Editorial

Netz von Möglichkeiten

Genau betrachtet stehen wir noch am Anfang eines Prozesses, der manchmal nach „Ist doch schon gegessen“ schmeckt. Denn auch, wenn das Schlagwort der Revolution schon längst nicht mehr revolutionär wirkt, dürfen wir nicht vergessen, dass hinter den knappen Begriffen – wir kennen sie alle – deutlich mehr steckt. Je weiter wir den Industrie-4.0-Pfad entlanggehen, desto weiter wird das Feld. Was zunächst eher eine Spielwiese der Möglichkeiten war, wächst und vernetzt sich zu einer Realität, die immer neue Möglichkeiten hervorbringt. So sind auch die Digitalisierung und Vernetzung zentrale Diskussionsthemen in der internationalen Produktionstechnik, wie es das EMO-Motto „Connecting systems for intelligent production“ beschreibt.

Zunehmend spielt auch der Begriff der Transformation eine bedeutende Rolle. So wandeln sich nicht nur Werkzeugmaschinen zu intelligenten Teilhabern einer smarten Produktionsumgebung, sondern ganze Unternehmen vollziehen den Schritt vom herkömmlichen Werkzeughersteller zum Anbieter digitaler Fertigungslösungen – wie es Holger Langhans uns im Interview (ab Seite 6) verriet. Manchmal stellt jedoch schon eine Erweiterung der vorhandenen Prozesse die Weiche in Richtung digitale Transformation. So versteht Artis Marposs Prozessüberwachungssysteme nicht mehr nur als Orte, an denen Daten gesammelt werden, sondern als Wandler dieser sogenannten Big Data in Smart Data (ab Seite 30), dank intelligenter Algorithmen.

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Allerdings gehört zur modernen Produktion nicht nur der Digitalisierungsaspekt. So bestimmen Innovationen in konventionellen Technologien ebenso die Qualität der Werkzeugmaschine von morgen. Und hier kommt es meist auf die Steigerung der Präzision an, für die es immer wieder neue Stellschrauben gibt – angefangen bei der Planung des Fräsvorgangs über die Werkstoffauswahl für den Fräser bis hin zur Spannvorrichtung des Werkstückes. Geschwindigkeit und Qualität sind hierbei entscheidende Erfolgsfaktoren, wie uns der Blick in die Fertigungshallen von Seeger Präzisionsdrehteile, Heller Tools oder Liebherr Verzahntechnik verrät.

Das beweist, dass die Intelligenz nicht nur in der Digitalisierung steckt. Es bedarf klassische Denk- und Herangehensweisen, kombiniert mit einem Industrie-4.0-Mindset, um sich behaupten zu können. Durch die Vernetzung alter und neuer Ressourcen kann so Neues entstehen oder Bewährtes in die Moderne transferiert werden.

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