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Im Sinne des Erfinders

EditorialIm Sinne des Erfinders

Sie saugen, mähen den Rasen oder weisen uns im Einzelhandel den Weg zum gesuchten Produkt – die Rede ist von Servicerobotern. Persönlich mag man die Vorteile beispielsweise eines Saugroboters zu schätzen wissen, doch einen 16-Jährigen trieb ein solcher kürzlich mitten in der Nacht in die Flucht.

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Andrea Gillhuber

Alleine im elterlichen Einfamilienhaus in München hörte er im anderen Stockwerk Krach und sprang aus Angst vor dem mutmaßlichen Einbrecher aus dem Fenster im zweiten Stock. Unverletzt brachte er sich bei einem Nachbar in Sicherheit. Die Polizei wurde alarmiert. Sie kam mit acht Streifenwagen sowie einem Hundeführer, um den Einbrecher noch im Haus zu stellen. Was sie auch tat. Ein Sprecher formulierte es tags darauf so: „Wir haben den Roboter geschnappt!“ Eine Geschichte, die uns zum Schmunzeln bringt. Konzipiert sind Saugroboter eigentlich so, dass sie auch nachts unbemerkt und ohne den eigentlichen Hausbewohner in der Ruhe zu stören ihre Runden drehen. Das Exemplar aus dem Krimi oben hatte sich allerdings so festgefahren, dass es den „Einbruchslärm“ verursacht hatte. Die panische Reaktion des 16-Jährigen hätte keiner vorhersehen können und war wohl nicht im Sinne des Erfinders.

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Die Geschichte zeigt aber noch etwas: Der Mensch muss sich erst an die neue Technik gewöhnen! Mit Servicerobotern oder künstlichen Intelligenzen wie Alexa von Amazon holen wir uns technische Mitbewohner in unsere vier Wände. Wie bei einem menschlichen Mitbewohner oder einem Haustier muss man sich auch bei Maschinen erst an deren Anwesenheit und Macken gewöhnen. Im Fall des Saugroboters sind es die neuen Umgebungsgeräusche, im Fall von Alexa die Tatsache, dass sich plötzlich eine weibliche Stimme in ein Gespräch einklinken kann, um eine Bestellbestätigung zu fordern.

Was im Kleinen in der eigenen Wohnung gilt, gilt auch im Großen: Industrielle und gewerbliche Servicerobotik unterstützt den Menschen in seiner täglichen Arbeit, erhöht die Flexibilität und Effektivität in der Produktion und kann auch das Gefährdungspotenzial von Arbeitern minimieren, zum Beispiel bei der Inspektion und Wartung von Öl- und Gasplattformen. Aber auch hier gilt: Der Mensch muss in die Entwicklung mit eingebunden werden.

Welches Potenzial in der Technik wirklich steckt, welche Anwendungsbereiche bereits erschlossen sind oder wie Sie Ihre Mitarbeiter und Kollegen auf dem Weg zu einem höheren Automatisierungsgrad mitnehmen, erleben Sie auf der Automatica vom 19. bis 22. Juni in München. Auf der Sonderschau Servicerobotik können Sie sich direkt mit den Erfindern austauschen und dem Sinn der jeweiligen Entwicklung auf dem Grund gehen.

Andrea Gillhuber, Chefredakteurin

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