Interview

„Ein neutraler Anbieter von Integrationslösungen“

XPLM blickt in seinem Jubiläumsjahr auf zehn Jahre als IT-Dienstleister zurück. Der PLM IT Report sprach mit den Gründern und Geschäftsführern Karl „Charly“ Wachtel und Rolf Pfenning über den Start, die Gegenwart und die Zukunft ihres Unternehmens.

PIR:
Wie kam es zur Firmengründung und welche Ziele hatten Sie sich gesetzt?

Wachtel:
Als langjährige Mitarbeiter der Firmen „Eigner & Partner“ sowie „Agile“ waren wir natürlich sehr gut mit der Materie im PLM-Umfeld vertraut. Im Frühjahr 2005 kam es dann zu einem „friendly Spin-Off“ mit dem Ziel, als neutraler Anbieter Integrationslösungen zwischen führenden PLM- und CAD-Systemen anzubieten. Wir wollten es ermöglichen, möglichst viele unterschiedliche Systeme zu unterstützen, und darüber hinaus weitere Tools aus den Bereichen ECAD, Software-Entwicklung sowie Systementwurf und –modellierung in die PLM-Welt zu integrieren. Mit der Entwicklung unserer Integrationsplattform haben wir dieses Ziel erreicht und bieten heute neben umfassenden Integrationslösungen auch den zugehörigen Service für die Einführung und Betriebsunterstützung von PLM-Systemen an.

PIR:
Was sehen Sie als die wichtigsten „Meilensteine“ Ihres Unternehmens?

Pfenning:
Wesentliche Meilensteine nach der eigentlichen Gründung waren natürlich die Entwicklung unserer Integrationsplattform und der zugehörigen Konnektoren, um eine breite Vielzahl an unterschiedlichen Programmen miteinander verknüpfen zu können. Ebenso wichtig war aber auch die Ausarbeitung aller Verträge mit den führenden Herstellern von PLM- und CAD-Systemen, um in einem partnerschaftlichen Verhältnis voneinander profitieren zu können. Der nächste Schritt war die Ausweitung unserer Geschäftstätigkeit. Ursprünglich aus dem Bereich der Mechanik kommend, bieten wir mittlerweile auch umfangreiche Lösungen für die Bereiche Software-Entwicklung, Elekto-/Elektronikentwicklung sowie der technischen Dokumentation an.

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PIR:
PLM-Dienstleister sind in der Regel auf ein oder zwei Produkte spezialisiert. Worin liegen die Herausforderungen für einen Dienstleister, der Beratung und Projektierung für mehrere PDM/PLM-Systeme anbietet?

Wachtel:
Mit unserem Angebot bewegen wir uns häufig zwischen den führenden Systemherstellen und somit innerhalb deren Wettbewerbssituation zueinander. Dabei ist es teilweise kompliziert, den Ansprüchen beider Seiten gerecht zu werden. Wir müssen also stets darauf achten, eine neutrale Lösung anzubieten. Umgekehrt profitieren jedoch gerade die großen Hersteller von uns, da wir teilweise als Puffer dienen und die direkte Konkurrenzsituation entschärfen können.

PIR:
Wo wird sich der Markt für PLM-Software beziehungsweise die Ansprüche der Anwender hinbewegen? Sprechen wir in zehn Jahren noch von PLM?

Pfenning:
Inhaltlich werden die frühe Entwicklungsphase und die adäquate Verwaltung der großen Menge an Entwicklungsdaten und –informationen weiter an Bedeutung gewinnen. Sowohl der Umfang als auch der Begriff „Product Lifecycle Management“ werden sich weiter entwickeln und vermutlich wird es in zehn Jahren eine andere Bezeichnung hierfür geben. Denkbar wären Ansätze aus dem Systems Engineering in Art einer „Systems Value Chain“. Dabei wird PLM jedoch ein entscheidender Teil dieser Ansätze bleiben, ähnlich wie PDM heute ein wichtiger Teil von PLM ist.

PIR:
Wo steht Ihr Unternehmen in zehn Jahren?

Wachtel:
XPLM wird basierend auf den heute bereits vorhandenen Lösungen sein kontinuierliches Wachstum weiter fortsetzen. Neben einer noch stärkeren internationalen Ausrichtung werden wir zusätzlich den Bedarf an PLM-Unterstützung in der frühen Entwicklungsphase weiter unterstützen. Hierfür bringen wir bereits heute unsere langjährige Erfahrung in Standardisierungskomitees, beispielsweise für die Standardisierung von SysML 2.0, oder in Forschungsprojekte mit verschiedenen Hochschulen und externen Partnern mit ein. Zudem planen wir den weiteren Ausbau unseres Beratungsangebotes für den Themenbereich der frühen, modellbasierten Systementwicklung.

Stefan Graf

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