Hajo Stotz

Es werde Laser

“Let there be light – and there was light” donnerte vor kurzem AC/DC im Olympiastadion in München 60.000 begeisterten Fans entgegen. Ob die australische Rockband damit auf die in Kürze startende Laser World of Photonics (ebenfalls in München) hinweisen wollte, konnte ich bei Angus Young leider nicht in Erfahrung bringen.

Hajo Stotz, Chefredakteur Industriemagazin SCOPE.

Die Messe steht jedenfalls unter guten Vorzeichen: Mehr als 1.100 Aussteller präsentieren auf 55.000 m2 alle technischen Möglichkeiten, die das fokussierte Licht heute bietet. Erstmals ist die Veranstaltung auf fünf Hallen erweitert, und Projektleiterin Katja Stolle erwartet mindestens 27.000 Besucher.

Die Messe zeigt: Fast alles, was uns heute umgibt, hat mit Lasertechnologie zu tun. Selbst die Unesco hat 2015 als das „Jahr der Laser-Technologie“ ausgerufen. Und die Industrie ist gerade erst dabei, an der Spitze des Eisbergs zu kratzen. Dabei startete die Karriere des gebündelten Lichtstrahls bescheiden: Als der Amerikaner Theodore Maiman 1960 Licht erstmals punktgenau fokussierte, hieß es, er habe die Lösung zu einem Problem geliefert, das nicht existiere. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass der Laser eine der bahnbrechendsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts war. Seit den 80ern hält er Einzug in die Fertigungsindustrie und ist zum unentbehrlichen Werkzeug zur Bearbeitung von Metallen, Kunststoffen und Gläsern geworden. Durch seine hohe Geschwindigkeit, Genauigkeit und Flexibilität ersetzt er zunehmend andere Bearbeitungsverfahren.

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Doch die Industrie entdeckt auch immer mehr Anwendungen, die es vor dem Laser gar nicht gab. Noch vor zwei Jahren hieß es beispielsweise auf einer Pressekonferenz bei Trumpf: „Anwendungen für den Femto-Laser sehen wir nicht.“ Heute weiß der Maschinenbauer - der als einer der Pioniere unter den technischen Anwendern gilt -, dass bestimmte Materialien praktisch nur mit dem ultraschnell pulsenden Laserverfahren zu bearbeiten sind. Und die Kunden stehen Schlange.

Auch die boomende 3D-Druck-Technologie wäre ohne Laser nicht möglich. Mapal stellt so etwa Fräswerkzeuge her, deren „Kühlbohrungen“ sich im Inneren entlang der Schneidkante winden und so wesentlich besser kühlen.

Oder schauen Sie mal auf das Display Ihres Smartphones: In der Titelstory beschreibe ich, welche Rolle der Laser bei der Herstellung von hochwertigen Handys spielt und warum Handyhersteller Apple bei den entsprechenden Maschinen auf Technologie aus Deutschland vertraut.

Und es werden sich zukünftig noch viele weitere Anwendungen auftun. Neugierig bin ich deshalb auf die Vorträge der messebegleitenden Konferenz „Lasers In Manufacturing“, die neue Konzepte für Fertigungssysteme diskutiert.

Übrigens: Auch AC/DC würde auf der Laser World fündig. Dort werden auch Hochleistungs-Laserprojektoren für Lichtshows vorgestellt.

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