Editorial

Zusammenrücken!

Bald ist es wieder so weit: Die Hannover Messe steht an. Für viele Unternehmen ist sie eine der wichtigsten Messen des Jahres – die Vorbereitungen laufen längst auf Hochtouren. Und für uns Besucher hält Hannover immer wieder Überraschungen bereit. Oft bin ich erstaunt, manchmal sogar überwältigt, wie schnell die Entwicklungen in Industrie und Technologie voranschreiten. War vor wenigen Jahren der 3D-Druck noch eine nette Spielerei mit Potenzial, so ist die Additive Fertigung heute schon weit über die experimentelle Herstellung von Prototypen hinausgewachsen. Neue Materialien kommen zum Einsatz, die Komponenten werden größer, komplexer und robuster.

Andreas Mühlbauer, SCOPE-Redakteur. (Bild: WEKA BUSINESS MEDIEN)

In der Digitalisierung finden sich ebenfalls weitreichende neue Lösungen. Seit der Computer die Schreibmaschine am Arbeitsplatz abgelöst hat, gab es keine derart umwälzenden Veränderungen mehr in der Arbeitswelt, wie wir sie derzeit erleben. Wir spüren dies auch als Konsumenten im Alltag: Heute sind individualisierte Produkte längst Standard. Auch die Deutsche Messe reagiert auf die aktuellen Entwicklungen: So hat sie unter dem Eindruck der sich annähernden Branchen die beiden Leitmessen „Industrial Automation“ und „MDA“ zur nun jährlich stattfindenden „Integrated Automation, Motion & Drives“ (IAMD) zusammengefasst. In unserem Interview, das Sie ab Seite 10 lesen, sagt Arno Reich, Global Director IAMD und Digital Factory: „Im Zeitalter der Digitalisierung ändern sich die Innovationszyklen. Hinzu kommt, dass Industrie 4.0 Branchengrenzen verschwinden lässt. [...] Mit der Fusion sind wir deshalb der Logik eines Marktes gefolgt, der immer mehr branchen- und systemübergreifende Lösungen sowie vernetzte Produkte anbietet und nachfragt.“ Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die neue Leitmesse IAMD präsentiert.

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Wie wichtig neben der Kooperation einzelner Unternehmen auch die globale Zusammenarbeit ist, wird am diesjährigen Partnerland der Hannover Messe, Mexiko, deutlich. Das Land hat es derzeit nicht leicht. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Auseinandersetzungen mit dem mächtigen Nachbarn USA setzen der mexikanischen Wirtschaft zu. Doch kann daraus durchaus eine Chance erwachsen, zwingen doch nicht zuletzt die Umstände das Land, sich verstärkt nach anderen Partnern auf dem Weltmarkt umzusehen. So sagt Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo: „Mexikos Teilnahme ist eine hervorragende Gelegenheit für uns, die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen unserem Land und Deutschland weiter auszubauen. […] Die Unternehmen in unseren Ländern verbindet die tiefe Überzeugung, dass der freie Handel der Wachstumsmotor unserer Volkswirtschaften ist.“

So hoffnungsvoll und optimistisch wie der mexikanische Minister die weltgrößte Industriemesse angeht, wird der Auftritt dort sicherlich auch erfolgreich sein. Wie es die Unternehmen in der Industrie 4.0 bereits vormachen, täte mit Sicherheit alle Welt gut daran, wieder etwas näher zusammenzurücken. Ihnen wünsche ich viel Erfolg und spannende Erkenntnisse und Begegnungen in Hannover. am

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