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EditorialBlick zurück nach vorn

Vor 20 Jahren war Premiere: 1986 fand die Cebit zum ersten Mal als eigenständige Messe statt, nachdem die Halle 1, in der sie bis dahin als Bestandteil der Hannover Messe Industrie seit Anfang der 70er Jahre stattgefunden hatte, aus allen Nähten platzte.

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Jahrelang konnte ihr Wachstum nichts mehr aufhalten, 2001 war der Höhepunkt mit 830.000 Besuchern und 8.106 Aussteller erreicht. Seitdem zeigt der Trend allerdings nach unten, im letzten Jahr waren es noch 480.000 Besucher und 6.270 Aussteller.

Die Gründe dafür sind vielfältig, doch einer der Hauptgründe ist das breite – und damit unklare – Themenangebot, das die Messe abdecken will. Von LCD-TV, Mobil- und Internettelefonie über Multimedia und Digital Home sind fast alle IT-Themen an der Leine. Eines der ehemaligen Schwerpunktthemen, Business- und Mittelstandslösungen, ist nach einer Studie von Global Park jedoch nur noch zu 14 Prozent durch Aussteller präsentiert.

Auch wenn der Rückgang in diesem Jahr aufgehalten werden konnte (die Abschluss-Zahlen lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor) ist eines klar: die Besucherstruktur hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Für die Entscheider aus fertigungsorientierten Branchen hat die Cebit an Anziehungskraft verloren – übrigens auch für mich persönlich: dieses Jahr habe ich zum ersten Mal seit über 20 Jahren auf einen Besuch der Cebit verzichtet.

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Denn wie auch das Titelthema „Pure Productivity“ bei Festo ab Seite XX, zeigt: IT ist ein entscheidender Produktionsfaktor, moderne Maschinen und Anlagen sind die Voraussetzungen – ausschlaggebend für eine effiziente Produktion sind aber Organisation, Ideen und eine Vision.

Für Geschäftsführer, Betriebs-, Fertigungs-, Arbeitsvorbereitungs- und Konstruktionsleiter, die IT-Lösungen im Umfeld der produzierenden Industrie suchen und diskutieren wollen, sind anwendungsorientierte technische Messen, wie die im April stattfindende Metav in München oder die Hannover Messe Industrie daher oft zeitsparender und ergebniseffizienter.

Hier werden fertigungsnahe Themen wie MES, PLM, CAM, Digital Manufacturing und Steuerungen im Verbund mit neuen Maschinen und Anlagen gezeigt und Organisationskonzepte wie Digital Factory, Lean Manufacturing und Lean Organizing diskutiert. Noch schwach vertreten sind allerdings die Themen ERP und Business Solutions.

Eine Lösung wäre, wenn sich die Hannover Messegesellschaft zu einer klaren Struktur ihrer beiden großen Messen entschließen könnte und die Business- und Mittelstandslösungen für die Fertigungsindustrie auf die Digital Factory verlagern würde. Damit könnte sie diesen Bereich, der im Gegensatz zur ­Cebit stark wächst, für die produzierende Industrie noch attraktiver machen – und an die Industriemesse-Historie von 1985 anknüpfen.

Ihr

Hajo Stotz, Chefredakteur

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