Petra Born und Hajo Stotz über...

Eine Maschine im Wandel

In der Sonderbeilage Robotik in der industriellen Fertigung machen sich Petra Born, Chefredakteurin handling, und Hajo Stotz, Chefredakteur SCOPE, so ihre Gedanken über Robots und Cobots.

Petra Born und Hajo Stotz

Petra Born: Hajo, was ist eigentlich ein Roboter? Hajo Stotz: Gute Frage. Der alte Fontane hätte gesagt: „Das ist ein weites Feld“. Wie viele Wochen haben wir Zeit für die Antwort?  Born: Keine Wochen Zeit – nur die paar Zeilen Platz hier im Editorial. Bringen wir den Begriff doch mal auf den Punkt!

Stotz: Nun ja, ein Roboter ist eine Maschine, bestehend aus diversen Komponenten und einer Steuerung, die mittels Software und via Endaktuator eine ganz bestimmte Arbeitsaufgabe automatisch erfüllt.

Born: Eine Arbeitsmaschine also. Ein Baustein von vielen in der Fabrik. Ein großer Haufen Eisen. Mit unterschiedlichstem Erscheinungsbild – als kartesisches Linearachssystem, als Portalroboter, als klassischer Industrie-Sechsachser, als Scararoboter, Tripod, Hexapod, stationär oder mobil, groß oder klein.

Stotz: Ja. Auch die Farbe ist egal. Es gibt rote, gelbe, grüne, weiße, blaue oder orangefarbige. Auf die Kinematik kommt es an! Denn mit der Bewegungsbahn und der Abfolge der Bewegungen wird die Durchführung der Aufgaben bestimmt; die sind teilweise hochkomplex, etwa in der Montagetechnik. Höchste Ausbringungsraten, fehlerfreie Topqualität und notwendige Wiederholgenauigkeiten sind nur mit Automatisierung zu bewältigen. Freilich kommt es hier jeweils auch auf die Endkomponenten – die greifen, schweißen, sprühen, dosieren.

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Born: Nun kommt der Cobot ins Spiel. Aus dem Haufen Material, der bisher automatisch verrichtet, wozu er programmiert wurde, wird ein softer Co-Worker mit Polster, Augen, Gefühl und Intelligenz. Auch in den Beiträgen dieser Beilage mischen sie sich in die Fabrikabläufe.

Stotz: Die stückzahlflexible Produktfertigung, unterschiedlichste Varianten, diverse Ausstattungen und wechselnde Chargengrößen erfordern es, den Anspruch der Vollautomatisierung an manchen Stellen zurückzunehmen und einen effizienten Mix aus manueller und automatisierter Arbeit zu finden.

Born: Mensch und Maschine, MRK, dieses neue Miteinander ist der Treiber – nicht nur der Robotertechnik, sondern auch bei Greifertechnologie, Antriebstechnik, Sensorik und Bildverarbeitung. MRK treibt außerdem Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und Ergonomie. Und MRK ist Basis für die Professionelle Ser-vicerobotik.

Stotz: Also, ein Roboter war, ist und bleibt eine Maschine, aber eben eine sich wandelnde – je nach spezieller Anforderung an der konkreten Arbeitsstelle. Wenigstens, was den Bereich der industriellen Produktion betrifft. Über all die anderen Roboter haben wir ja noch gar nicht gesprochen …

Born: … zum Beispiel über Erntemaschinen, Aufklärungsroboter, Pflegeroboter, chirurgische Assistenzsysteme, Laborautomaten, Maschinen für Rüstung und Katastropheneinsätze, anthropomorphe, polymorphe und biometrische Roboter …

Stotz: … oder Spielzeugroboter wie dieser hier.

Born: Ja, Robotik ist ein weites Feld, dessen industrielle Facette wir hier in dieser Beilage beleuchten. Und ein Thema, für das uns die diesjährige Motek bestimmt neue Sichtweisen, Erkenntnisse und Definitionen liefert.

Stotz: Na dann, keine Frage – auf nach Stuttgart!

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