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Kunststoff-GleitlagerKunststoff schlägt Metall

Kunststoff-Gleitlager

Hochleistungskunststoffe für bewegte Anwendungen sind heute weltweit im Einsatz. So verdrängen beispielsweise Kunststoff-Gleitlager von Igus in industriellen Umgebungen wie Werkzeugmaschinen, Abfüllanlagen oder in Pneumatikzylindern zunehmend ihre metallischen Vorgänger.

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Korrosionsschutzsystem, SchraubensicherungsscheibenErfreuliche Nebeneffekte

Seit fast 30 Jahren ist die Nord-Lock Gruppe Weltmarktführer auf dem Gebiet der Schraubensicherungssysteme. Zahlreiche Umweltaspekte und die Forderungen von EU-Altfahrzeug- und EU-Elektroschrott-Verordnung führten bereits 2007 zur Umstellung der bisherigen Beschichtung auf ein Chrom(VI)- freies Mikroschicht-Korrosionsschutz-System. Im Laufe der Jahre entstand daraus schließlich eine echte Win-Win-Situation.

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Schraubensicherungsscheiben: Erfreuliche  Nebeneffekte

Seit Anfang der 1980er-Jahre ist die Nord-Lock Gruppe auf die Herstellung von Schraubensicherungsscheiben spezialisiert. Das Prinzip ist dabei so einfach wie effektiv: Ein Keilsicherungsscheibenpaar nach DIN 25 201 wirkt als rein mechanisches Maschinenelement, das die Schraubverbindung durch Vorspannkraft (anstatt durch Reibung) sichert.

Das allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnis (07.05.2000) von der Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine der TH Karlsruhe regelt den Einsatz der Keilsicherungsscheibenpaare im Stahlbau gemäß DIN 18800-1. Zur Erlangung dieses Prüfzeugnisses war es erforderlich, einen Korrosionsschutz zu gewährleisten, der jenem der feuerverzinkten Scheiben gemäß DIN 6916 ähnlich ist – oder besser! Im Salzsprühnebeltest nach DIN 50021-SS fielen die feuerverzinkten Scheiben bereits nach 170 Stunden aus, während die Nord-Lock Keilsicherungsscheiben mit dem Beschichtungssystem Delta-Protekt KL 100 + VH 302 GZ nach 1000 Stunden in der Salzsprühkammer nahezu keine Korrosionserscheinungen zeigten.

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Die Sicherungsscheiben bestehen in ihrer Standard-Ausführung aus durchgehärtetem Stahl und wurden bis 2007 verzinkt und gelb chromatiert, um sie vor Korrosion zu schützen. Um den Aspekt Umwelt zu berücksichtigen und den Forderungen der Altfahrzeugverordnung ELV 2000/53/EC und der EU-Richtlinie für Elektrogeräte RoHS 2002/95/EC Folge zu leisten, ging das nach ISO 14001 zertifizierte Unternehmen auf die Suche nach Chrom(VI)-freien Alternativen für den Korrosionsschutz. Nord-Lock nahm deshalb Kontakt mit Dörken MKS-Systeme in Herdecke auf. Das Ergebnis: Seit April 2007 werden nahezu alle Nord-Lock Standard-Sicherungsscheiben mit einem Delta-MKS-Zinklamellensystem geschützt. Der neue Systemaufbau ist das Resultat einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Beschichtungshersteller und dem Anwender, der sich im Laufe dieses Prozesses auch gleich zum Beschichter entwickelt hat. Denn der Korrosionsschutz wird heute „inhouse“ aufgebracht!

Hart und beständig

Das größte Problem bei der Konzeption des für die Schraubensicherungsscheiben maßgeschneiderten Korrosionsschutzes war die spezielle Geometrie der Teile. Es musste sichergestellt sein, dass die Innenecken der Keilflächen sich bei der Beschichtung nicht zusetzen, da dies das Wirkprinzip empfindlich beeinträchtigen würde. Die Lösung fand sich in einem Beschichtungsaufbau im Mikroschichtbereich und einer speziell abgestimmten Applikationstechnik. Zum Einsatz kommt dabei der Zinklamellen-Basecoat Delta-Protekt KL 100 in Kombination mit dem wasserbasierten anorganischen Topcoat Delta-Protekt VH 302 GZ. Der Basecoat bietet den eigentlichen Korrosionsschutz; die Versiegelung verleiht der Beschichtung weitere multifunktionale Eigenschaften.

Die Beschichtungen werden im Tauchschleuder-Verfahren aufgebracht und anschließend bei etwa 220° C eingebrannt. Die genauen Parameter für den eigentlichen Beschichtungsvorgang wie Benetzungszeit, Schleuderprogramm und Einbrennbedingungen wurden im Technikum der Dörken MKS-Systeme in Herdecke erarbeitet und später auf die neue Beschichtungsanlage bei Nord-Lock übertragen. Das Unternehmen hatte sich aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der Prozessoptimierung entschlossen, mit der Umstellung auf das neue System die Beschichtung selbst zu übernehmen und in den Fertigungsprozess zu integrieren. Sowohl bei der Planung der neuen Beschichtungsanlage als auch bei der Installation und Endabnahme haben Techniker von Dörken das Unternehmen vor Ort unterstützt.
Die Umstellung auf das Chrom(VI)-freie System brachte zudem noch einige Zusatznutzen. So bietet der neue Beschichtungsaufbau eine signifikant höhere Korrosionsbeständigkeit von über 600 Stunden im Salzsprühnebeltest nach ISO 9227. Im Vergleich zur bisherigen Beschichtung bleibt Delta-Protekt damit in korrosiver Umgebung vier Mal länger erhalten, ehe eine Tendenz zum Oxidieren auftritt! Die mit dem neuen System beschichteten Teile sind härter und somit für eine große Anzahl unterschiedlicher Applikationen und Materialien zu verwenden. Da zudem bei der Beschichtung mit dem Zinklamellensystem kein Wasserstoff angeboten wird und ein Sprödbruch aufgrund einer wasserstoffinduzierten Spannungsrisskorrosion somit applikationsbedingt auszuschließen ist, können die im herstellereigenen Labor geprüften Standard-Sicherungsscheiben jetzt auch in hochfesten Schraubverbindungen eingesetzt werden. Der Topcoat garantiert zudem eine deutlich höhere Chemikalienbeständigkeit. ms

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