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EditorialDas „intelligente“ Produkt

Seit geraumer Zeit wird dem Anwender vermehrt suggeriert, dass ohne intelligente Systeme nichts mehr geht. Das trifft auf eine große Zahl von Anwendungen bestimmt zu, nur wird seit geraumer Zeit fast jeder besseren Schraube eine gewisse Intelligenz „angedichtet“.

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Das einzig Positive daran sind Denkanstöße für wirklich intelligente Ansätze, wie die Agententechnologie oder holonische Systeme. Die Basis sind rekonfigurierbare Einheiten, die im Vergleich zu den traditionell hierarchischen Systemen völlig autonom agieren, sowohl in der reinen Maschinenkommunikation, als auch zwischen Mensch und Maschine. Ihr Hauptvorteil ist die hohe Flexibilität und das ist auch der Grund, weshalb sie schon vor Jahren für die Steuerungstechnik vorgeschlagen wurden.

Wo stehen wir heute, im Jahr der Technik? Ständig steigende Anforderungen an die Produktionsprozesse und immer noch endlose Diskussionen über eine zentrale oder dezentrale Steuerung – je nach Unternehmensphilosophie. Um auch nur annähernd wettbewerbsfähig bleiben zu können, werden sich die Unternehmen schon in naher Zukunft deutlich schneller schwankenden Nachfragen, kürzeren Produktlebenszyklen und weiter fallenden Preise anpassen müssen. Die Zufriedenheit des Kunden wird noch viel mehr als bisher zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

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Was wir brauchen sind eine Reduzierung der Entwicklungs- und Produktionskosten durch Wiederverwendung, eine flexiblere Nutzung der Kapazitäten sowie eine höhere Robustheit zur Minimierung der Ausfälle. Und genau das sind die Vorteile intelligenter Systeme, ohne die bald wirklich „nichts mehr geht“ – sie werden damit zu einer Schlüsseltechnologie. Entsprechende Module sind bereits lieferbar. Aber reichen die ersten Erfahrungen für einen breiten industriellen Einsatz, und wie sieht es überhaupt aus mit der Akzeptanz, dem dafür notwendigen Umdenken?

Die Wettbewerbsfähigkeit Europas ist eng verknüpft mit der Innovationskraft der Unternehmen, die langsam aber stetig hinter die amerikanischen und asiatischen Mitbewerber zurückfällt – Arbeitsplatzverlagerungen ins nicht-europäische Ausland und fallende Investitionen im F&E-Bereich sind Hinweise. An der eigenen Innovationsfähigkeit fehlt es wohl kaum, haben wir also nur zu lange, zu zögerlich und auch unvorbereitet in die Zukunft geschaut und Rahmenbedingungen vorgeschoben?

Erinnern Sie sich noch an die Rede von Roman Herzog vor genau sieben Jahren? „ ....Ich komme gerade aus Asien zurück. In vielen Ländern dort herrscht eine unglaubliche Dynamik. Kühne Zukunftsvisionen werden dort entworfen und umgesetzt... Was sehe ich dagegen in Deutschland? Überwiegend Mutlosigkeit und ein Gefühl der Lähmung liegt über unserer Gesellschaft....“

Gibt es sie überhaupt noch, die Macher und Vorreiter unter den Unternehmern/innen, die den anderen einen Schritt voraus sind?

Dr. Peter Stipp

Fachjournalist

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