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EditorialSchlingerkurs

Die Nachricht schlug ein: unmittelbar vor Beginn der Metav 2006 Anfang April in München meldete die Stuttgarter Zeitung: Werkzeugmaschinenmesse Metav Süd wird von München nach Stuttgart umziehen.

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Kurz danach stellte der VDW, der die Metav in München und Düsseldorf veranstaltet und organisiert, richtig: die Metav München wird aufgegeben, ab 2008 unterstützt der Verband die AMB in Stuttgart.

Erst vor zwei Jahren hatte er zusammen mit der Münchner Messegesellschaft die Münchener Konkurrenzveranstaltung aus der Taufe gehoben. Seither wurde der Sinn von drei großen Werkzeugmaschinenmessen innerhalb von fünf Monaten, zwei Metav und die AMB, immer wieder hinterfragt, aber die Entscheidung vom VDW ebenso nachdrücklich verteidigt. Noch im Januar bestand Dr. Detlev Elsinghorst, Vorsitzender des Metav-Komitees darauf: Die Akzeptanz des Ablegers in München war vom Start weg hoch.

Die Messe München wurde daher vom Beschluss des VDW kalt erwischt: kurz vor der Eröffnung in der Presse lesen zu müssen, dass die Messe das letzte Mal stattfindet, dürfte etliche Besucher dazu gebracht haben, ihren Messebesuch nochmals zu überdenken.

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Dass die Metav München dennoch auch in diesem Jahr bei Besuchern und Ausstellern (+10 %) auf so großes Interesse stieß, ist als klares Zeichen für einen entsprechenden Informationsbedarf zu werten. Prompt kündigten die Münchner an, dass sie die Branche der Werkzeugmaschinenhersteller auch weiterhin in München betreuen werde d. h., dass sie mit oder ohne VDW eine entsprechende Messe veranstalten werden.

Wie die Fameta in Nürnberg früher zeigte, ist für eine regional ausgerichtete WZM-Messe im Süden neben der internationalen AMB durchaus Platz vorhanden. Übrigens wurde die Fameta 2004, wie Veranstalter Schall damals mitteilte, vor allem wegen der Metav München abgesagt. In ihrem letzten Veranstaltungsjahr 2002 meldete die Fameta fast 27.000 Besucher, nach München kamen zwei Jahre später 23.000.

Ob sich hier eine Zusammenarbeit ehemaliger Konkurrenten anbahnt? Besucherpotential bieten der Süden Deutschlands und die Nachbarländer für eine zweite WZM-Messe jedenfalls genug.

Und die AMB hat mit der Unterstützung des VDW beste Chancen, nach der EMO zur wichtigsten europäische Werkzeugmaschinenmesse aufzusteigen, vor der Metav in Düsseldorf. Ab 2008 finden die Aussteller auf dem neuen Stuttgarter Messegelände so gute Bedingungen wie auf dem Münchner Messegelände. Dazu kommt: Der Grossteil der Anwender hat seinen Sitz in der Region. Und knapp die Hälfte aller deutschen Werkzeugmaschinenhersteller stammt aus dem Ländle. Sie exportieren Maschinen im Wert von über vier Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die gesamten USA kommen auf etwa die Hälfte.

Hajo Stotz

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