Editorial

Alle Jahre wieder …

… überrascht mich das plötzliche Ende des Jahres. Eben war es noch Sommer und die Wand mit den Heftcovern nur zu Hälfte gefüllt, nun blicke ich vom Rechner auf und sehe Schneeflocken vor meinem Fenster tanzen. Trotz ihres ruhigen Falls treiben sie mich an, das letzte Heft des Jahres in trockene Tücher zu wickeln, während die ersten Ausgaben des neuen Jahres mit den Blättern rascheln.

Dennoch erlaube ich mir, die Pausentaste zu drücken und das Jahr Revue passieren zu lassen. Unsere nun komplett gefüllte Cover-Wand spiegelt das vielfältige Spektrum der SCOPE wider. Neben Klassikern wie fliegenden Spänen und Laserköpfen schafften es dieses Jahr auch Bilder, die die Verschmelzung der industriellen mit der digitalen Welt veranschaulichen, auf die Titelseite. (Stimmen Sie doch gleich auf SCOPEonline.de über das beste Cover mit ab – ich bin gespannt, welche Ausgabe als Sieger hervorgehen wird.)

Zudem spülte dieses Jahr neue Themen und Unternehmen in unsere Fachzeitschrift, die mit der Digitalisierungswelle Einzug in eine klassische Industrielandschaft erhalten und – davon bin ich fest überzeugt – sich dort fest etablieren werden.

Eines dieser Themen ist die Blockchain. Begegnete mir diese Datenbanktechnologie Anfang des Jahres zunächst nur in Verbindung mit Finanzthemen, machte ich mich auf die Suche, welche Berührungspunkte zum produzierenden Gewerbe sich wohl auftun könnten, und wurde bereits auf der Hannover Messe fündig, wenn auch in einer optisch leicht verspielten Version: Mittels eines Modells aus einem Konstruktions-Baukastensystem für Kinder präsentierte T-Systems das Konzept einer Blockchain-Lösung, das die komplette Wertschöpfungskette eines Produktionsprozesses von der Rohfertigung bis zur Auslieferung eines Produktes abbildete. Aus dem interessanten Standgespräch wuchs ein Beitrag für dieses Heft, der einen Einblick in die Möglichkeiten geben soll, die eine durchgängige Transparenz bieten kann.

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Auch Dr. Rolf Werner, Fujitsu-Chef in Deutschland, ist von der Blockchain-Technologie überzeugt. Er rechnet mit einem Durchbruch schon in wenigen Jahren, wie er uns im Interview (ab Seite 8) erklärt. Und damit ist er nicht allein: Auf Messen angesprochen, bestätigten mir auch andere Unternehmen – wie jüngst SAP auf der SPS IPC Drives – das Potenzial dieser Technologie.

Doch lassen Sie sich nicht von den scheinbar großen neuen Themen in die Unruhe treiben und nehmen Sie sich ein Vorbild an den Schneeflocken. Langsam, aber beständig bedecken sie die Landschaft – wenn die Bedingungen stimmen. Auch die Blockchain oder Themen wie mitdenkende und lernende Maschinen oder neugedachte Fertigungsverfahren werden zukünftig das Erscheinungsbild der Industrielandschaft verändern – je nachdem, auf welchen Nährboden sie fallen. Bis dahin reicht es manchmal, nur kleine Schritte Richtung Digitalisierung zu machen, ohne die eigenen Mehrwerte aus dem Blick zu verlieren. 

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