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MessprozesseSchnell und sicher messen

Messprozesse optimieren

Die kundenindividuelle Massenproduktion ist längst Industriealltag – was auch die Messtechniker spüren, denn sie werden angesichts immer kleinerer Losgrößen fast permanent mit neuen Messaufgaben konfrontiert.

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Mehrkomponenten-MischanlagenMischung nach Maß

Flügel für Windkraftanlagen, Bauelemente für Raketen oder „einfach nur“ Sohlen für Sicherheitsschuhe – immer übernehmen technische Kunststoffe eine tragende Rolle. Und damit die halten, was man sich von ihnen verspricht, muss die Mischung stimmen. Vollautomatisierte Anlagen mit intelligenten Steuerungen bringen deshalb die Komponenten im richtigen Verhältnis zusammen. Schnell, exakt dosiert und mit hoher Wiederholgenauigkeit, versteht sich. Ein Meister dieses Fachs ist im hessischen Odenwald am Werk: Das mittelständische Familienunternehmen Tartler zählt zu den führenden Herstellern von Ein-, Zwei- und Multi-Komponenten-Mischanlagen. Es liefert seine meist maßgeschneiderten Systemlösungen zur Verarbeitung von flüssigen Kunststoffen aus Polyurethan oder Epoxidharzen in zahlreiche Branchen und in aller Herren Länder.

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Messen/Prüfen (MP): Mischung nach Maß

Wachsende Bedeutung hat dabei der Bereich der Silikon-Mischung. Vor wenigen Wochen ausgeliefert wurde beispielsweise eine Zweikomponenten-Silikon-Giessanlage zur Herstellung von orthopädischen Prothesen. Dieses höchst produktive Komplettsystem ist ausgelegt für einen Ausstoß von etwa einem Kilogramm pro Minute bei Mischungsverhältnissen von 100:10 Gewichtsanteilen. Dabei lässt sich der Ausstoß in einem Bereich von 0,05 bis 0,5 Liter stufenlos einstellen. Das regelt unter anderem eine moderne SPS-Steuerung mit Durchfluss-Messung. Sie ermöglicht zudem die Einstellung zahlreicher Verarbeitungsparameter wie zum Beispiel Mischungsverhältnis, Ausstoß, Rampengießbetrieb oder Druck.

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Konstruktive Stärken

Zu den konstruktiven Stärken der Anlage gehört der Einsatz des rotierenden Statikmischers mit integrierter Drehzahl-Regelung und speziellen Mischelementen. Diese technische Eigenentwicklung von Tartler ermöglicht die Umsetzung hoher Drehzahlen, was wiederum eine optimale Vermischung der zugeführten Komponenten gewährleistet. Gleichzeitig verhindern zusätzliche Aussteifungen an den Mischelementen deren übermäßige Verwindung und verleihen hohe Standzeiten. Außerdem reichen die Mischelemente bis in die vordere Spitze des Mischrohres. Es gibt also keinen Totraum, in dem sich das Material „verselbstständigen“ kann. Und ein Vormischer unmittelbar am Ventilausgang sorgt für eine verzögerungsfreie Vermischung. Das alles sind technische Feinheiten, mit denen sich schnelle Präzisionsmischungen und exakte Werkstoffprofile realisieren lassen.

Die komplette Anlage ist auf hohe Produktivität und einfache Handhabung ausgelegt. Als besonders Zeit sparend im praktischen Betrieb erweist sich dabei die automatische Dünnschicht-Vakuum-Entgasung von Harz und Härter im Zusammenspiel mit einem Wechselbehälter-System. Es stehen je zwei Materialbehälter für Harz und Härter zur Verfügung. Das reduziert die Umrüstzeiten und unterstützt den kontinuierlichen Anlagenbetrieb.

Diese Zweikomponenten-Silikon-Giessanlage lässt sich sowohl für die vollautomatische Serienfertigung einsetzen als auch für die Herstellung von Einzelteilen im Rahmen von Versuchsreihen. Gerade für den kontinuierlichen Dauerbetrieb haben die Tartler-Ingenieure allerdings zahlreiche Funktionen eingebaut, die sich in der Praxis als überaus nützlich erweisen.

Nützliche Funktionen

Dazu zählt etwa die Rezepturverwaltung zum Abspeichern von bis zu 200 verschiedenen Mischungsverhältnissen und der Barcode-Drucker. Über die integrierte Schnittstelle erlauben diese Funktionen den Datenaustausch mit automatisierten Verarbeitungslinien sowie eine externe Barcode-Projektierung. So lassen sich Bauteile, Formen oder Anwendungen immer wieder exakt den jeweiligen Anlagenparametern zuordnen. Das ermöglicht den höchst flexiblen Einsatz dieses Silikonmisch- und -dosiersystems.

Diese Anlage ist nur ein Beispiel aus dem Programm des hessischen Herstellers. Für Klebstoff-Anwendungen in der Fahrzeugindustrie kommen seine Systemlösungen ebenso zum Einsatz wie im Modell- und Prototypenbau oder beim Vergießen von Transformatoren in der Elektrotechnik. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Sonderanfertigungen, die in Konstruktion und Ausstattung auf die Anforderungen der Kunden und ihrer Produkte abgestimmt sind.Michael Stöcker

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