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RoboterLanger Arm in der Mikrofabrik

Herstellung von LED-Röhren

Herstellung von LED-Röhren. Die ANT-Plant: Sechs Denso-Roboter VS-087 und VS-068 sind in der ersten Mikrofabrik für LED-Leuchtröhren des finnischen Unternehmens EID Tech im Einsatz.

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Flexible Werkstückspannsysteme, Schnellwechselsysteme, Spann- und Greifsysteme, SpannelementsystemeVon Killern und Zeitfressern

Rüstzeiten an Werkzeugmaschinen bieten noch viel ungenutztes Potenzial zur Produktivitätssteigerung. Einzelne Maßnahmen bringen zwar Erfolge. Chefredakteur Hajo Stotz beschreibt aber Wege, wie sich durch die Optimierung der gesamten Prozesskette die unproduktiven Nebenzeiten um 80 Prozent und mehr reduzieren lassen.
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Spannelementsysteme: Von Killern und Zeitfressern

"Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" - als dies Aristoteles um 340 v. Chr. Alexander dem Grossen lehrte, dachte er bei der philosophischen Betrachtung des Entstehens, Seins und Vergehens wahrscheinlich nicht an Bearbeitungsprozesse. Jedoch auch hier gilt: Mit einzelnen Maßnahmen lassen sich zwar Erfolge bei der Produktivitätssteigerung erzielen, aber erst durch die systematische Optimierung der gesamten Prozesskette können unproduktive und teure Nebenzeiten nachhaltig in die Knie gezwungen werden. Aber während die Werkzeugmaschinen immer leistungsfähiger und flexibler werden, erfolgt die Werkstückumrüstung, besonders bei Kleinserien und großer Werkstückvielfalt, teilweise noch immer umständlich und zeitraubend am T-Nuten-Tisch. Doch hier wie auch in der Serienproduktion gilt: Durchdachte Spannmittel und Spannsysteme und qualifizierte Beratung und Service durch die Hersteller bieten erhebliche Einsparungen. Zunächst einmal: Was versteht der Praktiker eigentlich unter Rüstzeiten? Darauf gibt Volker Göbel, Geschäftsführer der Andreas Maier GmbH &Co KG, die Antwort: "Die Rüstzeit setzt sich aus den Einzelabläufen "Abrüsten", "Vorbereiten", "Maschinenrüsten", "Probelauf" und "Nachbereiten" zusammen. Aufgabe des Spannmittelherstellers ist es zum einen, das Abrüsten durch geeignete Spannmittel schnell und wirtschaftlich zu gestalten, um dadurch auch die Vorbereitungszeit für den nächsten Auftrag zu minimieren. Zum anderen kann das tatsächliche Maschinenrüsten durch Einsatz von modernen Wechselsystemen, wie dem Nullpunktspannsystem Zero-Point, auf ein Minimum reduziert werden. Hier bietet sich ein riesiges Einsparungspotential bezüglich der Rüstzeit, sowohl bei manueller Bedienung, als auch bei automatisierten Anlagen. Bedingt durch die präzise Wiederholgenauigkeit kann der Probelauf ebenso verringert werden wie auch das Nachbereiten." Generell haben beim Thema Rüstzeit der organisatorische Ablauf und die Verschiebung von internen Rüstaufgaben auf externe Rüstaufgaben sehr grossen Anteil. Dies kann nicht allein durch Spannmittel gelöst werden, hier ist ein umfangreiches Knowhow über den Gesamtprozess notwendig.

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Organisatorische Maßnahmen ergänzen technische Lösungen

Hans-Michael Weller, technischer Geschäftsführer der Hainbuch GmbH, ergänzt: "Der Anwender muss heute jede Möglichkeit nutzen um den Stillstand seiner Produktionsmittel zu reduzieren. Neben der Hardware in Form von schnell rüstbaren Spannmitteln zählen hierzu auch organisatorische Maßnahmen. Was bei den Werkzeugen heute schon Standard ist, Werkzeugpläne, Werkzeugvorbereitung und Einstellung außerhalb der Maschine, muss auch für die Spannmittel genutzt werden. Je komplexer die Werkstücke werden, desto komplexer werden auch Anforderungen an die Spannmittel. Oftmals bedeutet dann Rüsten nicht das Austauschen der werkstückberührenden Teile wie Spannelemente, Werkstückauflagen oder -anschläge, sondern den Austausch des gesamten Spannmittels." Ein Hainbuch-Kunde aus der Automobilbranche setzt zum Beispiel in allen seinen Werken weltweit schnellwechselbare Sonderpräzisionszentrischspanner mit Centrex-Schnittstelle ein. Zur Spannmittelausstattung gehört eine speziell ausgestattete Messmaschine. Diese ist in den außerhalb der Maschine stattfindenden Rüstprozess eingebunden. Das Vermessen der umgerüsteten Spannmittel liefert Prozesskorrekturdaten direkt an die Maschine. Das erlaubt ihm einen sofortigen Serienstart ohne Erstprüfung. Weller: "Er spart damit enorm Zeit und Kosten." Zudem ist durch die Gleichheit der Prozessmittel eine flexible Kapazitätsverteilung auch bei kleineren Chargen über den gesamten Globus möglich. Die Kosteneinsparung durch schnell umrüstbare Spannelemente und -systeme lassen sich durch organisatorische Maßnahmen noch steigern. "Ziel muss es hierbei sein", so Hans-Michael Weller weiter, "das Rüsten gänzlich aus der Maschine zu verlagern. So lassen sich dann auch komplexe, unterschiedliche Teilefamilien und kleine Serien kostengünstig fertigen." Eine Spanntechnologie, die diese Forderung umsetzt, ist nach Meinung von Hans-Joachim Molka, Geschäftsführer der Hilma-Römhild GmbH, das bereits genannte Nullpunktspannsystem. Mit ihm werden, so unterstreicht Molka, "massive Einsparungen beim Rüsten der Maschinen erreicht." Auch für Markus Kleiner, Geschäftsführer der Schunk Spanntechnik, ist die Anwort auf Einsparungmöglichkeiten für den Anwender klar: "Ganz einfach: Er wandelt interne Rüstzeiten, in denen die Maschine aufgrund des Rüstvorgangs steht, in externe Rüstzeiten um. Er verlagert also den Rüstprozess aus der Maschine heraus. Damit verlängern sich die Hauptzeiten, also die Zeiten, in denen die Maschine Geld verdient. Während die Maschine produziert, wird außerhalb bereits wieder gerüstet. Basis für ein solches Konzept ist ein Nullpunktspannsystem. Mit seiner Hilfe lassen sich Maschinen in Sekundenschnelle hochpräzise bestücken."

Investition in einem Jahr amortisiert

Das kann beispielsweise die Kolbus GmbH, ein Unternehmen mit 1.200 Mitarbeitern im ostwestfälischen Rahden, bestätigen. Über 30 Maschinentypen zur Herstellung von Büchern und gebundenen Produkten vertreibt das Unternehmen weltweit, wobei die Fertigungstiefe extrem hoch ist. Rund 110.000 selbst gefertigte Teile werden in den aktuellen Kolbus-Maschinen verbaut, beziehungsweise als Ersatzteile für Vorgängermodelle bereitgehalten. Im Rahmen einer Neuinvestition in drei Unisign-Hochgeschwindigkeitsbearbeitungszentren mit insgesamt sechs Bearbeitungsstationen erarbeitete Kolbus ein neues Konzept für den Rüstvorgang. Zum Einsatz kommt dabei das Schunk-Nullpunktspannsystem. Mit ihm werden Werkstücke und Spannvorrichtungen innerhalb weniger Sekunden referenzgenau fixiert, positioniert und gespannt. Durch das hauptzeitparallele Rüsten der Werkstücke außerhalb der Maschine minimieren sich die Stillstandzeiten enorm. Wurden seither die Paletten mit den Werkstücken konventionell in den Maschinen gerüstet, spart Kolbus mit der Umstellung auf das Nullpunktspannsystem Rüst- und Fertigungszeiten in Höhe von 60 Prozent. Aktuelle Berechnungen gehen davon aus, dass sich die Investition in das Nullpunktspannsystem bei Kolbus bereits nach einem Jahr komplett amortisiert hat. "Mit dem neuen Nullpunktspannsystem Vero-S setzt Schunk Maßstäbe in Sachen Präzision und Wirtschaftlichkeit", ist Markus Kleiner überzeugt. "Der Rüstzeitenkiller eliminiert sämtliche Zeitfresser und Unsicherheiten beim Rüsten. Mit ihm lassen sich Rüstkosten problemlos um 90 Prozent senken. Das gilt für planmäßige Aufträge ebenso wie für "Schnellschüsse", bei denen der Fertigungsprozess kurzfristig unterbrochen wird, um ein eiliges Projekt vorzuziehen." Bei der Herausforderung der Nebenzeiten-Optimierung unterstützen die Spanntechnik-Hersteller die Anwender sowohl in Form von Produkten und Lösungen wie auch durch entsprechenden Service. Geschäftsführer Volker Göbel zum Angebotsspektrum von AMF: "Die Kernkompetenz von AMF ist die Rüstzeitminimierung beim Kunden im Gesamtprozess. Das Angebotsspektrum beginnt bei Spannmitteln selbst, d.h. Produkte, die alle für sich die Rüstzeit bei der Werkstückspannung reduzieren können. Ergänzt wird dies durch ein umfangreiches Angebot von Schnellwechselsystemen, welche die Schnittstelle zwischen Maschinentisch und Vorrichtung darstellen." Das komplette Serviceangebot von AMF umfasst neben dem reinen Anbieten dieser genannten Produkte die komplette Analyse der Fertigungssituation beim Kunden und das anschließende Anbieten einer Komplettlösung, beginnend mit Automatisierungssystemen über den Vorrichtungsbau. Dadurch ist die gesamte Prozesskette abgedeckt und der Kunde hat ein ganzheitliches Konzept bezüglich dem Thema Rüstzeiten und Produktivitätssteigerungen. Göbel: "Dieses Knowhow bietet AMF als Komplettpaket an und analysiert zusammen mit dem Kunden den Gesamtrüstvorgang, um auch die organisatorischen Potentiale neben den Potentialen bedingt durch die reine Spanntechnik voll auszuschöpfen."

Rahmenbedingungen beim Kunden sind entscheidend

Zu Hainbuch erläutert Geschäftsführer Hans-Michael Weller: "Hainbuch hat vor über einem Vierteljahrhundert mit dem schnell rüstbaren Spannelementsystem Spanntop mehr oder weniger einen Industriestandard geschaffen. Rüsten und auf den jeweiligen Anwendungsprozess optimal abgestimmte Spannmittel sind seit langem unser zentrales Thema. Heute fragen selbst typische Massenteilehersteller aus der Automobilindustrie vermehrt schnell auswechselbare Spannmittelausstattungen an." Hainbuch hat mit dem System Centrex einen flexiblen Baukasten, mit dem individuelle Anforderungen abgedeckt werden können. Dieses, aus einfachen Konstruktionselementen bestehende System, erlaubt sowohl robuste einfachste Präzisionsschnittstellen, die manuell verbunden werden, als auch vollautomatisierte Lösungen. Mitzuberücksichtigen sind dabei immer auch die speziellen Rahmenbedingen der Kunden, wie beispielsweise Teilespektrum, Losgrößen, Maschinenpark, Produktionsprozess und organisatorisches Umfeld. "Unsere Technologieberater gehen daher vor Ort", so Weller, "um in Zusammenarbeit mit dem Kunden den Spagat zwischen universeller Flexibilität und prozessoptimierter Speziallösung zu meistern und die für den Kunden optimale Lösung zu finden. Das Ergebnis können auch hochflexible Spezialspannmittel sein. So hat Hainbuch für einen Kunden ein Spannmittelsystem entwickelt, das es erlaubt, die gesamte Werkstückpalette von Rund- und Rechteckrohren von 12 mm bis 254 mm ohne umrüsten zu spannen und zu führen." Hainbuch bietet seinen Kunden auch an, die Spannsysteme von Service-Technikern aufbauen zu lassen - inklusive einer Handhabungs-Schulung für die Mitarbeiter. Darüber hinaus finden zweimal jährlich Technologie-Foren statt, auf denen die aktuellen Aufgabenstellungen rund um die Produktion mit dem Schwerpunkt Spanntechnik behandelt werden. Die Teilnehmer können sich den Einsatz in der Fertigung ansehen und ihre Erfahrungen untereinander austauschen. Spezielle Seminare, auch zum Thema Rüsten, runden das Serviceangebot ab. Als Kompetenzführer für Spanntechnik und Greifsysteme sieht Geschäftsführer Markus Kleiner die Schunk Spanntechnik, der dem Anwender "mit Vero-S" den Weg zu noch mehr Präzision, Wirtschaftlichkeit, Prozesssicherheit und Effizienz in der Zerspanung bahnt. Kein anderer Hersteller bietet ein so umfassendes, standardisiertes Baukastensystem für die hocheffiziente Werkstückspannung. Es reicht vom mechanischen Spanner über robuste 3-Backenfutter mit Schnellwechselsystem bis zur standardisierten Magnetspannplatte. Bei Schunk erhalten Anwender all diese Spannmittel und sogar die passenden Spannbacken präzise aufeinander abgestimmt aus einer Hand. Damit profitieren Anwender ganz unmittelbar von der Kompetenz unseres innovativen Familienunternehmens."

Produktivität ist bei Klein- und Großserie entscheidend

Bei den Anwendern selbst sind unter Produktionsgesichtspunkten in der Fertigung zwei Trends festzustellen: Zum einen zu immer kleineren Losgrößen bis hin zur Einzelfertigung, zum anderen die Automatisierung von Fertigungseinheiten für große Stückzahlen. Decken sich aus Sicht der Spanntechnik-Hersteller die Herausforderungen und Lösungen für die beiden Trends? Für Hans-Joachim Molka, Hilma-Römhild, ist die Antwort nicht eindeutig: "Ja und nein. Der Trend zu kleineren Losgrößen ist mit Sicherheit gegeben. Aber dies nicht erst seit Gestern. Für diese Aufgabenstellung in der Fertigung muss die Spanntechnik Lösungen bieten. Automation von Los 1 ist das Ziel. Die Automation von großen Stückzahlen gibt es seit Jahrzehnten." Volker Göbel von AMF ist der Überzeugung, dass sich die beiden Trends "durch die Fertigung von kleinen Losgrößen sowie die Automatisierung von Fertigungseinheiten in Hinblick auf die Spanntechnik kaum unterscheiden. Die Kunst eines Spannmittelherstellers ist es, für beide Bereiche die richtigen Spannmittel im Portfolio zu haben oder Produkte zu entwickeln, die sowohl in der Automation, als auch in der Einzelfertigung eingesetzt werden können. Vielmehr zählen in Zukunft Serviceangebote, so bietet heute AMF eine Gesamtlösung für den kompletten Prozess an. Der Kunde muss damit nicht losgelöst sehen, es ist viel mehr AMF, die die Projektierung übernimmt und die richtigen Spannmittel und Vorrichtungen verbunden mit der entsprechenden Wechseltechnik anbietet. In beiden Fällen bleibt die Herausforderung für den Spannmittelhersteller, dass richtige Produkt zu haben und die Flexibilität sowohl für Einzelfertigung, als auch für Automation zu integrieren." Auch aus Sicht von Hans-Michael Weller, Hainbuch, widersprechen sich die Trends nicht: "Sie sind lediglich in ihrer Wertigkeit unterschiedlich besetzt und spiegeln sich direkt in den Anforderungen an die Spanntechnik wieder. Für beide Themenfelder sind Lösungen vorhanden und werden weiter entwickelt. Die zentralen Themen heißen Produktivität und Rüsten. Das sind die traditionellen Schwerpunkte von Hainbuch. Rüsten heißt zumeist Maschinenstillstand, also unproduktive Kosten. Da tröstet es wenig, wenn der Rüstkostenanteil bei Massenteilen geringer ist, die Kosten sind da und sollten angegangen werden. Die daraus resultierenden Aufgabenstellungen an die Spannmittelhersteller sind im Wesentlichen gleich. Hinzu kommt eine neue Aufgabenstellung: den vorhandenen Maschinenpark flexibel zu nutzen. Hierzu sind einheitliche Schnittstellen für die Spannmittel erforderlich, ähnlich der HSK-Aufnahmen bei den Werkzeugen. Unser Centrex-System ist dabei die erste Antwort. Es reiht sich ein in die Kette zentrale Programmierung - Postprozessor - Werkzeugvorbereitung und gestattet die flexibel Nutzung der Fertigungseinrichtungen, bei minimalem Rüstaufwand." Einen etwas anderen Blickwinkel bezüglich Klein- und Serienfertigung hat hier Markus Kleiner von Schunk: "Aus Sicht der Spanntechnik sind es komplett unterschiedliche Ansätze, die zum Erfolg führen. Bei kleinen Losgrößen kommen in der Regel mechanische Spannsysteme zum Einsatz. Sie werden bei kleineren Maschinen mit Werkstückspeichern und bei horizontalen Bearbeitungszentren mit flexiblen Fertigungssystemen kombiniert. Diese Form der Automation ist einfach und schnell beherrschbar. Sie ist prädestiniert für die Fertigung kleiner Losgrößen mit großer Varianz. Bei großen Stückzahlen hingegen ist weniger das automatische Handling der Spanneinrichtung, sondern vielmehr das Handling des Bauteils gefragt. Hieraus resultieren komplett andere Anforderungen an die Spannmittel. Es werden fast ausschließlich hydraulische und pneumatische Spannmittel eingesetzt. Meist werden sie mit Sensoren zur Abfrage der Spannpositionen und der Werkstücke ergänzt." Diesen Trend bestätigen alle Hersteller: Sensorik, Mechatronik und Energieeffizienz halten bei den Hightech-Spannmitteln immer stärker Einzug. Hans-Joachim Molka, Geschäftsführer Hilma-Römhild: "Der Trend ist eine Mischung aus den genannten Technologien. Hydraulik gepaart mit Sensorik zur Ermittlung und Kontrolle von Positionen oder Kräften. Hier bietet die Roemheld Gruppe schon heute Lösungen."

Trends: Sensorik, Mechatronik und Energieeffizienz

AMF-Geschäftsführer Volker Göbel ergänzt: "Da die Rüstzeiten einen erheblichen Anteil des Auftragsdurchlaufs darstellen, müssen moderne Spannmittel zum einen den kompletten Bereich der Automatisierung abdecken. hier spielt die Sensortechnik wie auch die Flexibilität der Medien, zum Beispiel Pneumatik, Hydraulik oder Elektrik eine große Rolle. Zum anderen müssen moderne Spannmittel für kleine Losgrößen geeignet sein, damit einfach und leicht zu bedienen sein und dennoch die erforderlichen Kräftemomente aufnehmen können. Speziell in der Sensorik hat AMF die Position des Marktführers übernommen und setzt Maßstäbe und Trends zusammen mit der Industrie." Auch Markus Kleiner, Geschäftsführer Schunk Spanntechnik, sieht den Trend zu sensor-gestützten Spannmitteln: "Mechanische und hydraulische Spannsysteme werden auch künftig eine große Rolle spielen. Beide verfügen über eine sehr hohe Energiedichte, das heißt über viel Spannkraft auf kompaktem Raum. Das macht sie attraktiv. Bei Wechselsystemen erlebt die mechanische Spanntechnik im Moment einen Boom, weil sie einfach in bestehende Bearbeitungszentren und Werkstückspeicher zu integrieren ist. Hydraulische und pneumatische Spannsysteme werden auf jeden Fall in der Serienfertigung Ihren festen Platz behalten. Spürbar wachsen wird in der Spanntechnik die Bedeutung der Sensorik. Die Kontur der Halbzeuge rückt immer näher an die Fertigteilkontur heran. Damit gewinnen die Prozessdaten des Spannmittels deutlich an Bedeutung. Mit Hilfe von Sensoren lassen sich sowohl Werkstücke als auch Spannmittel zuverlässig abfragen." Hans-Michael Weller, technischer Geschäftsführer bei Hainbuch, lenkt den Blick auf ein weiteres Zukunftsthema: 2Einer der derzeit großen Trends ist die Energieeffizienz. Hier sehen wir im Leichtbau von Spannmitteln eine Herausforderung, insbesondere natürlich im Drehbereich. Unsere im Vergleich zu herkömmlichen Stahlausführungen 60 bis 70 % leichteren Carbon-Futter bieten enormes Einsparpotenzial und kurze Amortisationszeiten. Dabei ist der Leichtbau auch im Zusammenhang mit Rüsten von Interesse, um die zu hantierenden Massen so gering wie möglich zu halten. Auch der Energiefresser "Hydraulik" ist vielen Maschinenherstellern und Anwendern ein Dorn im Auge. Die neuen Elektro-Spanner kommen ohne aus. Und sie brauchen auch nur dann Energie, wenn sie spannen und nicht permanent. Neben dem ökonomischen Gedanken ist hier auch der ökologische Aspekt ein starkes Argument." Auch aus seiner Sicht gewinnen mechatronische Mess- und Überwachungssysteme in naher Zukunft an Bedeutung. Denn wenn Werkstücke komplett bearbeitet werden sollen, werde zuerst für die Schruppbearbeitung stark gespannt, anschließend für den Schlichtprozess mit weniger Spannkraft. "Dazu muss sich die Spannkraft regeln und überwachen lassen - und zwar möglichst direkt am Bauteil2, so Hans-Michael Weller. "Der Trend zum leichten, filigranen Bauteil für Automobil und Luftfahrt erfordert auch sensible, intelligente Spannmittel, die die Spannkraft am Werkstück messen und eventuell korrigieren können. Hier spielt ebenso der Sicherheitsaspekt eine Rolle, denn auch bei einer relativ eng definierten Spannkraft müssen sich die Prozess- und Fliehkräfte selbst bei veränderter Drehzahl korrigieren und kompensieren lassen. Mechatronik und Sensorik sind bereits in der Spanntechnik angekommen. Der Hainbuch Elektro-Spanner und das intelligente TOPlus IQ-Futter sind Beispiele dafür. Nach unserer Auffassung sind die kommenden Aufgabenstellungen rein mechanisch nicht mehr optimal zu lösen. Die Bedeutung der Mechatronik wird daher bei Spannmitteln in den nächsten Jahren stark zunehmen und irgendwann einmal selbstverständlich sein."

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