus auf Daten wie Baugruppen oder Zeichnungen zugreifen, die im ERP verwaltet werden. Es gibt keine redundanten Daten oder wartungsintensive Schnittstellen.


eDM-REPORT: Wie kann mit dieser Konfiguration die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen organisiert werden?

Werner Ernst: Ein kleines Beispiel: Erzeugt ein Mitarbeiter eine neue Stückliste, dann löst er damit eine „Workflow-Automation“ an. Es erfolgt eine automatisierte Mitteilung an einen Sachbearbeiter in der Prozesskette, wie beispielsweise den AV-Mitarbeiter oder den Einkäufer, über die zu erledigenden Aufgaben.

Die vom Konstrukteur erzeugten Zeichnungen und Konstruktionsdaten können von jedem ERP-Arbeitsplatz aus abgefragt und angezeigt werden. Unser System übernimmt so wesentliche Aufgaben des Produktdaten-Managements. Änderungen müssen nur einmal initiiert werden, die Ausführung erfolgt in beiden Systemen.

eDM-REPORT: Wie sieht es mit Business Intelligence (BI) aus? Hier wetteifern ja einige spezialisierte Anbieter mit ERP-Herstellern. Welchen Weg haben Sie eingeschlagen?

Werner Ernst: Unternehmen brauchen zum Teil sehr tiefgehende Analysen, um Investitions- und Organisationsentscheidungen fundiert zu treffen. Dies lässt sich sehr viel einfacher realisieren, wenn alle Informationen in einem System vorhanden sind und auch hier ausgewertet werden können. Aufgrund der vorhandenen Daten können Auswertungen sehr zielgerichtet erstellt werden. Und bei Fragen sind die entsprechenden Basisdaten bis auf den letzten Beleg verfügbar, da ja auch das Dokumenten-Management integriert ist.


eDM-REPORT: Wo stoßen Sie im Hinblick auf das PDM oder DMS an Grenzen, die spezialisierte, externe Systeme besser oder umfangreicher erledigen können?

Werner Ernst: Wir können mit unserem integrierten ERP-System nicht alle Funktionalitäten im gleichen Umfang oder Tiefgang ermöglichen wie spezialisierte Anbieter. Oft braucht aber auch ein Unternehmen nicht alle diese Funktionalitäten, die verfügbar wären. Wir können und wollen nicht in allen Bereichen die „Best-of-Breed-Lösung“ haben. Das verlangen auch die Kunden nicht von uns. Wir orientieren uns hier an unserer Hauptzielgruppe: dem Mittelstand. Wer unser ERP-System einsetzt und darüber hinausgehende Ansprüche hat, beispielsweise im Produktdaten-Management, der kann selbstverständlich auch ein externes System anbinden.


eDM-REPORT: Welche Erfahrungen haben Sie am Markt mit dieser Philosophie gemacht?

Werner Ernst: Interessenten und Kunden schätzen die Funktionalitäten und die dahinter stehende Strategie sehr. Nicht wenige Unternehmen haben sich bislang auch aus diesem Grund für Proalpha entschieden.

Proalpha Software AG, Weilerbach Tel. 06374/800-0, http://www.proalpha.de

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

ERP-Software

Weniger Klicks, mehr Effizienz

Sage veröffentlicht ein neues Release der Unternehmenssoftware 100c. Durch die neue Benutzeroberfläche lassen sich Aufgaben laut Hersteller mit deutlich weniger Klicks erledigen. Darüber hinaus verkürze die übersichtlichere Gestaltung die...

mehr...

Cloud/ERP

Cosmo in der Cloud

Die Cosmo Consult-Gruppe, Europas größter Microsoft ERP-Partner, hat seit dem 30. Juni 2016 den Status eines Microsoft Cloud Solution Providers (CSP). Erste Aufträge konnte Cosmo Consult nun bereits vermelden.

mehr...
Anzeige

ERP-System

Gut beraten - gut gewählt

Die Hermann Paus Maschinenfabrik GmbH in Emsbüren will mit einer seit November 2015 laufenden Einführung des ERP-Systems von der ams-group die im Auswahlverfahren ermittelten Nutzenpotenziale heben.

mehr...