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EditorialCU @ Hannover

Q8 – viele kennen die Tankstellenkette aus Italien oder den Benelux. Wenige wissen, dass unter diesem Namen (lautsprachlich: Kju Eight) der arabische Staat Kuwait bereits 1980 in das Tankstellengeschäft einstieg.

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Peanuts im Vergleich zu den heutigen Investitionen aus den berstenden Kassen der arabischen Ölstaaten: Rund 15 Prozent aller Baukräne der Welt stehen in Dubai, seit 1990 hat sich die ehemalige Wüstenlandschaft zur supermodernen Großstadt entwickelt, inklusive der weltgrößten künstlichen Insel in Form einer Palme - und wächst weiter: Im Bau sind derzeit unter anderem eine noch größere Insel-Gruppe in stilisierter Erdkugel-Form, das mit 800 Meter höchste Gebäude der Welt, sowie das weltgrößte Disneyland, genannt Dubailand - mit 100.000 Angestellten und geplanten 200.000 Besuchern täglich.

Aber nicht nur zu Hause, auch weltweit investieren die Ölmagnaten kräftig: in Gebäude (Chrysler Building, 1930 das höchste der Welt), Film- und Unterhaltungsindustrie (Warner und Fußballclub Manchester City), Banken (Citigroup und AIG), Landwirtschaft (Agrarshopping rund um den Erdball), Industrie (Sony und Ferrostahl) – um nur einige Beispiele zu nennen.

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Den jüngsten Einkauf tätigte die nahöstliche Investorengruppe Aabar Ende März: Mit rund zwei Milliarden Euro steigt sie bei dem Autobauer Daimler ein, an dem Kuweit bereits seit 1974 Anteile hält. Und gerade haben Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bestätigt, den Einstieg bei Opel zu prüfen.

Doch wer nun denkt: Öl und Autos, das passt, sollte sich die Strategieerklärung der Aabar genauer ansehen. Sie will künftig die Konzernstrategie mitbestimmen - vor allem bei der Entwicklung von Elektroautos, alternativen Antrieben und Verbundwerkstoffen.

Dass das nicht nur Phrasen sind, haben die arabischen Staaten bereits gezeigt. Sie sind weltweit immer stärker in Unternehmen engagiert, die sich mit alternativen Energien beschäftigen. Beispielsweise investiert die Masdar PV GmbH derzeit rund 150 Millionen Euro in ein Photovoltaikwerk bei Erfurt, um dort die leistungsfähigsten Solarzellen im Markt herzustellen. Die Masdar GmbH ist eine Tochter von Masdar, Abu Dhabis Initiative für Zukunftsenergie. Erklärtes Ziel: weltweiter Marktführer bei erneuerbaren Energien zu werden.

Von dieser Zukunftsstrategie kann die deutsche Industrie – und ganz besonders die Autobauer – noch einiges lernen: Den Scheichs wurde offenbar früh klar, dass sie für die Zeit nach dem Öl vorsorgen müssen.

Viele Anregungen dazu können Sie sich auch auf der kommenden Hannover Messe holen. Denn die hat sich mittlerweile vom Industriebauchladen zur größten Energiemesse der Welt entwickelt. Bereits 2008 waren Energieeffizienz und Klimaschutz die bestimmenden Themen der Messe: Mit mehr als 1.000 Ausstellern (von über 5.100/2009: 6150) hatte der Bereich Energie bereits 2008 Rekordzahlen gemeldet – und wird dieses Ergebnis dieses Jahr locker übertreffen...

Energie und Energieeffizienz ziehen sich thematisch praktisch durch die gesamte Messe (vor allem das Thema Windenergie nimmt man dem Standort Hannover übrigens sofort ab), und viele interessante Ideen und Anbieter werden dort zu finden sein.

Und falls die arabischen Investoren dabei wieder eine Firma finden, in die sie investieren wollen, hätte ich auch schon eine Namensidee: 1234Energy.

Oder anders ausgedrückt: K1 2fel, auch am 3bhaus-effekt lässt sich energisch 4dienen.

Hajo Stotz

Chefredakteur SCOPE

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