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Editorial„Mein bester Mitarbeiter“

Die Messetrends zeigen den Weg: Immer mehr Automatisierung, immer ausgefeiltere Technik. Um die Führungsposition unseres Standortes zu halten beziehungsweise weiter auszubauen, müssen alle ran: Manager und Arbeiter. Ob wir in Zukunft technologische Trends setzen oder ihnen nur hinterherlaufen, entscheidet sich täglich in unseren Betrieben. Sicherlich sind die Lohnnebenkosten ein wesentliches Wettbewerbskriterium. Ich glaube jedoch, dass wir uns auf einen wichtigen Standortfaktor zurückbesinnen müssen: Unser kostbarster Rohstoff ist das Wissen der Menschen. Menschen machen Unternehmen und Produkte. Ihr Wissen und Engagement ist ausschlaggebend für den Unternehmenserfolg. Wissen und Motivation gehen Hand in Hand. Aber sie gehen nur, wenn der Mensch das will. Und viele wollen nicht (mehr). Was ist mein Wissen wert, fragt sich so mancher Arbeitnehmer, der mit einem warmen Händedruck für einen Verbesserungsvorschlag abgespeist wird. Vielleicht haben sich auch andere bereits mit seinen Federn geschmückt. Oft fehlt auch einfach die persönliche Anerkennung, denn nur zufriedene Mitarbeiter sind motiviert und denken mit.

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Das Unternehmensklima spielt dabei eine wesentliche Rolle. Welche Stimmung in einem Betrieb herrscht, spürt man schnell. Bei Betriebsrundgängen mit Führungskräften fällt mir immer wieder auf, dass viele Mitarbeiter den Blick senken, wenn einer „von da oben“ vorbei kommt. Ob hier eine Stimmung herrscht, in der Ideen gedeihen, bezweifle ich.

Das genaue Gegenteil vor einigen Wochen: In einem mittelständischen Unternehmen stellte mir der Geschäftsführer einige seiner Mitarbeiter vor: „Das ist Herr A., mein bester Mitarbeiter, an der Maschine steht Herr B., mein bester Mitarbeiter“, bei dem besten Herrn C. hatte ich die Masche durchschaut – er hat lauter „beste Mitarbeiter“. Später erzählt er mir, wie viel Verbesserungsvorschläge er jedes Jahr auf den Tisch bekommt, dass seine Leute selbstverständlich auch Überstunden machen, wenn‘s brennt und dass jeder – wirklich jeder – auch mit dem Kopf arbeitet, was die Reklamations-, Unfall- und Verschleißquoten erstaunlich niedrig hält...

Ihr

Stefan Graf, Redakteur

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