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Sicherung der Investition: Pflege und Wartung von Schleuderrad-Strahlanlagen

Sicherung der Investition: Pflege und Wartung von Schleuderrad-Strahlanlagen

Magnet-/Windsichtung im Schnitt (rot und gelb = Sand, blau = Strahlmittel)
Das Thema Verschleiß ist im Zusammenhang mit Strahlanlagen ein wichtiger Aspekt. Stillstandzeiten sind kostspielig und müssen daher auf ein Minimum begrenzt werden. Viel Wert legen Betreiber auf das Material der Verschleißteile. Sicherlich hat dieses einen großen Einfluss auf deren Standzeiten. Dennoch gibt es weitere Möglichkeiten, um Kosten zu sparen. Dies soll am Beispiel von Schleuderrad-Strahlanlagen verdeutlicht werden.

Das Thema Fremd- und Feinteile im Strahlmittel wird oftmals unterschätzt. Eine Regel lautet hier: Je feiner die Partikel, desto aggressiver sind sie. Der Verschleiß in den Schleuderrad-Strahlanlagen steigt mit zunehmendem Anteil an Feinpartikel gewaltig an. Wichtig ist es daher, mittels einer guten Strahlmittelaufbereitung sämtliches Unterkorn, also zu feines Strahlmittel, Fremdteile, wie z. B. Zunder, Sand, Grate, etc., und vor allem Staub aus dem Strahlmittelkreislauf zu separieren.

Bei Schleuderrad-Strahlanlagen, die in Gießereien betrieben werden, müssen Grobteile mittels einer Siebförderrinne ausgetragen und der Entsorgung zugeführt werden. Sie ist unterhalb der Strahlkammer angeordnet. Für die Reinigung des Strahlmittels wird der üblichen Windsichtung eine zusätzliche Reinigungsstufe, die Magnetsichtung, vorgeschaltet. Die Magnetsichtung hat die Aufgabe, den aggressiven und bei Zerschlagung gesundheitsschädlichen Formsand aus dem Strahlmittelkreislauf zu entfernen. Dies geschieht in dem nachfolgend beschriebenen Prozess. Nachdem das durch die Siebförderrinne grob vorgereinigte Strahlmittel vom Becherwerk in den über der Strahlkammer angeordneten Vorratsbehälter (Silo) befördert wurde, gelangt es über eine, besser noch zwei, Magnetwalzen. Weil das Strahlmittel, entgegen dem Sand, magnetisch ist, wird es durch die Magnetwalzen aus dem Strahlmittel-Sand-Gemisch getrennt. Es durchläuft anschließend die sogenannte Windsichtung und wird den Turbinen wieder zugeführt. Damit schließt sich der Strahlmittelkreislauf. Der Sand wird aus der Anlage heraus befördert. Er kann in einigen Fällen wiederverwendet werden, oder er wird entsorgt. 

Bei Schleuderrad-Strahlanlagen, die nicht in Gießereien aufgestellt werden, reicht für die Strahlmittelreinigung eine Windsichtung. Dagegen stellt sie bei Anlagen, die in Gießereien stehen, nach der Siebförderrinne und der Magnetsichtung die dritte Reinigungsstufe dar. Das Grundprinzip dieser Baugruppe ist bei fast allen Herstellern von Schleuderrad-Strahlanlagen gleich. Dennoch gibt es große Unterschiede in der Ausführung. Wichtig sind die vielfältigen Einstellmöglichkeiten.

Das Strahlmittel läuft als kontinuierlicher, dünner Strahlmittelschleier möglichst breit über eine Kante. Dabei sorgt ein Luftzug, der vom Unterdruck des Ventilators der Filteranlage erzeugt wird, für den Austrag von Feinanteilen. Verschiedene Justierklappen ermöglichen die optimale Einstellung. Mit etwas Erfahrung kann der Wartungsmann damit die Maschine auf das korrekte Gemisch einstellen. Der Verschleiß wird sich minimieren. Wer daher schon bei der Anschaffung der Anlage auf eine gut zu justierende Windsichtung achtet ist klar im Vorteil!

Das Strahlmittel fällt anschließend auf ein Lochblech oder Sieb, das Grobteile, die sich noch im Strahlmittel befinden, separiert. Dieses Lochblech muss regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, um einen Strahlmittelstau zu verhindern.

Vielfältige Einstellmöglichkeiten der Windsichtung
Anlagen von AGTOS sind besonders im Bereich der Windsichtung sehr vielfältig einstellbar. So ist es möglich, die Luftgeschwindigkeit innerhalb der Windsichtung zu regeln. Kleine Partikel können mit weniger Luftstrom als größere Partikel abgesaugt werden.

Ein zusätzliches Schiebeblech ermöglicht es dem Betreiber, die Windsichtung auf die unterschiedliche Rutschfähigkeit des Strahlmittels einzustellen.

Eine weitere Möglichkeit zur Trennung von Fein- und Grobteilen ergibt sich durch ein sogenanntes Schwert. Dies ist eine Vorrichtung, die den Strahlmittelschleier teilt und zu feines Korn besser absaugen lässt als grobes Korn.

Ein verstellbares Gegengewicht regelt den Staudruck des Strahlmittels vor der Ablaufkante. Somit wird ein gleichmäßiger Strahlmittelschleier erzeugt. Der Praktiker wird sich fragen, wie er all diese Möglichkeiten im Betrieb prüfen und einstellen kann. Auch dafür gibt es eine Lösung: Die Konstruktion sieht eine Prüföffnung in der Windsichtung vor, die während des Betriebes kurzzeitig für Einstellarbeiten genutzt werden kann.

Und es gibt noch weiter gehende Maßnahmen zu Reduzierung der Feinanteile im Strahlmittel. Eine grundlegende Maßnahme ist, dass der Becherwerkskopf stets mit abgesaugt wird. Denn durch die heftigen Strahlmittelbewegungen, die durch den Abwurf des Strahlmittels aus den Bechern auf das Rutschblech der Aufbereitung verursacht werden, fällt hier viel Staub an. Eine weitere Maßnahme wird Kunden als Option angeboten, ist aber im Standard-Leistungsumfang nicht enthalten. Gemeint ist die Unterdruckabfrage. Sie ermöglicht die Prüfung des Unterdrucks in der Strahlmittelsichtung vom Schaltschrank oder Leitstand des OP aus.

Die Vielzahl der Möglichkeiten zur Optimierung der Strahlmittelreinigung lassen die Bedeutung dieses Aspektes für die Qualität des Strahlprozesses und die Auswirkungen auf die Wartungszeiten und
-kosten erkennen. Viele dieser Punkte können bei der Anschaffung berücksichtigt werden. Wird mit einer älteren Schleuderrad-Strahlanlage gearbeitet sollte geprüft werden, ob alle Einstellmöglichkeiten ausgeschöpft werden. Hinweise dazu sollten in einer guten Betriebsanleitung zu finden sein.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.agtos.de

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