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EditorialViel zu viel

In welcher Gemütsverfassung sind die Verbraucher in Wisconsin diese Woche? Wie ist die Stimmung beim Mittelständler-Verband Süd-Süd-West in KW44? Warum halten sich die Kaninchenzüchter mit Investitionen zurück? Fragen über Fragen. Heute geht‘s allen gut, die Börse klettert. Und morgen ist die Stimmung wegen des hohen Ölpreises oder einer neuen Steuerschätzung derart mies, dass alle am liebsten im Boden versinken würden. Zwischendurch überbieten sich Vorstände in Ankündigungen zum Arbeitsplatzexport nach Ost-Europa, Fernost oder sonst wo. Und immer finden sich zahlreiche Marktforscher, Börsenexperten und Wirtschaftsweise, die Stimmungen aufnehmen, bewerten und mithilfe der Medien verteilen. Täglich. Auf der Strecke bleibt der Überblick. Wer weiß schon, ob‘s uns nun gut oder schlecht geht? Ob sich die Konjunktur erholt oder nicht, ob wir jemals den Schuldenberg abbauen, die Reformen greifen und so weiter und so fort. Hört man denen vor den Kameras und Mikrofonen zu, wünscht man sich immer öfter, dass sie lieber dem alten Sprichwort „Reden ist Silber...“ folgen würden.

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Ehrlich gesagt: Ich fühle mich heute weniger gut informiert als früher, da einfach zu viele und widersprüchliche Informationen auf mich einprasseln. Zuviel meiner Zeit geht für das Filtern von Nachrichten verloren. Denken Sie nur an die ganzen Umfragen im Vorfeld der US-Wahl. Was war davon wirklich wichtig? Sicher wäre weniger mehr, aber wie will man sich der Informationsflut der Medien entziehen?

Der richtige Umgang mit Informationen ist heute für Führungskräfte genauso wichtig wie ein effizientes Informations- und Wissensmanagement im Unternehmen. Die Voraussetzungen dazu sind eine offene Kommunikationskultur und gegenseitiges Vertrauen. Für das richtige Bewerten, Bereithalten und Verteilen der Informationen gibt es geeignete Techniken und IT-Systeme. Technische Daten aus dem Produktdaten-Management-System (PDM) für den Konstrukteur oder aktuelle Kennzahlen aus der betriebswirtschaftlichen Software (ERP) für den Geschäftsführer sind nur zwei Beispiele für Informationen „mit Hand und Fuß“ (das korrekte Füttern der Systeme vorausgesetzt). Was in diesem Bereich heute möglich ist, lesen Sie auf Seite XXXX. Wir berichten über den BASF-Konzern, der einen Datenverbund für 200 Produktionsbetriebe geschaffen hat, mit einer durchgehenden Datenbasis für Produktion, Einkauf, Logistik und Rechnungswesen. Für Entscheider sind dort die notwendigen aktuellen Informationen in kompakter Form nur einen Mausklick entfernt. Ganz ohne Marktforscher, Analysten oder Medienleute.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2005.

Ihr

Stefan Graf

Redakteur

Und noch ein persönlicher Tipp: Vielleicht ab und zu ein gutes Buch dem Wirtschaftsteil der Zeitung und dem investigativen TV-Report vorziehen. Wenigstens in der Weihnachtszeit.

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