Integrationslösung für EDDL/FDT

Die richtige Interpretation

Bis vor kurzem musste sich der Anwender bei der Integration von Geräten entweder für EDDL (Electronic Device Description Language) oder FDT (Field Device Tool) entscheiden. Dieses Problem ist jetzt gelöst. Mit einer neuen Entwicklung werden die Gerätebeschreibungen so interpretiert, dass sie problemlos eingebunden und damit die Vorteile von beiden Varianten genutzt werden können.

Mit Hilfe der FDT Technologie lassen sich Feldgeräte und Kommunikations-Komponenten (Remote I/Os, Gateways) herstellerübergreifend sowie unabhängig vom Kommunikationsprotokoll mit nur einem Software-Werkzeug bedienen. Immer mehr Anwender, sowohl in der Prozess- als auch in der Fabrikautomation, sind davon überzeugt und setzen diese Technologie ein. In der Zwischenzeit existieren für fast alle Ausprägungen an Kommunikationshardware geeignete Kommunikations-DTMs, die es dem Anwender ermöglichen, beliebige Netzwerke und Topologien in einer FDT-Applikation abzubilden. Noch wichtiger: Nahezu alle Hersteller von Feldgeräten können ihren Kunden nun dedizierte Geräte-DTMs zur Verfügung stellen. Der vergleichende Test der beiden Integrationstechnologien EDDL und FDT durch Shell Global Solutions hat bestätigt, dass es komplementäre Technologien sind und jede ihren Einsatzbereich hat.

Endress+Hauser und der Software-Dienstleister CodeWrights haben daher gemeinsam eine Idee des Namur AK 2.6 „Feldbus“ in die Tat umgesetzt. Jetzt kann man EDDL sehr elegant in die FDT-basierte Rahmenapplikation FieldCare einbinden. Der so genannte iDTM „interpretiert“ einfach die (Geräte)beschreibung DD, beziehungsweise EDD, so dass diese im Plant Asset Management System von Endress+Hauser verwendet werden kann. Diese Lösung von CodeWrights kann für jede FDT-Rahmenapplikation lizenziert und dort eingesetzt werden.

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Vertikale Kommunikation nutzen

Der iDTM von Endress+Hauser interpretiert Hart DDs/EDDs - die Protokolle Foundation Fieldbus und Profibus werden in diesem Jahr folgen - und erlaubt somit eine Integration ohne dedizierte Geräte-DTMs in FieldCare. So ermöglicht die neue Entwicklung als Bestandteil des Plant Asset Management Systems auch den Betrieb von weniger komplexen Geräten, die nur über die genannten Gerätebeschreibungen erfolgen. Hierbei wird die auf Field Device Tool basierte Infrastruktur zur offenen vertikalen Kommunikation von der Warte bis zum Feldgerät genutzt. Die Software basiert auf einem original Standard-Interpreter, der ebenfalls für die notwendige Zertifizierung eingesetzt wird. Der Interpreter unterstützt die bei der Foundation registrierten Geräte und kann die gesamte DD-Library mit allen zertifizierten DDs/EDDs integrieren. Genutzt wird nicht nur der Standard-Interpreter, sondern es wird auch sichergestellt, dass diese genau so verarbeitet werden wie im Standard-Werkzeug. Dies wird dadurch erreicht, dass der Interpreter als eigenständige Komponente über ein definiertes Interface von der FDT-spezifischen Funktion getrennt ist.

Für die Ausführung der Gerätebeschreibungen verwendet der Interpreter die offizielle DD-Library. Basis ist das Binärformat. Da die verwendeten Gerätebeschreibungen bereits von der Hart Communication Foundation auf ihre Funktion geprüft wurden, kann eine maximale Verlässlichkeit der Beschreibungen garantiert werden. Dem iDTM können aber auch neue oder modifizierte Varianten hinzugefügt werden. Dabei wird jede Änderung protokolliert und lässt sich wieder rückgängig machen. Darüber hinaus werden die Gerätebeschreibungen der Hersteller genau so in integriert, wie sie auch zertifiziert sind. Es werden keinerlei Änderungen vorgenommen. Der Anwender erhält damit genau die Funktionalität, die vom Gerätehersteller über die DD/EDD angeboten wird.

Der iDTM schließt die Lücke, Geräte ohne dedizierten Geräte-DTM in der FDT basierten Rahmenapplikation FieldCare einsetzen zu können. Die Lösung vereint die gewohnte Benutzeroberfläche mit der in der DD/EDD beschriebenen grundlegenden Gerätefunktionalität. Die Benutzeroberfläche des neuen Interpreters wurde konform zum „DTM Style Guide“ entwickelt und hat somit das gleiche „Look&Feel“ wie andere dedizierte Geräte. Außerdem bietet er die komplette Gerätefunktionalität, wie sie vom Hersteller in die registrierte Gerätebeschreibungen implementiert wurden, aber auch nicht mehr.

Funktionsumfang beliebig erweitern

Die Lösung in Form eines Interpreters verarbeitet die existierenden Gerätebeschreibungen zur Laufzeit des DTM und nutzt die Vorteile von FDT und EDDL in einer gemeinsamen Umgebung. Durch das laufzeit-orientierte Verfahren hat der Anwender den Vorteil, dass er den bereits in der Asset-Management-Umgebung eingesetzten DTM unverändert weiter verwenden kann, auch wenn neueste Geräte mit entsprechender Gerätebeschreibung zum Einsatz kommen sollen. Dies wird durch die Einbettung der Standard Device Description Interpretationssoftware in die bewährte DTM-Technologie erreicht. Der Anwender arbeitet somit mit offenen Standards und zertifizierten Technologien!

Der Interpreter greift in einer Anlage wie jeder andere DTM auf die bestehenden Kommunikationsstrukturen zurück und ermöglicht es so den DD/EDD basierten Geräten, die von FDT unterstützte offene vertikale Kommunikation zu nutzen. So können die Anwender auch diese Geräte von zentraler Stelle aus managen und lückenlos dokumentieren. Damit nicht genug: Über ein Schnittstellenkonzept kann der in der Gerätebeschreibung dargestellte Funktionsumfang mittels Softwaremodulen „beliebig“ erweitert werden. Sie können Funktionen realisieren, die durch die Beschreibung selbst nicht darstellbar sind. Diese Softwaremodule können sowohl neue Oberflächen als auch oberflächenlose Funktionen (z.B. für Condition Monitoring) anbieten. Es werden damit Erweiterungen geschaffen, die je nach Wunsch und Bedarf entweder nur einen einzelnen Gerätetyp oder eine ganze Gerätebibliothek über deren DD/EDD Funktionen hinaus ergänzen können. Jeder Gerätetyp, der vom Interpreter unterstützt wird, erscheint im Gerätekatalog von FieldCare mit einem eigenen Eintrag. Hierdurch kann der Anwender die Gerätetypen nach Hersteller, Protokoll oder Kategorie sortieren und auswählen. Der von FieldCare angebotene Bus-Scan erkennt die Geräte und ordnet dem Projekt automatisch den richtigen Device Type Manager, beziehungsweise Gerätetyp zu, unabhängig davon, ob es ein dedizierter Manager oder der neue iDTM ist. Dieser wird seit Februar 2008 von Endress+Hauser als Bestandteil von FieldCare Standard und Professional angeboten. Die FieldCare Versionen Lite und Device Setup Versionen lassen sich einfach aufrüsten. CodeWrights wird diese Lösung im Verlauf dieses Jahres auch anderen Systemlieferanten und Anwendern anbieten.

Sandra Gisy, Endress+Hauser Process Solutions/

Stefanie Schattling, CodeWrights

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