Mess- und Regelungstechnik

Verdunstungskühltürme hygienegerecht betreiben

Seit Januar 2015 gilt für Hersteller und Betreiber von Verdunstungs-Kühltürmen die neue technische Richtlinie VDI 2047 Blatt 2. Für 2016 plant die Bundesregierung eine entsprechende Verordnung. Beide dienen zur Sicherstellung des hygienegerechten Betriebes von alten und neuen Verdunstungskühltürmen. Zur korrekten Überprüfung und Regelung bietet Jumo die passende Mess- und Regeltechnik.

Der Betrieb von Kühltürmen unterliegt schon immer der Verkehrssicherungspflicht, doch künftig wird er meldepflichtig sein. (Bild: Herbert Raschke/pixelio.de)

Der Mörder lässt sich in modernen Kriminalgeschichten eindeutig mithilfe des genetischen Fingerabdrucks dingfest machen. Gleiches gilt für Legionellen: Als in Ulm Anfang 2010 und Mitte 2013 in Wahrstein eine Lungenentzündungsepidemie mit acht Todesfällen ausbrach, konnten über das DNA-Profil des Bakteriums konkret industrielle Verdunstungskühltürme als Legionellenquelle identifiziert werden. Der Ausbruch 2010 führte zur Bildung eines Expertenkreises mit dem Ziel, die zahlreichen in Deutschland installierten Kühltürme einer einheitlichen und normierten Überwachung zu unterstellen. Der Ausbruch 2013 bestärkte die Aktivitäten, die in der seit Januar endgültig vorliegenden Technischen Richtlinie VDI 2047 Blatt 2 „Rückkühlwerke; Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen (VDI-Kühlturmregeln)“ gipfelten.

Grundsätzlich unterliegen Verdunstungskühlanlagen, Naturzugkühltürme und Nassabscheider bereits heute dem Anwendungsbereich des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG), das eine rechtliche Grundlage für Maßnahmen gegen Legionellenemissionen bietet. Die Unfälle in den Jahren 2010 und 2013 haben allerdings gezeigt, dass weitere Regelungen erforderlich sind. Diese sollen mit einer Verordnung geschaffen werden, die nach Angaben der Bundesregierung in der ersten Jahreshälfte 2016 abgeschlossen wird. Dann soll eine entsprechende Meldepflicht bestehen und Betreiber müssen verschiedene Auflagen zur Wartung, Pflege und Betrieb dieser Anlagen erfüllen. Die Regelungen werden auch rückwirkend für Altanlagen gelten, in denen ein möglicher Bio- film oder Algen das Ansiedeln von Bakterien begünstigen.

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"Moderne Messtechnik kann hier die Prozesse sicherer machen. Da sollte man auch nicht am falschen Ende sparen", sagt Dipl.-Ing. Matthias Kremer, Branchenmanager Wasser/Abwasser Jumo GmbH & Co. KG, Fulda.

Wie Matthias Kremer, Branchenmanager Wasser/Abwasser bei Jumo, erläutert, wurde bisher der Fokus bei der technischen Ausrüstung der Kühltürme meist auf die einfache Wartung, Pflege und einen möglichst automatisierten Betrieb gelegt. Künftig müssen sich sowohl Hersteller als auch Betreiber von Bestandsanlagen sehr viel mehr der Wasserhygiene widmen. Die neue VDI-Richtlinie stellt hierzu klare Regeln auf. Wenn auch in dieser Form nicht Gesetz, so gelten die technischen VDI-Richtlinien als anerkannte Regeln der Technik und sind damit im Fall eines Unfalls oder einer Verseuchung vor Gericht heranziehbar. Dieses Haftungsrisiko und die persönliche Verantwortlichkeit der Betreiber sorgen zurzeit für einige Unruhe im industriellen Umfeld, betont Kremer.

Altanlagen müssen erfasst und mittels einer Risikobetrachtung eigenverantwortlich bewertet werden. Die messtechnische Ausstattung ist gegebenenfalls zu aktualisieren. Regelmäßige Laborkontrollen der Mikrobiologie sollen nach Empfehlung der Richtlinie durch Online-Dauermessungen unterstützt werden. Zudem müssen Messwerte und Biozid-Einsatz dokumentiert werden.

Ideal auf die Empfehlungen der VDI-Richtlinie für den hygienegerechten Betrieb von Kühltürmen ist das modulare Mehrkanalmessgerät für die Flüssigkeitsanalyse Jumo Aquis touch ausgelegt.

Ideal auf die Empfehlungen der VDI-Richtlinie ausgelegt ist zum Beispiel der modular aufgebaute Jumo Aquis touch. Neben der Absalzung über die Messung der Leitfähigkeit sowie der pH-Wert-Messung ermöglicht das frei programmierbare Gerät eine kontrollierte Dosierung von Bioziden. Die Absalzverriegelung während oder vor der Biozid-Dosierung, das Einhalten von Einwirkzeiten des Biozids sowie die Grenzwertüberwachung wichtiger Parameter sind ein weiterer Teil der Gerätefunktionen. Zusätzlich bietet das Gerät – wie gefordert – die Möglichkeit der Datenaufzeichnung in einem manipulationssicheren Format, inklusive Datum und Zeitstempel. So kann der Betreiber auch Monate später die korrekte Arbeitsweise seines Kühlturmes nachweisen.

Wird das Gerät mit dem Internet verbunden, können die Daten ortsungebunden kontrolliert sowie Warn- und Alarm-Meldungen versendet werden. Eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung des Kühlturmes ist damit möglich. cs

SPS IPC Drives, Halle 4A, Stand 435 und Halle 7A, Stand 246

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