Sensoren

Qualität fängt im Kleinen an

Innerhalb der Prüfmittelbranche hat sich Ingun Prüfmittelbau einen der vorderen Plätze bei der Herstellung präziser Kontaktstifte und Prüfsysteme erarbeitet. Damit die Produkte den höchsten Qualitätsanforderungen genügen, überwachen hochpräzise Sensoren von Kistler alle qualitätsrelevanten Prozesse in der Fertigung.

Die Elektronikindustrie agiert in einem äußerst schnelllebigen Marktumfeld und immer anspruchsvollere Prüfanforderungen verlangen von Ingun Prüfmittelbau immer leistungsfähigere Testsysteme und Komponenten. Thomas Schrodi, Bereichsleiter Automation und Produktentwicklung bei Ingun, bestätigt: „Die Elektronikindustrie ist überaus dynamisch – die Produkte verändern sich in sehr hoher Frequenz, was für uns zur Folge hat, dass die Vielfalt an Kontaktstiften kontinuierlich steigt.“ Während noch vor wenigen Jahren von Zeichnungsfreigabe bis Auslieferung rund drei Monate vergingen, liegt der Durchschnitt heute schon bei rund sechs Wochen. Außerdem werden nicht nur die Produktlebenszyklen zunehmend kürzer, auch der Trend zur Miniaturisierung verstärkt sich, und eine immer kleinere Elektronik erhöht die Anforderungen an eine präzise Messung weiter.

Mit Hilfe der von Ingun produzierten Kontaktstifte sowie ausgebauten und nicht ausgebauten Prüfadaptern für Prüfgeräte werden die verschiedenen Funktionen von elektronischen Leiterplatten getestet. Zentrales Element bilden gefederte Kontaktstifte, die die Leiterplatte kontaktieren und über elektrische Impulse Informationen ermitteln. Das in Konstanz beheimatete Unternehmen produziert Prüfadapter für alle gängigen Testsysteme – von manuellen, pneumatischen und vakuumbetriebenen Prüfadaptern bis hin zu Sonderadaptionen.

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Auch für Klaus König, der bei Ingun seit mittlerweile acht Jahren an der Entwicklung von Vorrichtungen und Automaten arbeitet, steht das Thema Qualität absolut im Fokus. Nach seiner Überzeugung spielen die Sensoren und Systeme von Kistler eine wichtige Rolle, um eine präzise und wiederholgenaue Prüfung der elektronischen Baugruppen sicherzustellen: „Um die Federkraft in den Stiften möglichst genau zu messen, verlässt sich unser Unternehmen seit 20 Jahren auf die Messtechnologie von Kistler. Denn nur wenn die Kontaktstifte einwandfrei funktionieren, können wir die Qualität unserer hochpräzisen Prüfsysteme gewährleisten“.

Know-how im Haus beschleunigt

Aufgrund der stetig kürzer werdenden Produktlebenszyklen wurden die Zeitfenster innerhalb der Produktion immer enger, denn die Kunden fordern eine viel kürzere Produkteinführungszeit. Deshalb kann man nicht bis zu einem Dreivierteljahr auf eine neue Produktionsanlage warten. Seit vier Jahren realisiert man deshalb den Anlagenbau für die eigene Produktion der Kontaktstifte bei Ingun inhouse. Dieser Schritt brachte dem Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität: Indem man Maschinenbau als Kernkompetenz ins Unternehmen integrierte und damit auch das Produktions-Know-how ins Haus holte, können neue Produktionsanlagen viel schneller und individueller aufgebaut werden. In Anbetracht der großen Produktvielfalt ist dies für das Unternehmen von besonderer Bedeutung.

Zurzeit besitzt Ingun 14 automatisierte Anlagen zum Fertigen der Kontaktstifte und jedes Jahr kommt eine neue dazu. In den Anlagen erfolgt die Fertigung in mehreren Schritten, jeweils im letzten prüfen Kistler-Sensoren den Kontaktstift. Die Anlagen arbeiten mit Kraftsensoren vom Typ 9217A bzw. 9340A1 sowie mit je einem maXYmos-Überwachungssystem des Unternehmens. Die Integration der Qualitätskontrolle in den automatisierten Fertigungsprozess stellt sicher, dass Schlechtteile direkt aus der Produktion ausgeschlossen werden.

In der manuellen Fertigung für kleine Sonderauflagen wird die Qualitätsüberwachung direkt während dem Fügen vollzogen.

Auch in der manuellen Produktion kleiner Serien, kommt maXYmos BL mit Sensor Typ 9340A1 zum Einsatz. Das garantiert auch hier eine 100-prozentige Qualität. „Für uns hat dies den Vorteil, dass wir sowohl in der manuellen wie auch automatisierten Produktion ein und dieselbe Qualitätsprüfung implementiert haben. Wir haben mit dem maXYmos BL ein System gefunden, dass sich dank der intuitiven Bedienoberfläche einfach programmieren lässt und uns auf einen Blick verrät, ob Gut- oder Schlechtteile produziert werden“, so Klaus König.

Auf den Anlagen des Prüfmittelbau-Spezialisten werden pro Jahr 40 Millionen Stifte produziert. Das sind, abhängig vom Schichtmodell, 3 bis 8 Millionen Stifte pro Maschine. Um diese hohen Stückzahlen zuverlässig zu erreichen, müssen alle Maschinen eine extrem hohe Taktung fahren.

Um eine weitere Frequenzsteigerung zu ermöglichen, überlegt sich die Entwicklungsabteilung von Ingun längerfristig eine komplette Integration der Qualitätssicherung in den wertschöpfenden Prozess. Hierzu bieten die piezoelektrischen Sensoren von Kistler wiederum eine wichtige Basis: Die winzigen Sensoren messen mit minimalen Kraft-einleitungsflächen auch bei kleinsten Platzverhältnissen sehr präzise, wiederholgenau und mit hoher Auflösung. Gleichzeitig sind die Sensoren auch bei hoher Taktung ausreichend robust, überlastsicher und damit langlebiger als andere Sensoren.

Die Partnerschaft mit Kistler beurteilt Thomas Schrodi durchwegs positiv: „Die fachliche Beratung und der technische Support von Kistler sind für uns immer wieder sehr hilfreich. Da wir selber Prüfmittel verkaufen, ist es für uns eine zwingende Voraussetzung, dass auch unsere Produkte 100 Prozent geprüft und qualitativ auf dem höchsten Stand sind.“ Die gesamte Dienstleistungspalette von Kistler biete hierzu eine verlässliche Basis. Und so viel ist klar: Nur durch die herausragende Qualität der Produkte wird sich Ingun auch in Zukunft als wichtiger Player im Markt behaupten. bs

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