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MesstechnikEndress+Hauser baut US-Fertigung aus

Endress+Hauser

Der Mess- und Automatisierungstechnik-Spezialist Endress+Hauser hat seine Fertigung in den Vereinigten Staaten weiter ausgebaut. In Ann Arbor/Michigan erweiterte das Unternehmen für 9 Millionen US-Dollar die Produktion von Raman-Analysatoren; in Greenwood/Indiana entstand für 8 Millionen US-Dollar ein neues Werk für Temperaturmesstechnik.

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Industrie-PC, ProzessdatenerfassungDie Guten ins Töpfchen

Das Gesetz verlangt heute immer mehr Daten, die den Produk- tionsprozess betreffen. Sie sollen im Zuge der Qualitäts- sicherung erfasst und fast für ewig aufgehoben werden. Das Unternehmen Lewa Attendorn trägt dem Rechnung und lässt seine selbstentwickelten Softwaretools für die Daten- banken und die Visualisierung auf den Microbox-PC von Siemens laufen.

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Prozessdatenerfassung: Die Guten ins Töpfchen

Wenn Treibstoffdrucksensoren ungenügend festgezogen sind, wenn Lecks an Diesel-Einspritzleitungen durch eine fehlerhafte Charge eines Zulieferers auftreten oder das Verriegelungssystem der Frontscheinwerfer nachgebessert werden muss, dann liegt das Kind meistens schon im Brunnen: Rückrufaktionen sind die Folge. Dass diese Fehler aber grundsätzlich überhaupt erkannt und behoben werden können, liegt an der detaillierten Datensammlung im Fertigungsprozess. Zahlreiche namhafte Endkunden aus dem Automotive Bereich nutzen dazu die Angebote zur industriellen Bildverarbeitung von Lewa Attendorn. Das Unternehmen setzt bei der auch für raue industrielle Umgebungsbedingungen ausgelegten Online-Datenerfassung und Bildverarbeitung auf seine selbstentwickelten Softwaretools DB Com (Datenbank) und Lewa Vision (Visualisierung) und auf den Microbox-PC IPC427C von Siemens.

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Dieser Industrie-PC ist eine leistungsstarke embedded Lösung für die Hutschienen-, Wand- oder Buchmontage. Er ist langzeitverfügbar und gut geeignet für die platzsparende Realisierung von schnellen MSR-, HMI- und Kommunikationsaufgaben direkt in der Maschine oder auf Schiffen.

Durch den Einsatz der Bildverarbeitungssoftware auf dem Microbox-PC sind anwenderspezifische Artikel-Stammdaten und artikelspezifische Parametrierdaten für die Kamerasysteme ohne weitere Konvertierung direkt zur weiteren Verarbeitung verfügbar. Die in der Bildverarbeitung erzeugten Ergebnisse werden protokolliert bzw. greifen direkt in den Fertigungsablauf ein und werden für eine spätere Prozessoptimierung gespeichert. Für die Bedienung wurde ein entsprechendes Graphic User Interface (GUI) geschaffen, über das sowohl ein Hilfesystem geöffnet als auch auf eine andere Bediensprache umgestellt werden kann. Diese Funktionalität wird für Inline-Messungen im laufenden Betrieb genutzt. Eine Inline-Messung erfolgt online nach jedem Produktionsschritt in der Fertigungskette, das heißt ohne Zeitverlust während der Produktion. Dabei werden sowohl Bilddaten, Bauteilgeometrien als auch die Bauteillagen aufgenommen und in der Datenbank abgelegt.

Kontrolle am Prozess

Um etwa ein gefertigtes Produkt als „gut“ zu erkennen, wird im ersten Schritt ein fehlerfreies Produkt vermessen und als Referenzbild abgelegt. Danach werden Toleranzmasken angelegt, in denen die fortlaufend produzierten Teile sich mit ihren Geometrien und Messwerten wiederfinden müssen. Während der Fertigung werden alle gefertigten Teile mit dem Referenzbild verglichen und eine Aussage „gut“ oder „schlecht“ getroffen. Der Anlagenbetreiber muss dann nur noch den weiteren Weg der „guten“ und „schlechten“ Teile vorgeben und seine Anlage demnach ausbauen. So kommen beispielsweise die Schlechten ins Kröpfchen: Das Fehlteil kann ausgeworfen werden. Es kann auch dazu führen, dass Einstellungen in der Fertigung angepasst werden, um die gefertigten Produkte in ihrer Qualität zu verbessern und Ausschussteile zu reduzieren. Aus der Bildverarbeitungssoftware heraus können auch Diagramme zur Visualisierung des zeitlichen Verlaufs aller überprüften Daten erzeugt werden, aus denen der Anwender weitere technologiespezifische Werte ableiten kann.

Das zweite Standbein zur Prozessdatenerfassung ist die Software DB Com. Sie wird eingesetzt, wenn Produktdaten wie zum Beispiel Schweißergebnisse oder Messwerte einer taktilen Inline-Vermessung zwecks Qualitätssicherung gespeichert werden sollen. Hier läuft auf dem Microbox-PC alles zusammen – Datenbank, Webserver und das DB Com-Tool DB Daemon. Die Kommunikation zur SPS (oder zu mehreren) erfolgt über den Simatic Softnet-S7 OPC-Server. Über die Kommunikationsschnittstelle kann die SPS dann Datensätze in der Datenbank speichern.

Als Visualisierungsanzeige zu dem Microbox-PC wird ein Flat Panel Monitor Pro von Siemens in Schutzart IP 67 genutzt, da er aufwandsarm direkt an einem Schwenkarm ohne zusätzliches Gehäuse montiert werden kann. Die robuste Hardware des Lewa-Systems auf Basis des Industrie-PC erlaubt alle Qualitätskontrollen direkt am Prozess – selbst bei rauen industriellen Umgebungsbedingungen. Die komfortable Gestaltung der individuellen grafischen Auswertungen ermöglicht jedem Anwender eine flexible Anpassung an seine spezifischen Produktionsschritte und gleichzeitig sofort ersichtliche Eingriffsmöglichkeiten. Durch die Speicherung aller Kontrollergebnisse in Datenbanken wird der Aufwand klein gehalten, alle gesetzlichen Vorgaben der Rückverfolgbarkeit bis in jeden Produktionsschritt zu erfüllen. Andre Meyer / ee

Halle 3, Stand 3118

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