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Editorial: "Neues Jahr, neue Liste?"

EditorialNeues Jahr, neue Liste?

Fallen Sie auch jedes Jahr aufs Neue auf das Gefühl des Neuanfangs rein? Man versucht zum Jahresende vieles abzuschließen oder – vom plötzlichen Jahreswechsel überrascht – gar anzustoßen, was man sich zu Jahresbeginn vorgenommen hatte. Man möchte am liebsten mit einem wohlwollenden Lächeln auf das vergangene Jahr zurückblicken ob der erledigten To-do-Listen.

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Editorial: Neues Jahr, neue Liste?

Zufrieden kann sich wohl so manch ein Maschinenbauer zeigen, denn das vergangene Jahr verlief positiver als von den Konjunkturspezialisten zunächst gedacht. So korrigierte der VDMA seine Prognose für das Produktionswachstum bereits zur Jahresmitte von real einem Prozent auf rund drei Prozent und sollte damit recht behalten. Im Kontext der vorangegangenen Jahre ist dies ein erfreulicher Aufschwung, den die Industrie auch 2018 halten will.

Wünschenswerte Aussichten. Zumindest für denjenigen, der mit nicht allzu vielen Altlasten der höheren Nachfrage gegenübertreten kann. Denn die Liste der notwendigen Investitionen wird mit dem Einzug der Digitalisierung stets länger. Neben dem Ausbau der Produktionskapazitäten – sei es in Form neuer Werkshallen oder durch die Erhöhung des Automatisierungsgrades – darf der Mitarbeiter nicht vergessen werden. Die Investition für oder in Fachkräfte ist ein Punkt auf vielen Agenden, der schon Staub ansetzt und dennoch nicht abgehakt werden kann. Der Fachkräftemangel wird weiterhin bestehen und wird durch den anstehenden Generationswechsel in den Führungsebenen verschärft. Auf die Generation, die kleine Unternehmen groß und erfolgreich gemacht hat, muss jetzt eine Generation folgen, die den schöpferischen Unternehmerbiss bei der digitalen Transformation unter Beweis stellt.

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Und da sind wir auch schon bei einer weiteren Aufgabe, deren „Erledigt“-Kästchen überflüssig scheint: die Digitalisierung. Wie Professor Dr. Volker Stich im Interview ab Seite 10 erklärt, hinkt Deutschland hier schon hinterher. Er sieht eine Ursache in unserer Trägheit. Damit blickt er auch in Richtung der Politiker, die durch ihre schleppende Regierungsfindung beispielsweise die Vergabe von Projektgeldern hemmt. Ebenso verzögern sich das Stellen wichtiger wirtschaftspolitischer Weichen oder die Investition in die digitale Infrastruktur, wie VDMA-Präsident Carl Martin Welcker bemängelt.

Doch halt: Das Jahr ist noch jung und wir sollten uns nicht von der Trägheit einfangen lassen. Schauen wir, was wir auf unsere To-do-Listen schreiben und beeinflussen können. Denn läuft man nicht automatisch in die Richtung, in die man blickt?

Lassen wir uns daher vom Neujahrs-Gefühl doch etwas einfangen und tragen und Neues in Angriff nehmen, um den Start ins Jahr 2018 einen guten werden zu lassen. cs

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